Samstag, 1. Mai 2021

Sammelsurium zum Monatsende

Hallo zusammen,

es ist jetzt Mai. Ich wiederhole: Mai. Ich habe das Gefühl, dass eines Nachts jemand einige Kalenderblätter abgerissen hat und mir weismachen will, dass jetzt wirklich schon Mai ist, obwohl wir eigentlich noch mitten im März stecken. Oder so. 

Mein Lesemonat war... also... von den Covern sieht es super aus. Aber wenn man sich genauer ansieht, was ich gelesen habe und wieviele Seiten die Bücher haben.... Ich hatte mindestens den halben Monat eine sehr große Leseunlust. Keine Ahnung, woran das lag. Mittlerweile geht es aber wieder bergauf und ich bin mir sicher, dass meine Leselust vollständig wieder da sein wird, wenn man wieder draußen lesen kann. 

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Abgebrochen
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Ohne






 

 

 

 

 
Ein paar Worte zu meinem Lesemonat:
Ich habe mir zu Beginn des Jahres kleinere Leseziele gesetzt. Unter anderem wollte ich ein paar Bücher rereaden, um sie dann ggf. auszusortieren. Aufgrund meiner Leseunlust wollte ich etwas dünnes und schnell zu lesendes, weshalb mir die beiden Lernbücher in den Sinn gekommen sind. Ich mochte sie damals super gern, weil sie sehr gut zu mir gepasst haben. Der Englischunterricht hat mir immer Spaß gemacht, ich habe schon immer gern gelesen und alles begann mit Kinderkrimis. Die Bücher sind auf Deutsch geschrieben, aber die wörtliche Rede ist auf englisch. Schwierige Vokabeln werden markiert und noch auf derselben Seite übersetzt. Falls ihr junge Leseratten kennt, die ihr Englisch ein bisschen trainieren wollen, schaut euch unbedingt diese Bücher an. Es gibt nicht nur Krimis, sondern auch Liebesgeschichten und sicher auch noch andere Genre.

Die Arme ausbreiten und fliegen hat jahrelang auf meiner Wunschliste Staub angesetzt. Sehr viele Jahre. Für eine Challenge habe ich mir das Ebook gekauft und es hat sich herausgestellt, dass manche Bücher vielleicht doch ein Haltbarkeitsdatum haben. Es war nicht schlecht und behandelt ein sehr sehr wichtiges Thema. Aber ich fühlte mich zu alt für das Buch. Oder für die Protagonisten. Ich plane noch eine Rezension, aber mein Rückstand diesbezüglich ist riesig.

Ob ich die Verrückt nach New York Reihe rezensiere, weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich eher nicht. So viel habe ich nicht dazu zu sagen, obwohl ich die komplette Reihe (die Bücher sind aber echt dünn) im April gelesen habe. Es geht um Maxi, die für ein Praktikum von Deutschland nach New York zieht. Sie ist das Chaos in Person und da es heißt gleich und gleich gesellt sich gern, landet sie in einer absolut chaotischen WG. Das Haus der WG-Bewohner soll aber abgerissen werden und es gilt, Pinkstone (so heißt das Haus aus gutem Grund) zu retten. Die Protagonisten sind toll, weil sie alle großen Wiedererkennungswert haben und sehr eigen sind. Auch die Aufmachung gefällt mir gut, da es ab und an Blogbeiträge zu lesen gibt und einige Kapitel speziell gegliedert sind. Leider fühlte ich mich auch hierfür ein bisschen zu alt (ist vielleicht auch gerade einfach eine Phase, keine Ahnung) und die Struktur der Bände ist doch sehr gleichförmig. Alles ist super, Pinkstone ist in Gefahr, Pinkstone muss gerettet werden, Pinkstone wird (vorerst) gerettet. Ende. Das finale Ende wartet dann nochmal mit riesiger Action auf und was dann mit Pinkstone passiert, wird zwar ganz gut, aber in zwei Sätzen gelöst.

Eines meiner Lieblingsthemen im SoWi Unterricht in der Schule war der Nahost-Konflikt. Gut, wir hatten in den zwei Jahren vier Themen und ich mochte eigentlich alle außer Wirtschaft, aber egal. Ich bin dann durch eine Blogaktion (vermutlich TTT) auf Das Gelobte Land aufmerksam geworden und habe es mir auf die Wunschliste gesetzt. Ich habe den kompletten März und April an dem Buch gelesen, weil es schon sehr anspruchsvoll ist. Mich interessiert vor allem die neuere Geschichte Israels, so ab dem 2. Weltkrieg. Diese Zeit nimmt aber nur einen sehr sehr geringen Raum in dem Buch ein. Hinzu kommt, dass es sich um wissenschaftliche Fachtexte handelt (wusste ich aber vorher) und mir bei den meisten Beiträgen einfach so gut wie alles an Wissen fehlte, um die Texte verstehen zu können. Ich habe mich wie gesagt mit dem Nahost-Konflikt beschäftigt, aber alles davor ist mir unbekannt und daher war das Buch für mich leider zu anspruchsvoll.

Ein paar Worte zu meinem Filmmonat:
Ich habe diesen Monat fast gar nichts gesehen. Außer Ninja Warrior. Natürlich. Bald beginnen die Dreharbeiten für die reguläre Staffel im Herbst und ich freu mich schon voll. Hoffentlich wird auch dann der Freitags- (oder Samstags-) Sendeplatz wieder frei, denn Sonntags ist mal so ziemlich die dümmste Zeit für mich. 

Einen Film habe ich aber doch gesehen und zwar Raum. Oder Room. Ich weiß gar nicht genau, ob der Filmtitel übersetzt wurde. Ist ja auch egal, ich rede jedenfalls von der Buchverfilmung von Emma Donoghues gleichnamigen Roman. Den Roman fand ich damals eher mittelmäßig. Ich mochte das Buch ab Punkt X gern, davor war es ... okay. Ich habe den Film anfang April gesehen und ehrlich gesagt, weiß ich jetzt schon nicht mehr viel. Also ich kann mich noch an viele Szenen erinnern und es waren auch ein paar echt harte Szenen dabei, aber es fällt mir schwer eine Meinung zu formulieren. Es war ganz gut und ich freue mich, dass ich wieder eine Buchverfilmung abhaken kann. Aber mir bleibt der Film nicht sonderlich im Gedächtnis. Vielleicht ist das einfach insgesamt nicht meine Geschichte. 

Neu im Regal:
Im März hatte ich nur einen Neuzugang. Im April... da waren es vielleicht ein oder zwei mehr. Bei Arvelle gab es sehr viele Bücher meiner Sachbuchwunschliste und da musste ich dann zuschlagen. Aus diesem Bereich habe ich sowieso nur noch ein Buch auf dem SuB, daher brauchte ich Nachschub. Außerdem sind noch zwecks Reihenvervollständigung und Challenge zwei Ebooks bei mir eingezogen. 
  • Die Arme ausbreiten und fliegen - Karo Stein - Gekauft
  • Kleine Fehler, große Folgen - Katrin Lankers - Gekauft
  • Jenseits der blauen Grenze - Dorit Linke - Gekauft
  • Der Atem einer anderen Welt - Seanan McGuire - Gekauft
  • Der Mann meines Bruders - Gengoroh Tagame - Gekauft
  • Das Testbuch - Mikael Krogerus und Roman Tschäppler - Gekauft
  • Spiel um dein Leben, Fahim! - Fahim Mohammad und Xavier Parmentier - Gekauft
  • Psychopathinnen - Lydia Benecke - Gekauft
  • Warum die Zeit verfliegt - Alan Burdick - Gekauft
  • Die schwarze Macht - Christoph Reuter - Gekauft
  • Einfach leben - Lina Jachmann - Gekauft
  • Meine schöne Buchhandlung - Andreas Licht - Gekauft
  • The Europe Travel Book - Gekauft 
 
Das Leben in seinen Facetten: 
Ich glaube, beim letzten Mal hatte ich noch gesagt, dass sehr wenig passiert und ich daher auch nichts zu erzählen habe. Ich habe allerdings im letzten Sammelsurium eine wichtige Begebenheit vergessen. Vielleicht deshalb, weil sie direkt am 1. März passiert ist und das schon wieder so weit weg war, bis ich meinen Rückblick geschrieben habe. Jedenfalls ist mir das Fahrrad geklaut worden.

War natürlich im ersten Moment ärgerlich, weil es gewisse Unannehmlichkeiten mit sich bringt, aber ehrlich gesagt habe, ich mich nicht so lang darüber aufgeregt. Es war ein sehr altes und gebraucht gekauftes Fahrrad, weshalb der materielle Verlust nicht sehr hoch war. Ich habe das Fahrrad auch in Bamberg benutzt und es ist in der ganzen Zeit nie geklaut oder beschädigt worden. Ich hatte noch ein zweites Fahrrad im Keller, das ich allerdings erst reparieren lassen musste. War nervig, Corona und so weiter und so fort, aber es hat alles geklappt. 

Was mir das ganze gebracht hat? Ich bin zur Arbeit gelaufen, was gar nicht so mal schlecht war. Ich war sehr erstaunt, wie schnell ich auf die Arbeit laufen kann und ich habe dadurch wieder angefangen Podcasts zu hören. Eine zeitlang habe ich das sehr häufig gemacht, dann nicht mehr so und durch das Laufen habe ich wieder angefangen (wobei ich mittlerweile wieder weniger höre). Ich habe fast ausschließlich Menschen & Monster gehört, einen True-Crime Podcast. Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn man morgens kurz nach sechs über eine Brücke geht, das Wetter ist Anfang März um die Zeit nebelig und feucht, besonders am Meer und man hört sich eine Folge über Ted Bundy an. Für Angsthasen nicht unbedingt zu empfehlen.

Ansonsten war der Monat nach meinem Urlaub geprägt von dem wechselnden Wetter, Kopfschmerzen und viel Arbeit. Schnee, Regen, Sonne, heiß, kalt und hier in Küstennähe auch viel Wind. Ich hatte diesen Monat an sehr vielen Tagen Kopfschmerzen und ich vermute, dass viele Tage dem wechselhaftem Wetter geschuldet sind. Ich hoffe, der Mai wird wärmer, auch wenn es heute (am 1. Mai) nass und kalt ist.

Auf der Arbeit war für ein paar Tage wirklich Stress, weil der Bremer Senat einen neuen Erlass veröffentlicht hat. Wir sind mit Mails und Briefen zugeschüttet worden. Jetzt ist es wieder ruhiger, aber ich fürchte, wenn wir die Informationen zur praktischen Umsetzung des Erlasses erhalten, wird es nochmal anstrengend, Es ist natürlich super, wenn man ankündigt dies und das zu tun und es gilt für diese und jene Menschen, aber die Details WIE das ganze umgesetzt werden soll, hat man noch nicht ausgearbeitet. Aber lassen wir das.

Ausblick auf den Mai:
 
Der Ausblick fällt wieder kurz aus. Am Montag fängt nun die neue Kollegin an, die uns schon seit längerem angekündigt wurde. Ich werde sie zum Teil einarbeiten und bin ein biiiiiisschen aufgeregt, weil ich das noch nie gemacht habe. Aber ich freue mich auch und bin vielleicht auch ein wenig stolz, dass man mir diese Aufgabe zu- und anvertraut.

Lesetechnisch hoffe ich auf besseres Wetter, damit ich vielleicht auch wieder draußen lesen kann. Ich habe mir einige (viele) Bücher vorgenommen. Mal sehen, wieviel ich letztendlich schaffe.

Habt einen schönen Wonnemonat Mai ♥ Julia 

Dienstag, 20. April 2021

Rezension ~ Der Engel mit den schwarzen Flügeln - Petra Hammesfahr

Titel: Der Engel mit den schwarzen Flügeln
Autorin: Petra Hammesfahr
Seiten: 333 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Roman
 
 
 
 
Inhalt:
"Kronbusch, nach psychologischen Gesichtspunkten modern und komfortabel ausgestattet, in unmittelbarer Nähe zur Natur gelegen, gilt als Wohnparadies. Angela liebt das Leben in dieser Umgebung, das mit Einkaufen, Lesen, Tennis und Schwimmen ausgefüllt ist. Vor allem aber liebt sie Martin, ihren Mann, der sie zärtlich "Engel" nennt. Doch plötzlich gerät das Image der Siedlung durch eine Serie unerklärlicher Selbstmorde ins Wanken. Und auch mit Angela gehen Veränderungen vor. Aggressiv und launisch, gleicht sie so gar nicht mehr einem sanften Engel." (Quelle: Amazon)
 
Meine Meinung: 
Ich habe letztes Jahr ein Buch von Petra Hammesfahr gelesen und war so begeistert, dass ich mich direkt durch ihr Gesamtwerk lesen wollte. Glücklicherweise hat meine Mutter einige ihrer Bücher, sodass ich noch ein bisschen Auswahl habe.

Der Roman spielt in einer Wohnanlage namens Kronbusch. Es handelt sich dabei um mehrere Wohnhäuser, eine kleine Ladenzeile, einen Tennisplatz und ein kleines Schwimmbad. Alles wird von einer Firma verwaltet. Wer nicht möchte, muss die Wohnanlage also nie verlassen, sondern findet alle Güter des täglichen Bedarfs direkt vor der Haustür. Möglicherweise liegt aber genau da das Problem, weil so eine Wohnanlage vielleicht gerade die Leute anzieht, die das Haus etwa aufgrund von psychischen Krankheiten nicht gern verlassen.

Eines Tages im September ereignet sich ein schrecklicher Todesfall in Kronbusch. Schnell wird klar, dass es sich um Selbstmord handelt. Kurz darauf der nächste Todesfall. Wieder ein Selbstmord. Tragisch, aber nicht ungewöhnlich, könnte doch die zweite Tote sich durch den ersten Leichenfund zum Selbstmord entschlossen haben. Die Todesfälle häufen sich jedoch und das geordnete Leben in Kronbusch gerät ziemlich schnell aus den Fugen.

Insbesondere der in der Verwaltung beschäftige Martin und seine Frau Angela sind von den Ereignissen betroffen. Für Martin steigt das Arbeitspensum enorm an. Er muss sich um den Ruf Kronbuschs sorgen, viele Mieter kündigen ihre Verträge und jeden Tag steigt die Angst, dass es einen neuen Vorfall gibt. Mit seiner Frau kann er darüber nicht sprechen, weil Angela durch die Selbstmorde an ihre eigene Familiengeschichte erinnert wird. Man bekommt relativ schnell eine Ahnung, was Angela in ihrer Kindheit erlebt haben muss, auch wenn sie selbst sich erst nach und nach erinnert. Dennoch bleibt es den ganzen Roman über bei Andeutungen und auch am Ende des Buches ist nicht ganz klar, wer die tragischen Ereignisse verursacht hat, die zu ihrem Erinnerungsverlust führen.

Die Todesfälle selbst sind auch sehr mysteriös. Ein, zwei oder vielleicht drei Selbstmorde lassen sich erklären. Es werden jedoch immer mehr und zusätzlich legt der ein oder andere Kronbuscher ein seltsames Verhalten an den Tag. Wer sich gern seine eigenen Gedanken macht und nicht unbedingt eine fertige Lösung haben muss, wird hier vermutlich viel Freude haben. Für mich war das Ende viel zu offen. Es gibt überhaupt keine Erklärung für irgendwas und wenn doch, dann habe ich es nicht verstanden. Es ist nicht einmal klar, welcher der Hauptcharaktere unter Wahnvorstellungen leidet und wer geistig gesund ist. Für mich ist das unbefriedigend, weil ich viele Fragen, aber keine Antworten habe.

Im Grunde ist der Plot sehr interessant und auch die Charaktere sind durchaus spannend. Jede*r hat so seine eigenen (psychischen) Probleme und durch das Zusammenspiel der Figuren entwickelt sich eine gewisse Grundspannung. Allerdings ist die Handlung dadurch auch eher negativ und mit einer Abwärtsspirale zu vergleichen, weil es so gar keine positiven Momente zum Erholen gibt.

Fazit: 
Ich weiß nicht, ob ich der Autorin noch eine Chance gegeben hätte, wenn dies mein erster Roman von ihr gewesen wäre. Im Buch herrscht grundsätzlich eine negative Stimmung, eine Auflösung gibt es nicht und aufgrund der Kapitellängen von jeweils ca. 60 Seiten, hatte ich auch keine Lust es schnell hinter mich zu bringen.


Donnerstag, 15. April 2021

Reihenvorstellung ~ Magisterium - Holly Black & Cassandra Clare

Reihentitel:
Magisterium
Autorinnen: Holly Black und Cassandra Clare
Anzahl der Titel: 5 Teile
Reihe beendet?: Ja
Titel unabhängig voneinander lesbar?: Nein
Verlag: One
Genre: Jugendfantasy
 
 
Inhalt:
Der 12-jährige Callum möchte auf gar keinen Fall ins Magisterium - einer bekannten Schule für junge Magier - aufgenommen werden und versucht deshalb alles, um durch die Prüfung zu rasseln. Eine Prüfung mit Absicht nicht zu bestehen, sollte total einfach sein, zumal Call ja nichtmal zaubern kann. Wie kann es also sein, dass er sich eine Tintenfassexplosion und ein Feuerinferno später, in einem Schulbus gen Magisterium wiederfindet?

Meine Meinung:
Es ist fast drei Jahre her, seit ich den ersten Band der Magisterium Reihe gelesen habe. Mein Vorhaben, die Reihe zügig fortsetzen, hat offensichtlich nicht funktioniert, sodass ich den ersten Band erneut gelesen habe.

Beim zweiten Mal mochte ich den Reihenauftakt immer noch ziemlich gern und ich habe gar nicht mehr so sehr Parallelen zwischen dieser Geschichte und Harry Potter gezogen. Vielleicht, weil ich das schon beim ersten Lesen abgehakt hatte oder vielleicht auch, weil ich die Reihe sonst wieder nicht fortgesetzt hätte, wenn ich eine gedankliche Magisterium-Harry Potter-Tabelle gehabt hätte.

Der zweite Band war für mich stellenweise langatmig. Das ist super Schade, weil die Teile alle nicht so lang sind und wenn es dann auch noch inhaltliche Längen gibt… schwierig. Außerdem war der zweite Band sehr negativ. Einerseits ist das nachvollziehbar, weil Call im ersten Band ziemlich unschöne Dinge erlebt und erfährt. Aber andererseits fehlte mir manchmal ein bisschen positive Stimmung, ein wenig Ausgelassenheit.

Im dritten Teil zieht die Spannung glücklicherweise wieder an. Das Ende war für mich wahnsinnig überraschend und ich musste direkt das erste Kapitel vom vierten Band lesen, weil ich felsenfest damit gerechnet habe, dass es nur so aussah, als ob.

Band vier war ziemlich durchwachsen. Die Handlung spielt nicht mehr im Magisterium und ich weiß immer noch nicht, ob mir das gefällt oder nicht. Frischer Wind durch einen Ortswechsel schadet nicht, aber ein bisschen hat mir das Magisterium doch gefehlt. Die Gefühle in diesem Band sind sehr vielfältig, sowohl bei mir, als auch bei den Charakteren. Es gibt endlich wieder ein paar schöne Augenblicke, inklusive einer kleinen Liebesgeschichte, aber es gibt auch wieder sehr düstere Momente.

Speziell in diesem Teil, aber auch in den anderen, ist mir aufgefallen, dass einige Aspekte nur oberflächlich behandelt werden. Das ist vermutlich einerseits der geringen Seitenzahl und andererseits dem jungen Alter der Protagonisten und Leserschaft geschuldet. Das ist zum Teil okay, aber zum Teil auch problematisch. Insbesondere dieser Teil enthält ein wichtiges Thema. Ein Grundthema der Reihe ist der Tod und ob man den Tod besiegen kann. Kann man verstorbene Menschen wieder zum Leben erwecken? Wenn ja, zu welchem Preis? Selbst wenn man es könnte, sollte man es tun und wenn man es tut, tut man es dann für den oder die Verstorbene*n oder doch eher für sich selbst? Insbesondere im vierten Band geht es ganz konkret um diese Fragen, aber leider blieb mir die Auseinandersetzung damit viel zu oberflächlich.

Der Abschluss dieser Reihe hat mir dann wieder ziemlich gut gefallen. Die Spannung war hoch und ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte endet. Es gab einen Handlungsstrang, bei dem ich ernsthafte Zweifel hatte, dass die Autorinnen ihn zu einem – für mich – überzeugenden Ende bringen können. Glücklicherweise haben sie es geschafft.

Auch wenn es nicht in meine Bewertung einfließt, muss ich mich über eine Sache aufregen: Die Farbgestaltung. Zum Beispiel heißt der dritte Band „Der Schlüssel aus Bronze“, der Buchschnitt ist grün und die Uniform für Calls Jahrgang ist blau. So ist das in jedem Band. Eine Farbe für die Uniform, eine Farbe im Titel und eine Farbe für den Buchschnitt und nichts passt zusammen. Wie kann man so was machen?

Fazit: 
Magisterium ist eine Kinder- und Jugendfantasyreihe, die mir vor allem am Anfang und am Ende gut gefallen hat. In der Mitte lies die Spannung ein wenig nach. Ich glaube, die Reihe ist vor allem für jüngere Leser*innen interessant, weil mit höherem Alter und steigender Leseerfahrung vermutlich die stellenweise Oberflächlichkeit der Geschichte stärker ins Auge fällt. 
 
4 Big Ben | 3 Big Ben | 3 Big Ben | 3 Big Ben | 4 Big Ben 

Nachtrag: 
In meiner damaligen Rezension zum ersten Band habe ich übrigens geschrieben, dass Callum sich manchmal bewusst dumm verhält. Das würde ich auch heute noch genauso formulieren. Er weiß, dass sein Verhalten dämlich ist, dass es gefährlich ist, dass seine Gedanken diesbezüglich falsch sind und er weiß auch, was er stattdessen tun müsste. Aber er macht genau das Gegenteil. Einfach aus Prinzip.