Samstag, 5. September 2020

Abgebrochen & Angelesen #10

Hallo zusammen, 

mein letzter Post dieser Art ist zum Glück schon eine ganze Weile her. Genauer gesagt war es zum Jahresende 2019. Aber auch dieses Jahr musste ich leider schon Bücher abbrechen und davon lest ihr hier.

Barrakuda - Christos Tsiolkas
"Das Wasser trägt Danny, lässt ihn die Welt um sich herum vergessen. Lässt ihn atmen. Träumen. Schürt seinen Ehrgeiz. Ein Stipendium öffnet dem Working-Class-Sprössling die Tür zu einer Eliteschule. Er trainiert härter als alle anderen und gewinnt schließlich deren Anerkennung. Eine kurze Zeit lang scheint ihm die Welt offen zu stehen. Doch dann scheitert er. An seinen Erwartungen und an denen der anderen. Selbstmitleid zieht ihn immer weiter nach unten. Lässt ihn zweifeln, aggressiv werden, bis er die Kontrolle verliert. Christos Tsiolkas erzählt die berührende Geschichte eines Außenseiters und zeichnet das Bild einer modernen Leistungsgesellschaft, in der Scheitern und Erfolg nahe beieinanderliegen." (Quelle: Amazon)
Abgebrochen auf Seite 42 von 480

Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oder wo ich auf das Buch aufmerksam geworden bin. Vielleicht im Radio, da entdecke ich diese Art Lektüre häufig. Ich habe das Buch als Mängelexemplar im Buchladen entdeckt, es gekauft und die Lektüre dann immer wieder verschoben. Aber nächsten Monat ganz bestimmt. Da hätte es mir eigentlich schon klar sein müssen. 

Die erste Ernüchterung kam beim Aufklappen. Eng- und kleinbedruckte Seiten, lange Kapitel. Mich motiviert das leider nicht zum Lesen, obwohl ich das ja wirklich gern tue. Ich erwarte nicht, dass ein Buch mich auf der ersten Seite fesselt (auch wenn das schön ist), aber wenn ich nach 42 Seiten so gar nicht in der Geschichte angekommen bin und mich nichts daran interessiert, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass das noch passiert. Ich habe mir dann ein paar Rezensionen durchgelesen, die mich in meinen Gedanken bestärkt haben. Die Sprache sei bisweilen sehr derb, der Protagonist sehr negativ und/oder unsympathisch und überhaupt dieses Scheitern bzw. die Folgen daraus, seien auch eher unrealistisch. Ich kann das selbst natürlich nicht bestätigen, aber es passt zu meinem Eindruck, den ich auf den ersten Seiten gewonnen habe.  

Ein anderes Buch von Christos Tsiolkas habe ich noch auf der Wunschliste. Mal sehen, ob und wann es bei mir einziehen wird.

 Hanna und Sebastian - Thomas Klugkist
"In der Hoffnung, ganz zueinander zu finden, schreiben sich Hanna und Sebastian nach einigen traumhaften Tagen in Rom lange und intensive Briefe.
Doch das Leben treibt sie auseinander, und das Schreiben wird zu einem exklusiven Raum, in dem sie ihre Liebe so leidenschaftlich, grenzenlos und wahrheitshungrig leben können wie nirgendwo sonst – und in dem sie einander die Freiheit schenken, die sie dann immer kompromissloser auch in der Wirklichkeit suchen ...
Dieser sinnlich-virtuose Roman, eine außergewöhnliche Liebesgeschichte in Briefen, Mails und SMS und das literarische Debüt von Thomas Klugkist, erzählt von einem rückhaltlosen Liebes- und Beziehungsexperiment und entwirft dabei das Bild einer Generation zwischen Lebensplanung und Grenzüberschreitung, den Verführungen des Körpers und der Transzendenz."
(Quelle: Verlagsseite)
Abgebrochen auf Seite 62 von 432

Ich liebe Brief-/Mail-/... Romane und habe daher schon lange ein Auge auf dieses Buch geworfen und mich sehr gefreut, als ich es im offenen Bücherschrank entdeckt habe. Leider habe ich überhaupt nicht in die Geschichte reingefunden und es sehr schnell abgebrochen. 

Der Schreibstil war absolut nicht mein Fall. Falls euch das Buch interessiert, lest vorher unbedingt eine Leseprobe. Ich habe nichts gegen einen anspruchsvollen/literarischen Schreibstil. Hier war es mir nur leider viel zu viel. Hanna und Sebastian sind mir so fremd geblieben und ich habe auch ihr Verhältns gar nicht verstanden. Seit wann kennen sie sich und wie alt sind sie überhaupt? Vielleicht hätte ich später noch Antworten bekommen (das Buch soll ja ab ca. Seite 100 richtig gut werden), aber es hat mich einfach nicht gereizt weiterzulesen. 

Wenn ich darüber nachdenke Bücher abzubrechen, lese ich das Ende des Buches. Natürlich kann ich nicht wissen, wie mir das Buch im Gesamtzusammenhang gefallen hätte. So muss ich sagen, dass es mich wahrscheinlich sehr unbefriedigt zurückgelassen hätte.

Blinde Verführung - Romana Grimm
"Die junge Konditorin Marlene ist schon länger Single und wagt nur selten von der großen Liebe zu träumen. Doch eines Tages, mitten im Sommer, besucht der blinde Künstler Patrick ihr Café und stellt ihr Leben binnen kürzester Zeit gründlich auf den Kopf. Trotz seiner Behinderung ist er ein aufgeschlossener, lebenslustiger Mensch, der Marlenes Zurückhaltung auf charmante Art umgeht und sie in seine sinnliche, keineswegs düstere Welt entführt. Eine zarte Sommerromanze beginnt, die Marlene in jeder Hinsicht aufblühen lässt. Ihre von Tag zu Tag wachsende Zuneigung zu Patrick ist wie ein klingender Farbenrausch … der allerdings nicht ohne Katerstimmung kommt. Die Konkurrenz schläft nicht, vor allem, wenn diese Konkurrenz ein bildhübsches, zu allem entschlossenes Model ist. Marlene wächst an der Herausforderung, doch am Ende muss sie sich entscheiden, ob die Liebe zu Patrick es wert ist, dafür ihr Leben zu riskieren …" (Quelle: Amazon) 
Abgebrochen auf Seite 47 von 252

Dieser Roman stand sehr sehr lang auf meiner Wunschliste. Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, wie und wo ich auf ihn gestoßen bin, aber was mich aufmerksam gemacht hat ist klar: Liebesgeschichte und blinder Hauptcharakter. Da bin ich sofort dabei.

Leider war mir Patrick richtig unheimlich. Wenn mir jemand das Manuskript ohne Cover und Genrebezeichnung in die Hand gedrückt hätte, ich hätte nach den 40 Seiten vermutet, dass es tendenziell ein Psychothriller wird oder zumindest ein Roman mit dem Thema Stalking. Eigentlich macht er gar nicht wirklich etwas schlimmes, aber ich hatte bei ihm ein total ungutes Gefühl. 

Ich habe das Buch nach den 47 Seiten zur Seite gelegt, weil mein vorgemerkter finaler Band von BookLess in der Onleihe verfügbar war und ich diesen zügig lesen wollte. Anschließend wollte ich dann Blinde Verführung weiterlesen, aber ich musste sofort wieder an den unheimlichen Patrick denken und hatte eigentlich keine Lust mehr drauf. Ich hab das Buch dann mittendrin aufgeschlagen, bin bei einer erotischen Szene gelandet und hab ein paar Seiten gelesen. Diese Szene war so plump und unschön geschrieben und ich habe wirklich darauf gewartet, dass Patrick aufsteht und die Handschellen rausholt und Marlene an das Heizungsrohr kettet und zwar nicht auf die erotische Art. 
Es war wirklich leider gar nicht mein Fall.
 
Kennt ihr meine abegrochenen Bücher? Welches Buch habt ihr zuletzt abgebrochen?

Kommentare:

  1. Liebe Julia

    Die Bücher sind mir alle komplett unbekannt und ich wäre wohl im Buchladen auch nicht auf sie aufmerksam geworden. Einzig "Barrakuda" würde mich anlachen, aber das fällt dann auch gleich weg ;-)

    Ich finde es übrigens toll, dass du so konsequent abbrichst und mache das auch immer öfter. Nur Rezensionsexemplare lese ich - wenn irgendwie möglich - ganz, damit ich eine sehr ausführliche Rezension schreiben und meine Kritik um so besser begründen kann.

    Ganz liebe Grüsse
    Livia

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    1. Hallo Livia,

      ich glaube, manchmal könnte ich beim Abbrechen noch konsequenter sein. Aber wenn ich wirklich Widerwillen verspüre zum Buch zu greifen, dann fällt es mir überhaupt nicht mehr schwer.

      Rezensionsexemplare würde ich auch beenden (sofern nicht eine Ansicht vertreten wird, die ich nicht teilen kann), aber so viele lese ich gar nicht mehr, daher trifft mich die Problematik auch nicht so.

      Liebe Grüße
      Julia

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