Dienstag, 21. Juli 2020

Rezension ~ Der Verrat - John Grisham

Titel: Der Verrat 
Originaltitel: The Street Lawyer 
Autor: John Grisham 
Seiten: 448 Seiten 
Verlag: Heyne 
Genre: Roman, Jura, Obdachlosigkeit




Inhalt:
Michael Brock ist ein junger und engagierter Anwalt, der direkt auf eine Teilhaberschaft in einer der größten Kanzleien der USA zusteuert. Das war jedenfalls sein Plan, bis eine Geiselnahme alles verändert. Michael stellt seine bisherigen Ziele in Frage und richtet seine Leben neu aus. Dabei stößt er auf ein Unrecht, dessen Wiedergutmachung er möglicherweise hart bezahlen muss.

Meine Meinung:
Ich habe zuvor noch nie etwas von Grisham gelesen und war wirklich neugierig auf das Buch, da der Autor sehr bekannt ist und ich viel Gutes über seine Bücher gehört habe. Der Einstieg gefiel mir dann auch sehr gut und fiel leicht, obwohl das Buch schon 20 Jahre alt ist. Man lernt zunächst den Protagonisten Michael kennen und befindet sich ziemlich schnell mitten in der Geiselnahme, die alle weiteren Ereignisse ins Rollen bringt.

Leider nimmt die Spannungskurve dann relativ schnell ab. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und ich weiß nicht, ob ich es andernfalls überhaupt beendet hätte. Zwar blieb der Schreibstil angenehm zu lesen und wenn ich einmal dran war, konnte ich den aktuellen Abschnitt auch recht schnell beenden, aber ich hatte einfach keine Lust zum Buch zu greifen. Nicht, weil ich es nicht mochte, sondern eher, weil mich die Handlung einfach nicht interessiert hat.

Einige Ereignisse waren zwar nicht unbedingt vorhersehbar, aber nachdem sie dann passiert waren auch nicht überraschend. Andere Aspekte wurden meiner Ansicht nach viel zu sehr beleuchtet, wo ein anderer Schwerpunkt interessanter gewesen wäre. Es war mir nicht immer klar, was eigentlich der Skandal am bzw. das Thema des Rechtsstreits war. Geht es um fragwürdige Immobilienprojekte? Geht es um Diskriminierung von Obdachlosen, speziell von schwarzen Obdachlosen? Mir fehlte hier ein wenig die klare Linie.

Das Ende weckt in mir gemischte Gefühle, da es in einigen Teilen zu idealistisch war. Alle wollen etwas ändern und es kommt zu großen Plänen, die ich persönlich für unrealistisch halte. Hier wäre weniger vielleicht ein bisschen mehr gewesen.

Fazit:
Ich werde Grisham auf jeden Fall noch eine Chance geben, auch wenn mich dieser Roman nicht wirklich überzeugen konnte. Die Spannungskurve war leider niedrig und inhaltlich wurden meiner Ansicht nach nicht immer die richtigen Schwerpunkte gesetzt. Ich bin etwas enttäuscht, da ich doch ein wenig mehr erwartet hatte.
 

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