Samstag, 27. Juni 2020

Leserunde ~ Der Verrat - John Grisham

Hallo zusammen,

meine Lieblingsleserundenkumpeline Melli und ich planen wieder eine gemeinsame Lektüre. Diesmal wird es Der Verrat von John Grisham. Für mich wird es das erste Buch des Autors sein, Melli kennt bereits etwas von ihm. So war es übrigens auch bei Charlotte Link und da mochte ich das erste Buch gar nicht, dafür aber das zweite umso mehr. Ich bin sehr gespannt, ob es hier auch so sein wird. 

Inhalt:
Michael Brock ist der aufsteigende Stern bei einer einflussreichen Anwaltskanzlei in Washington D. C. Er führt ein Leben auf der Überholspur, bis eine Geiselnahme sein Leben vollkommen verändert. Der Geiselnehmer, ein herunterkommener Obdachloser, wird erschossen. Michael forscht nach den Hintergründen diser Tat und spürt ein schmutziges Geheimnis auf. (Quelle: Verlagsseite)

Leseabschnitte:
Anfang bis einschließlich Kapitel 9 (S. 1 bis S. 104)
Kapitel 10 bis einschließlich Kapitel 18 (S. 105 bis S. 210)
Kapitel 19 bis einschließlich Kapitel 27 (S. 211 bis S. 309)
Kapitel 28 bis Ende (S. 310 bis Ende)

Wir starten pünktlich zum Monatsanfang (ich kann da einfach nicht aus meiner Haut) am 01.07. und wie immer sind Mitleser*innen herzlich willkommen, natürlich auch spontan. Jede*r liest in seinem/ihrem Tempo. Es gibt keine festgelegte Seitenzahl pro Tag und kein Datum, bis zu dem wir fertig sein wollen. 

Ich freue mich auf die Leserunde und den Austausch ♥
Bis spätestens zum 01.07...

Kommentare:

  1. Hey Julia,

    awww - Lieblingsleserundenkumpeline ♥ - das kann ich nur zurückgeben.

    Ich freue mich schon. Das Buch liegt bereit :)

    Liebe Grüße, einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Melli

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  2. Anfang bis einschließlich Kapitel 9 (S. 1 bis S. 104)

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    1. Für mich war es ein spannender Start in dieses Buch und ich war sofort mittendrin.

      Es ist in meinen Augen bei der Geiselnahme (oder überhaupt vom Thema her) eine interessante Konstellation von weißen, reichen Anwälten und einem schwarzen armen Obdachlosen. Dies und die Machtverhältnisse, die damit hier einhergehen (man könnte es auch grob als David gegen Goliath sehen), sind genau die Themen, die bei Grishams Büchern oft eine Rolle spielen.

      Genauso typisch für Grisham ist auch hier der flüssige Schreibstil und dass das Privatleben von Michael bzw. seine Tätigkeit als Anwalt im Fokus stehen und viel Platz einnehmen. Grisham war selbst Anwalt, bevor er mit dem Schreiben begann und das merke ich in seinen Werken immer wieder. Er weiß, wovon er schreibt. Dank seinen Büchern habe ich Einblicke ins ziemlich verworrene Rechtssystem der USA bekommen. Hier in diesem Buch gibt es davon noch nicht so viel, aber wir lernen dafür etwas zum Thema Obdachlosigkeit und zum Anwaltsberuf (das Vorrechnen der Gewinne fand ich schon krass).

      Michael als Figur finde ich ganz spannend, weil er beginnt, nach der Geiselnahme über sein Leben nachzudenken. Er denkt über seine Tätigkeit nach und möchte etwas ändern. Ich bin gespannt, wie weit er da gehen wird und was er letztendlich alles für die obdachlosen Menschen tun wird.

      Ich habe übrigens noch mal nachgesehen: Ich las bisher acht Bücher von Grisham und ich möchte noch alle weiteren Werke von ihm lesen.

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    2. Ich hab ebenfalls sehr gut in die Geschichte hineingefunden und bin bisher durchaus angetan.

      Was das Rechtssystem betrifft, kenne ich das sonst nur von Jodi Picoult. Ich bin sehr gespannt, wie sich ihre Bücher in diesem Punkt von Grishams Werken unterscheiden. Bei Picoult geht es ganz oft darum, was wie bei den Geschworenen ankommt.

      Michael ist auf jeden Fall ein interessanter Charakter. Man merkt ja auf den ersten 100 Seiten schon sehr gut, dass die Geiselnahme ein großes Umdenken bei ihm ausgelöst hat. Ich denke, er wird nicht mehr lang in seiner Firma bleiben. Sehr neugierig bin ich auch darauf, wie sich seine Wandlung auf seine Ehe auswirkt. Die scheint ja kurz vor dem Ende zu stehen, aber vielleicht bringt in der Kontakt zu all den alleingelassenen Menschen dazu, doch um seine Frau zu kämpfen.

      Aktuell kann ich mir auch sehr gut vorstellen, noch mehr von ihm zu lesen :)

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    3. Ich freue mich, dass es dir bis hierhin auch gefällt.

      Auf den Gedanken, Picoult mit Grisham zu vergleichen, bin ich noch nicht gekommen. Ich denke, dass bei ihr eher die Familie sozusagen im Fokus steht, also die Parteien an sich.

      Bei Grisham ist das Ganze wohl eher aus Sicht der Anwälte geschildert, die ihre Mandanten und somit unterschiedliche Standpunkte und Sichtweisen auf das Geschehen vertreten. Aber ich glaube, es sind doch sehr unterschiedliche Herangehensweisen, die dahinter stecken...

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  3. Kapitel 10 bis einschließlich Kapitel 18 (S. 105 bis S. 210)

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    1. Der zweite Abschnitt beginnt sehr traurig und festigt gleichzeitig den Entschluss von Michael, als Armenanwalt zu arbeiten.

      Ich fand es sehr traurig, dass die Familie gestorben ist und vor allem, auf welche Art und Weise.

      Die Scheidung von Michael finde ich auch ein bisschen traurig. Die beiden verbindet nichts mehr, jeder jagt nur noch mehr Geld und somit mehr Arbeit hinterher, was zur Entfremdung führt. Die Szene am Küchentisch ging mir unter die Haut, weil es um die Verteilung von materiellen Dingen geht. Ich kann einerseits verstehen, dass sie das geklärt haben möchte. Andererseits kann ich Michael ein bisschen mehr verstehen, weil es ihm eigentlich egal ist, wer was bekommt. Denn Dinge sind nur Dinge.

      Insgesamt ist das Buch für mich kein Pageturner. Ich lese relativ langsam es hat auch eine langsame Erzählweise. Aber der Unfall hat mich doch aus heiterem Himmel getroffen - genau wie Michael selbst. Zum Glück ist ihm nichts Schlimmeres passiert.

      Ich bin gespannt, was weiterhin geschieht und welche Fälle/Begegnungen auf Michael noch zukommen werden.

      Ich greife nicht ständig zum Buch, weil es für mich nicht super spannend ist, aber trotzdem hat es was und ich lese es gerne.

      Was mich so ein bisschen stört, ist die Jagd der Kanzlei nach der Akte. Es scheinen ja wirklich brisante Informationen darin zu stehen.

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    2. Den Tod der Familie fand ich auch sehr traurig. Auch die Beerdigung... es war irgendwie schrecklich, dass man dann aus der Beerdigung so eine Veranstaltung machen muss. Lautes Geheule über dem Sarg, weil Kameras da sind. Klar, nur so werden die Leute aufmerksam und es ändert sich vielleicht etwas. Aber traurig ist es schon.

      Ich dachte im ersten Abschnitt ja noch, dass die Ehe vielleicht doch noch durch die Ereignisse gerettet werden kann. Nun ja, die Ehe ist wohl so tot, da geht gar nichts mehr.
      Die Szene am Küchentisch fand ich ziemlich seltsam. Claire wirkte auf mich sehr gierig. Ich will dies und das und ich bekomm mehr, weil ich ja Kredite zurückzahlen muss und ich bekomm nochmal mehr, nur weil du jetzt in eine frühe Midlife-Crisis kommst.

      Was ich über den Unfall denken soll, weiß ich noch nicht. Ich habe ihn nicht kommen sehen, als es aber dann passiert war, war ich auch nicht überrascht. Es war schon ein bisschen erwartbar.

      Ich bin gespannt, was sich im Hinblick auf die Akte/den Fall noch ergibt. Immobilien/Banken usw. sind gar nicht mein Thema und ich hab ein bisschen Sorge, dass mir das zu viel wird. Ich fand es schon grenzwertig, als Michael sich die Akte angeschaut und dann ganz grob den Zusammenhang geschildert hat.

      Der erste Abschnitt gefiel mir besser als dieser, aber ich freue mich dennoch auf den nächsten Abschnitt. Vielleicht schaffe ich den aber erst Montag, da ich am Wochenende viel unterwegs bin.

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    3. Mir kam Claire am Küchentisch auch sehr gierig vor. Und Michael ist es eigentlich egal. Spätestens hier merkt der Leser wohl auch "da geht nichts mehr".

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  4. Kapitel 19 bis einschließlich Kapitel 27 (S. 211 bis S. 309)

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    1. Wegen der Akte kommt es zu einer Untersuchung von Claires (und Michaels) Wohnung. Ich finde diese Aktengeschichte schon irgendwie ein bisschen zu viel. Da scheinen ja brisante Informationen drinzustecken und man scheint ganz schön Dreck am Stecken zu haben.

      Es kommt bestimmt zu einem Prozess. Bei Grishams Büchern steht ein Prozess oft im Mittelpunkt. Hier scheint das nicht so zu sein.

      Für mich ist das Buch kein Pageturner, aber das interessante Thema wird für mich gut verpackt vom Autor.

      Es gibt immer wieder Szenen, die mir unter die Haut gehen. Was sich da im Gefängnis abspielt, hat sich für mich so angefühlt, als säße ich neben Michael und würde es mit ihm zusammen erleben.

      Ruby ist ein neuer (Neben-)Charakter, der mir sofort wichtig ist. Ich weiß nicht, ob sie es schaffen wird von den Drogen wegzubleiben, aber es wäre so wünschenswert!

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    2. Ich muss zugeben, dass ich mittlerweile nicht mehr ganz so begeistert von der Geschichte. Ich hab sogar ein, zwei Sekunden darüber nachgedacht, ob ich das Buch nicht abbrechen soll. Nicht, weil es ich nicht mag, sondern weil es mich einfach nicht interessiert. Wenn ich es abbrechen würde, würde ich wahrscheinlich gar nicht mehr an die Geschichte denken und mich gar nicht fragen, ob Michael den Fall gewinnt und ob er Armenanwalt bleibt.

      Diese Aktengeschichte ist mir auch ein bisschen zu viel. Da stellt sich mir auch die Frage, worum es in dieser Sache eigentlich geht. Für Michael ist es ja eher ein Problem von Diskriminierung gegenüber Obdachlosen und/oder Schwarzen. Aber da die Kanzlei so hinter der Akte her ist, scheint es für sie eher darum zu gehen, einen Immobilienskandal zu vertuschen bzw. ihre fragwürdigen Arbeitsweisen zu verschleiern.

      Claires "Gigolo" und diese Megan sind auch zwei Punkte, die ich nicht unbedingt brauche. Michaels Verliebtheit kann an Schnelligkeit mit jedem New Adult Roman mithalten.

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    3. Da muss ich Dir in Bezug auf Megan Recht geben. Das ging schon ziemlich schnell und ich hätte das auch nicht unbedingt gebraucht.

      New Adult lese ich nicht, deshalb kann ich das nicht als Vergleich heranziehen.

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  5. Kapitel 28 bis Ende (S. 310 bis Ende)

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    1. Obwohl es für mich kein Pageturner ist, habe ich das Buch zwischenzeitlich beendet. Der letzte Abschnitt las sich doch recht schnell für mich.

      Die Jagd nach der Akte fand ich insgesamt etwas langatmig und nervig. Die Szenen symbolisieren wohl auch die Verzweiflung der "Gegenseite", aber trotzdem nahm das mir etwas zu viel Platz ein.

      Das Verfahren ohne Geschworene, sozusagen eine Art Vorverfahren, fand ich sehr spannend. Zumal ich gar nicht wusste, dass es so ein Verfahren überhaupt gibt. Das zeigt wieder mal, wie wenig ich doch über das amerikanische Rechtssytem weiß. Vielleicht sollte ich mich hiermit mal näher beschäftigen...

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    2. Der letzte Abschnitt ging für mich auch einigermaßen, aber mh. Leider war es doch eher eine sinkende Spannungskurve.

      Die Vorverhandlung fand ich zwar grundsätzlich auch interessant, aber in der Beschreibung eher langweilig. A will das. B will dies. Der Richter versucht zu vermitteln. Daraufhin lenkt B hier ein, aber A besteht auf jenes. Es dreht sich alles im Kreis und eigentlich hätte man sich das sparen können, weil eh klar war, dass sie sich in der Mitte treffen.

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    3. Ja, das stimmt, es war ein bisschen vorhersehbar. Ich mag da eher die "richtigen" Prozesse, wo scheinbar so viel von den Geschworenen und deren Auswahl im Vorfeld abhängt.

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  6. Fazit/Zitate/Anmerkungen/Was du sonst noch loswerden möchtest

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    1. Insgesamt bekommt das Buch von mir vier Herzen.

      Es war für mich kein Pageturner, aber ich habe es trotzdem sehr gerne gelesen. Ich musste öfter mal kurz innehalten, um über einige Kleinigkeiten und die Thematik nachzudenken. Es ist ein interessantes Thema und die Umsetzung empfand ich als gut.

      Bei einigen Dingen musste ich mir an die eigene Nase fassen und fühlte mich etwas ertappt. Bisher habe ich noch kein Buch gelesen, das sich so eingehend mit dem Thema der Obdachlosigkeit beschäftigt.

      Der Prozess als solcher steht hier nicht im Vordergrund. Das war mal was anderes als in den Büchern, die ich bisher von John Grisham gelesen habe. Ich finde vor allem diese Prozesse spannend, deshalb fand ich das hier ein bisschen schade. Dafür spielt auch das Privatleben von Michael eine Rolle. Das war zwar ein bisschen traurig, weil seine Ehe zu Ende ist, aber diese Szenen halfen mir trotzdem dabei, den Protagonisten besser verstehen zu können.

      Ferner gibt es einige tiefgründige und spannende Szenen, die das Ganze für mich immer wieder aufgelockert haben. Denn die Jagd nach der Akte dagegen war mir etwas zu viel des Guten.

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    2. Ich schwanke bei meiner Bewertung noch. Eigentlich vergebe ich zwei Big Ben nur, wenn ich wirklich was richtig doof fand. Aber das war hier nicht der Fall, ich fand es nach dem ersten Abschnitt leider nur noch langweilig.

      Die Thematik hat mir definitiv auch gefallen. Aber ich finde, der Fokus wurde falsch gesetzt. Es ging letztendlich mehr um die Akte und um die alte Kanzlei, als um Michaels neue Arbeit. Ich hätte mir mehr darüber gewünscht, wie und womit er den Mandaten hilft. Klar, da war Ruby, aber so richtig ist er mit ihr auch nicht weitergekommen.

      Nach dem ersten Abschnitt habe ich echt mehr erwartet. Aber ich hab noch ein paar Bücher von Grisham Zuhause, daher bekommt der Autor noch eine Chance.

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    3. Schade, dass dieser Grisham nicht so Dein Ding war. Ich gebe Dir Recht: Die Akte stand zu sehr im Mittelpunkt und lenkte vom eigentlichen "Geschehen" ab.

      Ich drücke die Daumen, dass ein anderer Grisham Dich mehr überzeugen kann!

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  7. Meine Rezension ist gerade online gegangen.
    https://mellisbuchleben.blogspot.com/2020/07/buchrezension-der-verrat-von-john.html
    Von mir gibt es vier Herzen. Bei mir haben einige Szenen dann doch noch ein bisschen langatmige Jagd auf eine Akte aufgewertet. Aber es ist nicht der beste Grisham, den ich bisher gelesen habe.

    Umgehauen hat mich ja "Die Jury", wobei das Hörbuch ziemlich lang war - aber keinesfalls langweilig! Und das Ende war so simpel und doch so großartig.

    Die Klassiker von ihm wie "Die Akte", "Der Klient" und "Die Kammer" habe ich auch in guter Erinnerung, ebenso "Die Schuld".

    Zuletzt las ich "Der Regenmacher", das fand ich auch toll.

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  8. Und vielen Dank für die Leserunde mit Dir ♥ Auch wenn wir unterschiedliche Lesetempi und Meinungen zum Buch haben, fand ich es wieder schön, mit Dir gemeinsam zu lesen! :-) *Lieblingsleserundenkumpeline*

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    1. Ich fand es auch wieder sehr angenehm ♥ Und sorry, dass ich so langsam war. Ich hab im Urlaub leider sehr wenig gelesen und die geringe Spannung dieses Buchs hat da leider nicht geholfen :/

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    2. Ach, das ist doch kein Problem. Ich bin ja mal gespannt, wie viel ich meinem Urlaub lesen werde :D Meist macht man ja dann doch ganz andere Sachen.

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