Montag, 25. Mai 2020

Rezension ~ Die heimliche Heilerin - Ellin Carsta

Titel: Die heimliche Heilerin 
Autorin: Ellin Carsta 
Reihe: Heimliche Heilerin #1 
Seiten: 479 Seiten 
Verlag: Ullstein 
Genre: Historischer Roman


 
Inhalt:
"Heidelberg 1388: Die junge Madlen steht schon früh im Dienst einer Hebamme und versteht es vortrefflich, Schmerzen durch Kräuter zu lindern. Als sie auf die beruhigende Wirkung durch flackerndes Kerzenlicht in Verbindung mit gesprochenen Psalmen stößt, ist Vorsicht geboten: Niemand darf etwas von ihrer Methode erfahren, sonst würde sie als Hexe verurteilt.
Eines Tages wird Madlen zu einer hochschwangeren Bürgerin gerufen, die offensichtlich körperlich misshandelt wurde. Sie kann die Frau retten, das Baby jedoch nicht. Der Ehemann beschuldigt die Heilerin, es vergiftet zu haben. Damit beginnt für Madlen eine Zeit der Flucht und gesellschaftlichen Ächtung. Doch die junge Heilerin kämpft um die Wahrheit in einer Zeit, in der es dafür keinen Platz zu geben scheint." (Quelle: Verlagsseite)


Meine Meinung:
Ich lese nur sehr wenig historische Romane, weil ich dafür in Stimmung sein und auch Zeit haben muss. Die Bücher sind oft umfangreicher und der Schreibstil erhöht auch nicht immer das Lesetempo (was nicht bedeuten soll, dass historische Romane immer einen schwierigen Schreibstil haben).

In diesem Roman fällt der Schreibstil als aller erstes auf. Er ist sehr locker und einfach gehalten und gar nicht so, wie man ihn bei dem Genre erwarten würde. Das macht es Einsteigern in das Genre sehr leicht, aber für mich persönlich war es gewöhnungsbedürftig, weil mir ein bisschen das Histo-Feeling gefehlt hat. Außerdem begleiten wir das gesamte Buch über Madlen. Ich kenne tatsächlich nur historische Romane mit Perspektivwechseln und die haben mir hier schon ein bisschen gefehlt.

Ein weiterer Punkt, wegen dem ich das Buch für Einsteiger empfehlen würde ist, dass es zwischenzeitlich an ein Jugendbuch erinnert. Die Protagonistin ist recht jung (aber natürlich bedeutete es damals etwas ganz anderes 17 / 18 Jahre alt zu sein, als heute) und als sie sich dann zum ersten Mal verliebt, fühlte ich mich doch sehr an so manches Jugendbuch erinnert.

Von der Handlung habe ich etwas anderes erwartet, vor allem auch in Bezug auf den Titel. Es geht weniger um das Heilen an sich, als viel mehr darum, dass es für Frauen schwierig bis unmöglich war, als Heilerin zu arbeiten, ohne gleich um ihr Leben fürchten zu müssen. Der Fokus liegt eher auf gesellschaftlichen Konsequenzen und einem Gerichtsprozess und weniger auf direktem Kontakt zwischen Madlen und den Patienten. Das fand ich ein bisschen Schade, weil mich gerade das sehr interessiert hätte.

Der Anfang hat sich für mich also durch Schreibstil und Inhalt ziemlich gezogen, aber im Verlauf der Geschichte hat mir das Buch dann doch gut gefallen. An den Schreibstil hatte ich mich gewöhnt und ich wollte dann schon wissen, wie es mit Madlen weitergeht. Na ja und vielleicht hat es auch ein kleines bisschen geholfen, dass das Buch überraschenderweise für eine kurze Zeit in meiner Heimatstadt spielt.

Fazit:
Für Einsteiger in das historische Genre kann ich dieses Buch absolut empfehlen. Mir gefiel leider der Schwerpunkt der Handlung nicht hundertprozentig und auch der Schreibstil konnte mich nicht recht überzeugen. Dieses Buch fällt sicherlich nicht unter meine Top Auswahl der historischen Bücher, aber konnte mich als Roman gut unterhalten.


Kommentare:

  1. Liebe Julia

    Das klingt nach einem Buch, das mir sehr gut gefallen könnte, deine Kritik in Bezug auf die Situation der Frauen dieser Zeit, die sich als Heilerinnen versuchen wollten, klingt für mich sehr vielversprechend, das würde mich total interessieren, auch wenn ich natürlich verstehen kann, dass du gerne mehr vom Heilen selber gelesen hättest.

    Schade aber, dass sich ein oaar Längen im Buch finden, aber dass du dem Buch trotz so viel Kritik vier Big Bens gegeben hast, spricht dafür, dass die positiven Punkte doch überwiegen.

    Vielen Dank auf jeden Fall für den Buchtipp und alles Liebe
    Livia

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    1. Hallo Livia,

      ich kann mir gut vorstellen, dass dir das Buch gefallen könnte.

      Es ist auf jeden Fall kein schlechtes Buch. Ich würde es vielleicht eher als ... mh... Unterhaltungs-/Wohlfühlroman in historischem Setting denn als historischem Roman bezeichnen. Ich kann es leider nicht besser ausdrücken.

      Liebe Grüße
      Julia

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