Montag, 17. Februar 2020

Rezension ~ Die Entscheidung - Charlotte Link

Titel: Die Entscheidung 
Autorin: Charlotte Link 
Seiten: 576 Seiten 
Verlag: blanvalet 
Genre: Kriminalroman, Frankreich





Inhalt:
Frankreich, kurz vor Weihnachten. Simon verbringt die Feiertage in dem Ferienhaus seines Vaters: Getrennt von seiner Quasi-Lebensgefährtin, im Stich gelassen von seinen Kindern, die bei seiner Exfrau leben, geplagt von den herablassenden Worten seines Vaters. Bei einem Strandspaziergang stößt er auf die abgemagerte, verzweifelte Nathalie. Aus der Not heraus nimmt er sie bei sich auf und gerät in ein Verwirrspiel, das schon bald ein Todesopfer fordern könnte…

Meine Meinung:
Ich habe bereits einen Roman der Autorin gelesen, der mich leider nicht überzeugen konnte. Dennoch wollte ich ihren Krimis eine zweite Chance geben und bin mit dieser Entscheidung sehr glücklich.

Ich war von Beginn an von der Handlung gefesselt. Zwar werden sehr viele Charaktere und somit unterschiedliche Handlungsschauplätze eingeführt, aber es ist mir dennoch gelungen, sie gut auseinanderzuhalten. Bei vielen Protagonisten geht es mir oft so, dass ich manche Abschnitte lieber lese als andere und nur darauf warte, dass es mit Person X oder Y weitergeht. Erstaunlicherweise ging es mir hier gar nicht so. Ich wollte immer wissen wie die gesamte Geschichte weitergeht und hatte nie das Bedürfnis zu einer bestimmten Person springen zu wollen, weil mich deren Geschichte gerade besonders interessierte.

Die Handlung war sehr spannend und greift ein leider immer noch aktuelles, wenn auch in den Medien nicht immer präsentes, Thema auf. Zwar ist das Thema relativ schnell offensichtlich, aber ich möchte es dennoch nicht verraten, um euch nichts vorweg zu nehmen. Es handelt sich bei dem Buch um einen Spannungsroman (oder Krimi, was auch immer man bevorzugt) und nicht um einen Thriller, sodass man nicht immer auf Action hoffen kann. Dennoch wurde mir beim Lesen nicht langweilig, da man genug Gelegenheit bekommt, eigene Schlüsse zu ziehen, Verbindungen herzustellen und sich über die Rollen einzelner Personen Gedanken zu machen. Manche Dinge waren für mich schnell klar, bei anderen habe ich länger gebraucht.

Das Ende hat mich nach einigem Hin und Her auch überzeugt. Eine Kleinigkeit hätte ich mir aus literarischer Sicht ein bisschen anders gewünscht, aber die von der Autorin gewählte Variante war diejenige, die der Realität leider am nächsten kommt.

Fazit:
Mit diesem Kriminalroman konnte mich Charlotte Link glücklicherweise vollkommen überzeugen. Von ihren Gesellschaftsromanen werde ich erstmal weiterhin Abstand halten, aber ich bin mir sicher, dass ich noch weiter psychologische Spannungsromane von der Autorin lesen werde.
Informatives Sammelsurium:
Ich habe dieses Buch gemeinsam mit Melli und Ilona in einer Leserunde gelesen.
  • Hier tauschen wir uns aus (Achtung! Spoiler in den Kommentaren)
  • Mellis Rezension
  • Ilona auf Instagram

Donnerstag, 13. Februar 2020

Rezension ~ Someone Else - Laura Kneidl

Titel: Someone Else 
Autorin: Laura Kneidl 
Reihe: Someone #2 
Seiten: 440 Seiten 
Verlag: LYX 
Genre: New Adult


 
Inhalt:
"Eigentlich könnten Cassie und Auri das perfekte Paar sein: Sie sind beste Freunde, wohnen zusammen und teilen ihr größtes Hobby – die Fantasyliteratur. Und obwohl Cassie das Gefühl hat, dass niemand auf der Welt sie besser kennt als Auri, scheinen die beiden manchmal Welten zu trennen. Während Auri Football spielt, viele Bekanntschaften hat und gern unter Menschen geht, zieht Cassie sich lieber von der Außenwelt zurück und pflegt einen kleinen, aber engen Freundeskreis. Doch je mehr Zeit vergeht und je stärker ihre Gefühle für Auri werden, desto größer ist ihre Angst, dass das, was sie und Auri verbindet, vielleicht nicht so stark ist wie das, was sie trennt ..." (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung:
Nachdem ich Someone New so sehr mochte, stellte sich die Frage gar nicht erst, ob ich auch die Fortsetzung lesen würde. Cassie und Auri lernt man schon im ersten Band kennen und dort passiert bereits ein Ereignis, auf dessen nähere Betrachtung ich mich in Band zwei gefreut habe. 

Someone Else spielt zeitlich nach Someone New, sodass das angesprochene Ereignis nur zwischendurch erwähnt und aufgelöst wird. Das fand ich ein bisschen Schade, weil im ersten Band eine große Nummer draus gemacht wird und ich wirklich neugierig war, was da zwischen Cassie und Auri vorgefallen ist. 

Das war leider auch ein grundsätzliches Problem, das ich mit dem Buch hatte. Viele Dinge, die zwischen Cassie und Auri passieren, werden nicht oder für meinen Geschmack zu wenig ausführlich erzählt. Etwas was beide verbindet sind Cosplay und Live-Rollenspiele. Ich hätte sie so gern dabei begleitet, wie sie die Kostüme schneidern oder ihre Charaktere weiterentwickeln oder ähnliches. Stattdessen führen die Szenen, in denen sie gemeinsam interagieren häufig zu Streit und ansonsten spielt sich sehr viel in Cassies Innerem ab. 

Versteht mich nicht falsch, ich mag Cassie und Auri sehr sehr gern. Ich finde ihre Liebesgeschichte realistisch, konnte mich in vielen Dingen mit Cassie identifizieren und konnte auch die meisten Handlungen von Auri verstehen und mag sie als Paar sehr gern. Aber hier und da fehlte mir einfach etwas Handlung.

Anders als beim ersten Band, habe ich mir diesmal die Special Edition vorbestellt, da ich aus dem ersten Buch eine Zeichnung gewonnen habe und diese sehr schön finde. Auch die Zeichnungen in Someone Else finde ich sehr ansprechend und daher bereue ich es nicht, mir das Buch vorbestellt und für diese Ausgabe mehr Geld bezahlt zu haben. Allerdings wäre ich im Nachhinein auch nicht traurig gewesen, wenn ich keine Special Edition mehr bekommen hätte.

Fazit:
Cassie und Auri sind liebenswerte Charaktere, deren Liebesgeschichte ich gern verfolgt habe. Jedoch blieben manche Erlebnisse zu oberflächlich, da sich viele Dinge nur in Cassies Gedankenkarussell abspielen.  

Dienstag, 11. Februar 2020

Kurzmeinungen ~ meine letzten 3 Sachbücher


Titel: Lists of Note - Aufzeichnungen, die die Welt bedeuten 
Originaltitel: Lists of Note 
Herausgeber: Shaun Usher  (Hrsg.)

Seiten: 344 Seiten 
Verlag: Heyne 
Genre: Sachbuch, Listen berühmter Personen


Inhalt:
"Seit der Mensch auf Erden wandelt, macht er sich alle möglichen Arten von Listen – in dem beruhigenden Wissen, dass sämtliche Dinge klassifiziert, sortiert, hierarchisiert und geordnet werden können. So erschreckend der Gedanke auch sein mag: Man muss sich wohl eingestehen, dass eine Welt ohne Listen ziemlich chaotisch wäre. Ohne To-do-Listen, Einkaufslisten, Wunschzettel, Wörterbücher, Lieblingslisten, Register, Maßnahmenkataloge, Adressbücher, Checklisten und Inhaltsverzeichnisse wäre die Welt nur ein überbordendes Durcheinander von Dingen und unser Leben ohne Sinn oder kollektive Identität. Nach seinem Weltbestseller »Letters of Note« hat Shaun Usher erneut die Archive dieser Welt durchstöbert, um in diesem prächtigen neuen Band die ungewöhnlichsten und großartigsten Listen der Weltgeschichte zu präsentieren." (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung:
Ich liebe Listen. Sehr. Kein Wunder also, dass ich bei Lists of Note schwach geworden bin, obwohl ich eigentlich Letters of Note vom selben Herausgeber auf dem Wunschzettel hatte.

Ich schreibe selbst gern und häufig Listen, manchmal auch über seltsame Dinge. Aber nach diesem Buch weiß ich: Man kann über alles Listen führen. Aber nicht jedes Thema ist sinnvoll. 

Die Listen decken eine sehr große Bandbreite ab. Sie sind mehrere tausend Jahre alt oder ganz aktuell. Sie wurden von Frauen und Männern geschrieben. Sie wurden getippt oder von Hand geschrieben, sind mal kurz und prägnant oder lang und ausschweifend. 

Auch thematisch sind die Listen sehr vielseitig. Schaut euch mal das Inhaltsverzeichnis an. Beispiele sind: Personen, die möglicherweise JFK ermordet haben könnten, eine Liste britischer Prostituierten, Truthahnrezepte, Ausdrücke, die den Zustand des Betrunkenseins beschreiben und viele mehr. Einige gefielen mir sehr gut, wie zum Beispiel die Liste mit Namen, die Disney für die Sieben Zwerge im Kopf hatte. Andere Listen waren mir zu lang und hätten für mich durchaus gekürzt werden können. So zum Beispiel die 222 Punkte umfassende Liste von Romanideen von H. P. Lovecraft. 

Ergänzt wird jede Liste durch Abbildungen der (meistens) originalen Listen oder der Listenschreiber. So kann man die Liste in der Originalsprache lesen und sehen, auf was für einem Papier und mit welcher Handschrift sie verfasst wurde.

Fazit:
Ein unterhaltsames Schmökerbuch für Listefans.


Titel: Berühmte Kinderbuchautorinnen und ihre Heldinnen und Helden 
Autorin: Luise Berg-Ehlers 
Seiten: 160 Seiten 
Verlag: Elisabeth Sandmann Verlag 
Genre: Sachbuch, Literatur



Inhalt:
"Ob Beatrix Potters liebenswerter Peter Hase, Enid Blytons fünf Detektiv-Freunde, Johanna Spyris herzenskluge Heidi, Tove Janssons freundliche Mumin-Trolle oder Astrid Lindgrens unangepasste Pippi: Viele der erfolgreichsten Kinderbücher wurden von Frauen verfasst und sind noch heute beliebte Klassiker, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Luise Berg-Ehlers erzählt begeisternd, detailreich und klug, unter welchen Umständen diese Autorinnen schrieben, was ihre Beweggründe waren: vom Aufbrechen der Konventionen bei Astrid Lindgren, gezeichneter Natur- und Tierliebe bei Beatrix Potter zur Erschaffung fantastischer Abenteuer bei Cornelia Funke oder J.K. Rowling." (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung:
In der Bücherei habe ich dieses Buch entdeckt und es spontan mitgenommen. Ich habe schnell festgestellt, dass ich den Titel falsch interpretiert habe, was mich anfangs sehr irritiert hat. Ich dachte, es geht um die Personen, die die Autorinnen zum Schreiben inspiriert haben (literarische Vorbilder oder ähnliches), aber natürlich sind mit Held*innen die Protagonisten in den Geschichten der Autorinnen gemeint. 

Nachdem ich diesen Irrtum überwunden hatte, mochte ich das Buch ganz gern. Jede Autorin wird kurz vorgestellt. Wo sie herkommt, wie sie aufgewachsen ist und damit auch, was sie zum Schreiben ihrer Geschichten inspiriert hat.

Die Kurzbiografien einiger Autorinnen fand ich sehr interessant, andere weniger. Meist gehörten diejenigen zur letzten Kategorie, wo ich noch nie von den Büchern gehört hatte. 

Fazit:
Lesenswert, wenn man sich durch den Titel angesprochen fühlt.


Titel: Ich bin mal eben wieder tot - Wie ich lernte mit der Angst zu leben 
Autor: Nicholas Müller 
Seiten: 272 Seiten 
Verlag: Knaur 
Genre: Biografie, Angststörung




Inhalt:
"Zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Angsterkrankung und Panikattacken. Nicholas Müller, der ehemalige Sänger von Jupiter Jones („Still“), erzählt über seine Umwege aus der Krankheit.Der Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck steigt, der Atem wird schneller, kalter Schweiß bricht aus. Ein Herzinfarkt? Ein Schlaganfall? Ein Tumor?
Nicholas Müller kann die Symptome nicht deuten, als sie zum ersten Mal auftreten. Nach vielen medizinischen Untersuchungen erst die Diagnose: generalisierte Angststörung mit starken Panikattacken, Hypochondrie und depressiven Episoden. Zehn Jahre lebt er mit starken Ängsten und Panikattacken, bis gar nichts mehr geht. Sein Song „Still“ ist zu diesem Zeitpunkt das meistgespielte Lied im Radio, da begibt er sich endlich in Therapie und zieht sich aus allem raus. In seinem Buch erzählt Nicholas Müller offen und mit kraftvoller Sprache über seine Angst. Der Sänger macht all den Menschen Mut, die ebenfalls an einer Angststörung leiden."
(Quelle: Amazon)

Meine Meinung:
Ich weiß nicht mehr, wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin. Vielleicht durch das Radio, schließlich war der Autor Sänger bei Jupiter Jones und deren bekanntestes Lied „Still“ wurde im Radio rauf und runter gespielt.

In diesem Buch erzählt Nicholas Müller unter anderem, worum es in Still wirklich geht und warum er in seinem jungen Leben schon sicherlich tausend Mal (beinahe) gestorben ist. Das was er erzählt, was er erlebt hat, war nicht immer einfach zu lesen. Es hat mich nicht nur einmal getriggert und ich habe mehr als einmal weinen müssen. Sehr offen und ehrlich wird über die Angst erzählt und wie scheiße dieses Gefühl ist.

Das Buch ist nicht immer leicht zu verarbeiten und leider auch nicht immer leicht zu lesen. Damit meine ich den Schreibstil, der zwar bisweilen fast poetisch ist (ich liebe auch die Songtexte von Jupiter Jones) aber manchmal auch sehr umständlich. Die Wortwahl war nicht immer meins und manchmal wusste ich auch gar nicht wirklich, was Nicholas Müller gerade ausdrücken möchte.

Fazit:
Schonungslos. Ehrlich. Nicht immer leicht zu lesen, sowohl emotional als auch den Schreibstil betreffend. Aber auch Mutmachend und so wichtig.