Dienstag, 31. Dezember 2019

Abgebrochen & Angelesen #9

Hallo zusammen,

zum Jahresabschluss gibt es noch einmal meine nicht beendeten Bücher der letzten Zeit. Wie immer handelt es sich um mein persönliches Empfinden. Für jedes Buch gibt es den passenden Leser oder die passende Leserin. 

Das Haus der schönen Dinge - Heidi Rehn
"Der neue große Roman von Erfolgs-Autorin Heidi Rehn über Aufstieg und Fall einer jüdischen Münchner Warenhaus-Dynastie über 100 Jahre - opulent, dramatisch, emotional!
Als der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl 1897 zum Königlich-Bayerischen Hoflieferanten ernannt wird, glaubt er sich und seine Familie als gleichwertige Mitglieder der Münchner Gesellschaft anerkannt. Zwar begegnet seine Frau Thea Jacobs Enthusiasmus mit einer gewissen Skepsis, doch der Erfolg des Kaufhauses belehrt sie eines Besseren.
Tochter Lily übernimmt das Kaufhaus am Münchner Rindermarkt in den goldenen 20ern und wähnt sich am Ziel aller Wünsche. Eine glückliche Zukunft scheint auf die Familie zu warten, doch als die Nazis die Macht ergreifen, müssen die Hirschvogls erleben, wie sich Bayern und München, das für sie stets Heimat war, plötzlich gegen sie wendet …"
(Quelle: Verlagsseite)

Abgebrochen auf S. 153/653
Mit dieser Geschichte habe ich es wirklich versucht, aber es sollte wohl einfach nicht sein. Angefangen habe ich im Juni mit dem Buch. Allerdings bin ich kurz darauf umgezogen und hatte daher nicht den Kopf für diese Geschichte und habe sie auf später verschoben. Das ist an sich schon besonders, weil ich Bücher in der Regel nicht unterbreche. Im Juni hatte ich ungefähr 70 Seiten gelesen, die sich leider sehr gezogen haben. Deshalb hat es noch eine ganze Weile gedauert, bis ich das Buch wieder zur Hand genommen habe. Ich hatte eben immer diesen zähen Anfang im Hinterkopf und das ist auch der Grund, warum ich Bücher nicht unterbreche. Wenn mir ein Buch beim ersten Mal nicht gefällt, rühre ich es nur schwer wieder an, weil ich ja schon die negativen Gefühle im Hinterkopf habe. 

Jedenfalls bin ich dann aufs Hörbuch umgestiegen, weil ich dachte, die Geschichte dann nebenbei beim Haushalt entdecken zu können. Leider war das Hörbuch nicht so gut gelesen, dass es die weiterhin langatmige Geschichte wettmachen konnte, sodass mir der Medienwechsel auch nicht wirklich geholfen hat. 

Alles in allem interessierte und interessiert mich weiterhin die Geschichte einzelner Charaktere, aber die Handlung selbst war für mich viel zu langsam voranschreitend. Würde es Wikipediaartikel über die Charaktere geben, ich würde sie mir mit Interesse durchlesen. Aber für das Buch fehlt mir leider die Motivation.


Der Todesmeister - Thomas Elbel 
"Er fängt sie. Er filmt sie. Er foltert sie. Er ist der Meister des Todes.
An der Oberbaumbrücke wird die Leiche eines jungen Mädchens angespült. Der Körper weist grausame Folter- und Missbrauchsspuren auf. Es handelt sich um die Nichte des Berliner Justizsenators, und sie scheint nicht das einzige Opfer zu sein: Im Internet tauchen Videos auf, in denen junge Frauen auf perverse Weise zu Tode gequält werden. Viktor von Puppe, frisch aus dem Innenministerium zum Berliner LKA gewechselt, und seine Kollegen stehen unter Druck, doch in höheren Kreisen scheint nicht jeder an einer Aufklärung interessiert zu sein …"
(Quelle: Verlagsseite)

Abgebrochen auf S. 184/512
Falls ihr das Buch noch lesen möchtet, überlegt euch, ob ihr weiterlest. Ich werde das Ende nicht spoilern, aber ich werde Dinge erzählen, die auf den ersten 184 Seiten passieren!
 Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, durch wen ich auf dieses Buch gestoßen bin, aber es wird eine Bloggerin oder ein/e Booktuber/in gewesen sein. Thriller lese ich immer gern, aber diesen leider nicht und das kristallisierte sich bereits früh heraus. 

Ich konnte mit den Charakteren leider gar nichts anfangen. Da ist zunächst Viktor (von) Puppe, der erstens auf einer eigenen Mission ist und zweitens einen Verwandten hat, den er vielleicht lieber nicht gehabt hätte. Er gibt der Reihe seinen Namen und eigentlich fand ich seinen Werdegang spannend, weil er vom Innenministerium zum LKA gewechselt ist. Man kann ihn nicht unbedingt notgeil nennen, aber seine Kollegin findet er ziemlich attraktiv und mit der Gerichtsmedizinerin landet er gleich im Bett. Mehrmals. Kann man machen, interessiert mich aber nicht so. 

Seine neuen Kollegen sind ein Mann und eine Frau. Kenji Tokugawa hat, wer hätte das gedacht, asiatische Wurzeln und würde sein Verwandtschaftsverhältnis zu einer gewissen Person vermutlich genauso gern vergessen wie Viktor. Er redet einfach frei Schnauze und das ging mir ziemlich auf den Keks, weil es für mich so gewollt locker vom Hocker war. Vielleicht ist das typisch für Berlin, keine Ahnung, aber für mich war es anstrengend. Die Kollegin heißt Begüm Duran, sie hat türkische Wurzeln, eine Tochter, die der Vater in die Türkei entführen wollte und mehr habe ich auf den 184 Seiten nicht herausgefunden. 

"Kenji Tokugawa. Kannst mich Ken nennen. Und die Frau mit der einladenden Auslage..." 
"...tritt dir gleich voll in die Eier", schnitt ihm die Schönheit das Wort ab. (S. 40)

Ich hätte mich vielleicht an die Charaktere oder zumindest den saloppen Sprachstil gewöhnen können, wenn die Geschichte einigermaßen spannend gewesen wäre. Leider konnte mich die Handlung gar nicht fesseln und auch der Schreibstil hat nichts mehr gerettet. 
Ich lese bei abgebrochenen Büchern oft noch das Ende. Man kann ja nie wissen, ob das Ende so überraschend ist, dass man den Weg dorthin doch noch nachvollziehen möchte. Hier wäre es fast soweit gewesen, aber nur fast. Den Täter hatte ich nach 184 Seiten auf jeden Fall gar nicht auf dem Schirm. Vielleicht wäre das im Verlauf noch gekommen, vielleicht aber auch nicht...

Kommentare:

  1. Hey Julia,
    oh, das kenne ich. Charaktere, die gewollt "locker vom Hocker" reden, nerven mich auch. Das hätte ich wohl auch abgebrochen - spätestens wohl bei der "einladenden Auslage"! Ernsthaft?!

    Ich unterbreche Bücher auch nicht so gerne. Entweder ich lese es dann zeitnah zu Ende - oder eben nicht.

    Liebe Grüße Melli

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    1. Hallo Melli,

      die einladende Auslage war tatsächlich noch das "normalste", was die Charaktere so von sich gegeben haben. Nicht das ich so eine Aussage gut finde, aber es war zumindest einigermaßen realistisch. Auf der anderen Seite fand ich bisher auch den "Ey ich schwör, wallah" Quatsch übertrieben, bis ich vor ein paar Monaten Jugendliche im Park gehört habe, die tatsächlich so reden. Was das angeht, bin ich wohl manchmal zu naiv.

      Liebe Grüße
      Julia

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