Mittwoch, 11. September 2019

Rezension ~ Krähenmädchen - Erik Axl Sund

Titel: Krähenmädchen 
Originaltitel: Kråkflickan 
Reihe: Victoria Bergman #1 
Autor(en): Erik Axl Sund 
Seiten: 480 Seiten 
Verlag: Goldmann 
Genre: Thriller, Schweden

 
Inhalt:
In Stockholm wird ein Junge ermordet aufgefunden. Vor und nach seinem Tod ist grausames mit ihm passiert. Jeanette Kihlberg ist die leitende Ermittlerin, doch die Lösung des Falls ist schwierig. Es gibt kaum neue Erkenntnisse und wenn, dann interessieren die sowieso niemanden, schließlich scheint der Junge nur ein drogensüchtiges Straßenkind gewesen zu sein. Teil der Ermittlung wird schließlich Sofia Zetterlund, deren Spezialgebiet unter anderem Kindersoldaten sind.

Meine Meinung:
Unter Thrillerlesern ist die Reihe um Victoria Bergman sehr bekannt. Viele lieben sie, andere finde sie vollkommen überbewertet. Ich tue mich mit solchen Büchern besonders schwer, weil ich Thriller einerseits sehr liebe und man da bei mir selten was falsch machen kann. Andererseits sind die Bücher, die viele Leser so sehr begeistern und bei denen es kaum mittlere Bewertungen gibt, oft Opfer meiner hohen Erwartungen. Krähenmädchen zog durch meine zwiespältigen Gefühle erst spät ein und lag daher auch lange auf dem SuB. In einem Anfall von Jetzt oder Nie habe ich aber endlich zum Buch gegriffen.

Ich habe versucht, trotz meiner eher negativen Einstellung offen an das Buch zu gehen. Leider wurde mir das Vorhaben sehr erschwert, weil mir der Schreibstil oft nicht gefiel. Die Geschichte wird aus einigen Perspektiven erzählt, weshalb der Schreibstil ein bisschen variiert, je nachdem ob man eine psychisch kranke Frau oder eine mit ihrem Leben unzufriedene Polizistin begleitet. Oftmals waren die Sätze sehr abgehakt und es las sich eher wie eine Aneinanderreihung von Sätzen, die zu keinem Lesefluss führten. Aufgrund der Perspektivwechseln und kurzen Kapitel kam ich zwar dennoch relativ gut/schnell durch das Buch, aber mir fehlte trotzdem der Lesefluss.

Die Protagonisten waren mir nicht sympathisch. Probleme in der Ehe, Probleme mit dem Partner, Probleme im Beruf, Probleme mit sich selbst. Die Grundstimmung war ziemlich negativ, da viele unzufrieden mit sich und ihrem Leben waren. Einerseits ist das vermutlich ein realistisches Bild der Gesellschaft, andererseits lese ich (auch) zur Entspannung und möchte dann nicht so viel Litanei über den tristen Alltag der Protagonisten lesen.

Die Trilogie erhält ihre Namen durch die Person Victoria Bergman, aus deren Perspektive einige Kapitel erzählt werden. Zu ihr möchte ich nichts weiter sagen, weil jedes Wort eines zu viel sein könnte. Leider wusste ich bereits sehr früh welches Geheimnis sie umgibt und als sich das dann als Wahrheit herausstellte, war ich doch sehr enttäuscht. Da hätte ich wesentlich mehr erwartet.

Es gibt Thriller, die sind eher auf psychologischer Ebene spannend und es gibt Thriller, die eher von der Grausamkeit der Verbrechen leben. Hier ist es eindeutig letzteres. Die Morde sind sehr brutal, da mit den Kindern schreckliches passiert. Schlimmer noch, waren aber für mich die Schilderungen aus Sofias Zeit in Sierra Leone. Sie hat dort mit Kindersoldaten gearbeitet und sehr sehr schlimme Dinge erlebt, die durchaus detailliert beschrieben werden. Das Buch ist daher nichts für schwache Nerven.

Fazit:
Dieser Reihenauftakt war für mich eine große Enttäuschung. Der Schreibstil war anstrengend, die Protagonisten nicht sonderlich sympathisch und das schlimmste: Es war absolut vorhersehbar. Schade.

Reihe fortsetzen?
Klares nein.

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