Dienstag, 10. September 2019

Filmkritik ~ The Circle

Titel: The Circle 
Originaltitel: The Circle 
Regie: James Ponsoldt 
Hauptdarsteller: Emma Watson (Mae), Tom Hanks (Eamon) 
Jahr: 2017 
Spieldauer: 110 Minuten  
Altersfreigabe: FSK 12

Inhalt:
"Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job in der angesagtesten Firma der Welt ergattert: beim „Circle“, einem Internetkonzern, der alle Kunden mit einer einzigen Online-Identität ausstattet, über die alles abgewickelt werden kann. Mae stürzt sich voller Begeisterung in die schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und Nobelrestaurants, Gratis-Konzerten und coolen Partys. Während sie innerhalb der Firma immer weiter aufsteigt, wird sie vom charismatischen Firmengründer Eamon Bailey ermutigt, an einem für den „Circle“ bahnbrechenden Experiment teilzunehmen. Die Teilnahme an dem Experiment und ihre Entscheidungen zugunsten des „Circles“ beeinflussen zunehmend das Leben und die Zukunft ihrer Freunde und Familie. Und dann ist da auch noch ihr mysteriöser Kollege..." 
(Quelle: Amazon)

Meine Meinung:
Ich habe sehr lange geschwankt ob ich das Buch lesen möchte oder nicht, aber so hundertprozentig gereizt hat es mich nie. Zufällig habe ich den Film in einer Mediathek entdeckt und mich spontan dazu entschieden, dass ich das Buch nicht lesen werde und nur den Film anschaue.

Ich bin vom Film positiv überrascht, so viel vorweg. Das Thema bzw. die Umsetzung ist so wichtig wie erschreckend. Teilweise hatte ich ein sehr ungutes Gefühl und man hinterfragt schon sein Social Media Nutzungsverhalten. Aber ehrlich gesagt, falle ich – und vermutlich die meisten anderen auch – sehr schnell wieder in alte Muster zurück. Nämlich spätestens nach dem Abspann. Nichtsdestotrotz war es für mich spannend zu sehen, was man mit gesammelten Daten so alles anstellen kann. Ich bin Soziologin und habe im Studium mit einigen Datensätzen gearbeitet und auch selbst Daten erhoben. Natürlich alles anonymisiert, keine Panik, aber es sind zum Teil sehr sensible Informationen über real existierende Personen.

Emma Watson in der Hauptrolle hat mir gut gefallen. Es gab wohl Kritik an ihrer Person, weil diese Rolle so gar nicht zu ihr passt. Sie ist Feministin, setzt sich aktiv für/gegen verschiedene Dinge ein und spielt dann eine naive Mitläuferin, die überhaupt nicht über das nachdenkt, was sie da anrichtet. Für mich sind das aber zwei paar Schuh, denn nicht Emma Watson selbst handelt so unreflektiert, sondern die Rolle, die sie verkörpert. Man würde einem Schauspieler der einen NS-Soldaten darstellt ja auch nicht vorwerfen ein Nazi zu sein. Es mag sein, dass sie starke weibliche Charaktere besser spielen kann (ich kenne sie nur aus Harry Potter und The Bling Ring), aber ich kann nicht behaupten, dass ich ihr die Rolle nicht abgenommen habe, weil sie selbst charakterlich ganz anders ist.

Der Film hat mich also positiv überrascht, abgesehen vom Ende. Denn das ist einfach nur Schrott. Meiner Meinung nach. Ich habe mich ein bisschen eingelesen, weil es wohl Unterschiede zwischen Film und Buch gibt. Wie gesagt, ich kenne das Buch nicht und beurteile daher nur den Film. Dessen Ende ist vollkommen unverständlich. Ein… interessanter männlicher Charakter (dessen Rolle im Buch wohl wesentlich wichtiger ist), taucht plötzlich nicht mehr auf, obwohl er Mae bei einer wichtigen Sache hilft und Mae etwas tut, was er vollkommen anders beabsichtigt hat. Mae selbst… ich habe einfach nicht verstanden, warum sie am Ende tut was sie tut. Sie lernt absolut gar nichts aus Ereignissen, die passieren und hat plötzlich Ansichten, die für mich wie aus dem Nichts kamen. 

Fazit:
Der Film hat mich größtenteils gut unterhalten, aber weil das Ende leider ziemlich schlecht war, bleibt für mich nur eine mittlere Wertung. 


Kommentare:

  1. Hey =)

    Ich kann mich noch daran erinnern asl das Buch über die Blogs zog und richtig gehyped wurde. Damals war ich schon skeptisch und nicht sicher, ob ich das Buch lesen möchte.
    Am Wochenende kam ja der Film im TV und ich ärgere mich, dass ich ihn verpasst habe. Ich möchte ihn auf jeden Fall schauen.
    Die Kritik an Emma Watson finde ich ganz furchtbar und nicht gerechtfertigt. Letztlich hat doch der Film auch eine Aussage bzw. Wirkung auf die Zuschauer. Solange dies stimmt, sehe ich überhaupt kein Problem.

    LG
    Anja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Anja,

      ich habe damals auch sehr gezögert, weil ich das Gefühl hatte, es könnte nicht so mein Thema sein. Außerdem bin ich bei Hypebüchern immer vorsichtig. Das ging zu oft schief.

      Was Emma Watson angeht, bin ich absolut deiner Meinung.

      Liebe Grüße
      Julia

      Löschen

Bitte beachtet, dass durch das Hinterlassen eines Kommentars möglicherweise Daten (z. B. IP-Adresse) gespeichert werden. Mit dem Absenden eures Kommentars erklärt ihr euch mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. Informationen zum Datenschutz findet ihr unter folgendem Link: Datenschutz.