Sonntag, 18. August 2019

Reihenvorstellung ~ Pulaski & Meyers - Andreas Gruber




Titel: Rachesommer | Racheherbst | Rachewinter 
Autor: Andreas Gruber 
Reihe: Pulaski & Meyers #1, #2, #3 
Seiten: 431 | 507 | 588 
Verlag: Goldmann 
Genre: Thriller, Österreich/Deutschland



Inhalt Rachesommer:
In Österreich kommen mehrere Männer unter mysteriösen Umständen ums Leben. Jedes Mal sieht es nach einem tragischen Unfall aus. Gleichzeitig werden in Deutschland mehrere Jugendliche tot aufgefunden, die sich in psychiatrischen Einrichtungen befanden. Alles deutet auf Suizid. Sowohl die Unfälle, als auch die Selbstmorde, führen nicht zu weitreichenden Ermittlungen seitens der Polizei. Nur die Wiener Anwältin Evelyn Meyers und der Leipziger Polizist Walter Pulaski glauben nicht an Zufälle und ermitteln auf eigene Faust. In Norddeutschland kreuzen sich schließlich ihre Wege…

Inhalt Racheherbst:
An einem Fluss wird die Leiche einer jungen Frau angespült. Vermutlich eine Prostituierte, vielleicht auch Drogensüchtig. Da muss nicht viel ermittelt werden. Pulaski lässt die Tote aber keine Ruhe und so ermittelt er - gemeinsam mit ihrer Mutter - auf eigene Faust. Das ungewöhnliche Duo landet bei den Ermittlungen erst in Prag und später in Wien, wo Evelyn Meyers sich inzwischen selbstständig gemacht hat. 

Inhalt Rachewinter:
In Leipzig kommt ein Mann unter seltsamen Umständen ums Leben. In einem Motelzimmer - vermutlich um der Ehefrau fremd zu gehen - ist der Mann im Badezimmer unglücklich ausgerutscht, mit dem Kopf aufs Waschbecken aufgeschlagen und hat sich dabei die Schere, mit der er sich die Nasen-/Ohrenhaare schneiden wollte, ins Ohr gerammt. Seltsam, aber denkbar. Doch wieso sind die Totenflecken ungewöhnlich bleich und wie kommen die wenigen Blutspuren in die Unterhose des Toten? Pulaski glaubt nicht an einen Unfall. Gleichzeitig soll Evelyn Meyers einen Mann verteidigen, der sich gerade in der Transformation zur Frau befindet und - vielleicht - zu Unrecht eines brutalen Mordes verdächtigt wird.

Meine Meinung:
Ich bin großer Fan der Sneijder & Nemez Reihe, weshalb ich auch alle anderen Bücher des Autors lesen möchte. Band zwei lag schon ewig auf meinem SuB und endlich habe ich es geschafft die komplette Reihe zu lesen.

Grubers Schreibstil ist so angenehm, dass man als Leser sofort in die Geschichte findet. Man fliegt nur so durch die Seiten und merkt gar nicht, wie oft man schon umgeblättert hat. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und man wechselt zwischen verschiedenen Schauplätzen, sodass der Lesefluss zusätzlich erhöht wird.

Mit Pulaski habe ich mich anfangs etwas schwergetan, was aber an mir lag. Neben Gruber ist Jeffery Deaver einer meiner Lieblingsautoren, in dessen Thrillern ebenfalls ein Pulaski auftaucht. Deavers Pulaski ist allerdings ziemlich jung und wird immer „Grünschnabel“ genannt, weshalb es mich anfangs irritierte, dass Grubers Pulaski schon über 50 Jahre alt ist. Im Verlauf des ersten Bandes wurden mir aber sowohl Evelyn als auch Pulaski sympathisch. Wer die Reihe um Sneijder und Nemez kennt, weiß um die ganz besondere Beziehung zwischen den beiden Protagonisten. Sneijder ist einfach ein Original. Bei Pulaski und Evelyn fehlte mir die Spritzigkeit ein bisschen.

Band zwei spielt drei Jahre nach dem ersten Band, weshalb die Figuren eine (berufliche) Entwicklung durchgemacht haben. Das gefällt mir zwar gut, dennoch fehlt mir bei Pulaski und Evelyn nach wie vor das Besondere, obwohl sie grundsätzlich sympathisch sind.

Der erste Fall war spannend, zum Ende aber etwas vorhersehbar. Ähnlich verhält es sich auch mit dem zweiten Band. Die Handlung ist ganz spannend, aber am Ende geht es Schlag auf Schlag. Zwischendrin gab es eine Entwicklung, die mir persönlich nicht gefallen hat. Das ist aber eher eine Kleinigkeit und wirkt sich nicht auf meine Bewertung aus.

Aufgrund der oben genannten Entwicklung im zweiten Band, wird im dritten Band eine neue Person eingeführt. Die Person war mir sympathisch, aber auch sie lernt man nicht gut genug kennen, um sie wirklich zu mögen.

Thematisch spielt im dritten Band Transsexualität/Transidentität eine Rolle. Das finde ich interessant, aber in einem Thriller kann das Thema verständlicherweise/leider nicht so ausführlich behandelt werden wie in einem Roman.

Mit fast 600 Seiten ist der dritte Band der umfangreichste, was mich ehrlich gesagt ein bisschen abgeschreckt hat. Die ersten beiden Teile gefielen mir ja, aber 600 Seiten schienen mir für diese Reihe doch zu viel. Glücklicherweise war Rachewinter aber für mich der beste Teil. Das Tempo war insgesamt ein bisschen höher, die Geschichte um die Toten und den Mörder gefiel mir auch besser und ich habe mich wahrscheinlich einfach daran gewöhnt, dass ich von Evelyn und Pulaski nicht so viel erwarten kann, wie von ihren Kollegen.

Fazit:
Als Fan des Autors habe ich die Reihe zwar ganz gern gelesen, aber sie kommt leider absolut nicht an die Sneijder & Nemez Reihe ran. Man muss sich bewusst machen, dass Pulaski und Evelyn eher typische Thrillercharaktere sind (obwohl Pulaski als Asthmatiker schon aus dem Rahmen fällt) und man keinen ähnlich speziellen Typen wie Sneijder begleitet. Insgesamt sind es solide Thriller, aber wenn ich mit dieser Reihe begonnen hätte, hätte ich den Wirbel um Gruber wahrscheinlich nicht verstanden.

Kommentare:

  1. Hey Julia,

    "Rachewinter" spielt in Leipzig? Okay, jetzt muss ich mir ganz dringend diesen Teil besorgen - 600 Seiten hin oder her :D Zumal Transidentität in meinen Augen total wichtig ist - egal in welchem Genre.
    Mal sehen, ob ich das in der Onleihe finde.
    Auf jeden Fall eine interessante Rezension von Dir. Ich mag die andere Reihe von ihm auch gerne. Aber auch seine Kurzgeschichten haben mir ganz gut gefallen, wenn ich mich richtig erinnere, kamen sie aus den Genren Horror und Science Fiction.
    Liebe Grüße Melli

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    1. Wenn du die Reihe komplett lesen möchtest, solltest du die anderen beiden Teile allerdings vorher lesen. In Rachewinter wird nämlich in einem Satz richtig gespoilert :D
      Und was Leipzig angeht... es wird halt erwähnt, dass es in Leipzig spielt usw. aber es könnte auch überall sonst spielen.

      Kurzgeschichten reizen mich ja eh nicht, aber wenn das Genre gepasst hätte, hätte ich sicher mal reingelesen. Aber Horror und Sci-Fi interessiert mich auch nicht so, daher konzentriere ich mich eher auf Grubers Bücher.

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    2. Zum Glück habe ich "Rachesommer" und "Racheherbst" tatsächlich schon gelesen :D
      Na mal sehen, ob ich Leipzig in dem Buch wiedererkenne ;)

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    3. Hach, ja dann... Dann weißt du ja, wieviel Leipzig in den Büchern vorkommt. Oder auch nicht.

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