Mittwoch, 12. Juni 2019

Filmkritik ~ Der Vorleser

Titel: Der Vorleser 
Originaltitel: The Reader 
Regie: Stephen Daldry 
Hauptdarsteller: Kate Winslet (Hanna), David Kross (Michael jung), Ralph Fiennes (Michael alt) 
Jahr: 2008 
Spieldauer: 124 Minuten 
Altersfreigabe: FSK 12

Inhalt:
Sie ist rätselhaft und viel älter als er ... und sie wird seine erste Leidenschaft. Aber eines Tages ist Hanna spurlos verschwunden. Erst Jahre später trifft Michael sie wieder - als Angeklagte im Gerichtssaal. Hier erfährt er von ihrem persönlichen Schicksal und von ihrer grausamen Vergangenheit. Am Ende wird er sie durch seine nie verloren gegangene Zuneigung erlösen. (Quelle: DVD Rückseite)

Meine Meinung:
Das Buch war bei mir Schullektüre. Es ist also eine sehr lange Zeit her, seit ich es gelesen habe. Viel ist nicht hängen geblieben, außer der groben Thematik. Das Buch ist in drei Teile unterteilt, wobei ich den ersten und dritten Teil mochte, den zweiten allerdings sehr langatmig und zäh fand. Dieses Empfinden hat sich auch im Film ergeben. Der Anfang war okay, das Ende war okay, aber der Mittelteil zog sich für meinen Geschmack sehr in die Länge. Ich bin aber generell kein Fan von langen Filmen und mit zwei Stunden Laufzeit, ist der Vorleser für mich schon lang.

Die Schauspieler rufen bei mir gemischte Gefühle hervor. Kate Winslet kannte ich bisher aus keinem Film (jedenfalls nicht das ich wüsste). Ich habe ihr die Rolle abgenommen, aber ich kann nicht behaupten, dass ich nach diesem Film ein Fan von ihr bin und mich quer durch ihre Filmografie sehen müsste.

David Kross hingegen kenne ich aus einigen anderen Filmen und mag ihn sehr. Als junger Michael hat er mich absolut überzeugt. Den erwachsenen Michael spielt Ralph Fiennes. Er passte für mich als alte Version von David Kross, den man wohl nur schwer 30 Jahre und mehr altern lassen konnte, aber dennoch tue ich mich schwer damit, eine Rolle mit mehreren Personen besetzt zu sehen.

Ab hier: Spoilergefahr, da ich über die Themen des Films schreibe

Die Handlung ist an manchen Stellen sehr eindrücklich und schrecklich. Aber wenn ich so darüber nachdenke, was in den 120 Minuten passiert, scheint mir das gar nicht mal so viel. Ich habe kurz überflogen welche Kritikpunkte es an dem Film gab. Hängen geblieben bin ich an der Aussage eines jüdischen Journalisten, nachdem der Film die Ansicht verbreitet, es sei beschämender Analphabetin zu sein, als Aufseherin in einem Konzentrationslager. Tatsächlich kann ich diesen Kritikpunkt sehr gut nachvollziehen und finde, dass der Fokus falsch gesetzt ist. Allerdings kann ich mich nicht mehr daran erinnern, ob das bereits im Buch so war. Möglicherweise muss diese Kritik eher an den Autor, als an die Filmemacher gerichtet werden.

Fazit:
Der Film hat mich einigermaßen unterhalten, wenn auch nicht über die vollen 120 Minuten. Kann man sich ansehen, wenn man das Buch kennt oder Buchverfilmungen mag. Ich möchte ihn allerdings kein zweites Mal sehen. 

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