Montag, 6. Mai 2019

Rezension ~ Du + Ich = Liebe - Heike Wanner

Titel: Du + Ich = Liebe 
Autorin: Heike Wanner 
Seiten: 364 Seiten 
Verlag: Edel Elements 
Genre: Jugendbuch





Kurzbeschreibung:
„Nika ist siebzehn, temperamentvoll und hat immer einen Plan – bis sie den querschnittgelähmten Ben trifft. Der findet nach seinem schweren Unfall gerade erst zurück in den Alltag und will eigentlich nur seine Ruhe haben. Durch Zufall landet Nika mitten in Bens Leben – und mischt es kräftig auf. Plötzlich ist alles anders: Aus einem ersten Kuss wird die große Liebe und der Traum von einer gemeinsamen Zukunft. Doch dann stellt sich ihnen das Schicksal in den Weg ...“ (Quelle: Buchrückseite)

Meine Meinung:
Ich lese sehr gern Bücher mit besonderen Charakteren, um ihre Lebenswelt besser zu verstehen. Dieses Buch beschreibt offen, aber respektvoll, mit welchen Problemen man als querschnittgelähmter Mensch zu tun haben kann.


“Wie machst du Pipi?“, will er [David, Nikas kleiner Bruder] nämlich wissen. “Da ist kein Loch in deinem Stuhl.“ (ca. S. 64)


Anfangs mochte ich Nika nicht, weil sie auf mich sehr arrogant wirkte. Vielleicht kennt ihr aus sozialen Netzwerken die Lisa Sprüche, über Personen, die ein Jahr im Ausland (meist Australien) waren. Daran musste ich bei Nika sofort denken. Es fängt gleich mit einer Schwärmerei von Chicago an und geht mit einer Sehnsucht nach einem Caramel macciato extra strong weiter. Glücklicherweise hat sich meine Abneigung schnell gelegt, weil Nika zugänglicher geworden ist, je mehr ich sie kennengelernt habe. 

Mit Ben hatte ich keine Probleme. Ich war immer sehr neugierig auf seine Perspektive, weil man viel über sein neues Leben lernt. Besonders gefallen hat mir, dass er – obwohl er in vielen Bereichen ein anderes Leben führt als seine Mitschüler – ein ganz normaler Teenager ist. Er wird erwachsen, macht den Führerschein, möchte seine Angelegenheiten allein regeln, sich mit Nika treffen und das alles, ohne von seiner Mutter begleitet zu werden. Diese kann sich damit nur schwer abfinden. Durch seinen Unfall wird ihre Besorgnis sicher verstärkt, aber dennoch können viele Jugendliche diese Konflikte zwischen Eltern und Kindern gut nachvollziehen. 


Ben: „Wir müssen zusammen eine Facharbeit für Physik erstellen. Sie [Nika] will wissen, wann ich Zeit habe.“
Seine Mutter: "Freitag wäre gut, da haben wir nichts vor.“  (ca. S. 28)

Überhaupt finde ich den Umgang mit Bens Querschnittlähmung gelungen. Es gibt Personen, die ihn bemitleiden und nicht wissen wie sie mit ihm umgehen sollen. Es gibt seine Mutter, die ihn in Watte packen möchte und überfürsorglich ist. Und es gibt Nika. Im Nachhinein betrachtet, verhält sich Nika vielleicht in einigen Dingen zu perfekt. Aber das hat mich gar nicht so sehr gestört. Sie fragt nach, lässt sich Dinge erklären, aber vor allem ist sie locker. Das hat mir sehr gefallen. Obwohl Nika und Ben beide recht offen damit umgehen, wie Intimität zwischen ihnen stattfinden kann, merkt mach doch, dass es für sie beide neu ist. Sie können nicht alles direkt aussprechen, sondern da wird auch mal mit vielen ähs und mhs das was man gerade eigentlich sagen möchte umrissen. 

Neben Bens Unfall nimmt auch Nikas Familiengeschichte Raum ein. Es geht um Trauer, um Depressionen. Um eine Familie, die ihr Leben nach einem Schicksalsschlag völlig neu ordnen muss. Es gibt einen großen Wendepunkt in der Geschichte, den ich leider schon sehr früh erahnt habe. Das war zwar ein bisschen Schade, aber weil ich mich bei und mit Nika und Ben und allen Nebencharakteren so wohl gefühlt habe, stört mich das nicht so sehr. 

Fazit:
Eine klare Leseempfehlung für dieses Jugendbuch. Hier werden wichtige Themen aufgearbeitet, ehrlich und ungeschönt, aber respektvoll. 


Kommentare:

  1. Hallo Julia,

    ich freue mich so sehr, dass dir das Buch gefallen hat!

    Ja, dieser Wendepunkt bzw. dieser extreme 'Zufall', der hat mich etwas gestört. Das hätte es für mich gar nicht gebraucht, damit die gesamte Geschichte gut funktioniert. Ich habe es wie du sehr gern gelesen. :)

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      ich bin mir nicht sicher ob ich so ganz ohne Wendung ausgekommen wäre. Das wäre mir vielleicht zu langweilig gewesen. Keine Ahnung. Aber vorhersehbar war es halt schon.

      Liebe Grüße
      Julia

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  2. Hallo liebe Julia,
    ach, ich freue mich gerade, dieses Buch bei dir auf dem Blog zu sehen. Ich habe die Geschichte auch vor einer Weile gelesen und ich fand sie einfach so schön. Mir hat auch sehr gut gefallen zu sehen, wie Ben mit seinem Handicap umzugehen weiß.

    Eine sehr schöne Rezension <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Hallo Tanja,

      Bens Einstellung war wirklich sehr überzeugend.
      Danke dir :)

      Liebe Grüße
      Julia

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