Dienstag, 28. Mai 2019

Filmkritik ~ Der Junge im gestreiften Pyjama

Titel: Der Junge im gestreiften Pyjama 
Originaltitel: The Boy in the Striped Pyjamas 
Regie: Mark Herman 
Hauptdarsteller: Asa Butterfield (Bruno), Jack Scanlon (Shmuel) 
Jahr: 2008 
Spieldauer: 94 Minuten 
Altersfreigabe: FSK 12

Inhalt:
"Bruno ist der achtjährige Sohn eines Offiziers im Dritten Reich. Als der Vater als Aufseher eines Vernichtungslagers aufs Land versetzt wird, muss ihm die gesamte Familie folgen. Bruno fühlt sich einsam und allein gelassen. Auf seinen verbotenen Streifzügen durch die Wälder, gelangt er an den Zaun des Arbeitslagers. Dort lernt er den gleichaltrigen Shmuel kennen und zwischen den ungleichen Jungen entsteht eine enge, aber auch gefährliche Freundschaft." (Quelle: DVD Rückseite)

Meine Meinung:
Das Buch habe ich 2015 gelesen und es am Ende des Jahres als größte Enttäuschung eingestuft. Es hat mich überhaupt nicht berührt, aber weil ich Buchverfilmungen mag und viele von dem Film schwärmen, habe ich ihn mir angesehen.

Normalerweise lese und sehe ich nicht gern traurige Geschichten. Daher habe ich mir den Film nach einem positiven Erlebnis eingelegt, damit er mich nicht runterzieht. Das wäre nicht nötig gewesen, da der Film nur unwesentlich emotionaler ist als das Buch.

Bruno mochte ich im Film ganz gern. Er hat sich wesentlich altersgemäßer verhalten als im Buch und war mir daher ein wenig sympathischer. Shmuel hat mir sehr gut gefallen.

Ich hatte das Gefühl, dass die Handlung im Film ein wenig vom Buch abweicht, aber da kann ich mich täuschen. Beispielsweise gibt es im Film eine Szene, in der Shmuel das Haus von Bruno und seiner Familie betritt, woran ich mich nicht mehr erinnern kann.

Einige Szenen haben mich schon schlucken lassen, allerdings habe ich bei der Thematik doch stärkere Gefühle erwartet. Besonders durch die Wortwahl und das Fehlen von musikalischer Untermalung wird eine Wirkung beim Zuschauer erzielt. Beispielsweise antwortet Shmuel auf die Brunos Frage, was er denn gemacht habe (also weshalb er hinter dem Zaun sitze), schlicht mit: „Ich bin Jude“. Daraufhin entsteht eine sehr lange Pause, die nur schwer auszuhalten ist. Auf die Frage nach dem Rauch und Gestank, der von den Baracken herüber weht, erhält Bruno von Shmuel die Antwort: „Da werden manchmal Abfälle verbrannt“. Diese doppeldeutige Aussage aus dem Mund des kleinen jüdischen Jungen ist sehr hart.

Das Ende hat es mir im Buch sehr angetan. Glücklicherweise haben sie es im Film so gelassen, sodass es mich auch hier überzeugen konnte. Der Effekt war im Buch ein bisschen größer, was aber natürlich daran liegt, dass ich damals nicht wusste, was auf mich zukommt.

Fazit:
Der Film ist gut anzusehen und wer das Buch mochte, wird sicher auch vom Film nicht enttäuscht werden. Mir konnte die Geschichte leider wenig geben, weder in filmischer, noch in schriftlicher Umsetzung. 

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