Dienstag, 23. April 2019

Rezension ~ Schmerzmacher - Veit Etzold

Titel: Schmerzmacher 
Autor: Veit Etzold 
Reihe: Clara Vidalis #6 
Seiten: 400 Seiten 
Verlag: Knaur 
Genre: Thriller




Reiheninformation:
„Schmerzmacher“ ist der sechste Fall für Clara Vidalis. Grundsätzlich kann man die Reihe durcheinander lesen (habe ich selbst auch gemacht), aber den sechsten Band sollte man erst nach den anderen Büchern lesen. Er spoilert sowohl auf den Vorgänger „Tränenbringer“, als auch auf den Reihenauftakt „Final Cut“.

Inhalt:
Am Tatort eines Tötungsdelikts taucht die DNS eines Mannes auf, der eigentlich tot sein sollte. Für Clara Vidalis ist das ein Schock, denn der Tote verfolgt sie in ihren Albträumen. Wie ist es möglich, dass ein eindeutiger toter Mann trotzdem mordet?

Meine Meinung:
Ich halte die inhaltliche Beschreibung absichtlich kurz und vage, da der originale Klappentext Informationen enthält, die man vielleicht nicht hätte geben müssen.

Mit Clara Vidalis bzw. ihren Fällen, hatte ich so meine Aufs und Abs. Der erste Band gefiel mir gar nicht, Band drei und vier waren großartig, Band zwei und fünf befinden sich irgendwo dazwischen. Daher war ich gespannt auf den sechsten Fall, von dem ich mir durch die Identität des Toten sehr viel erhofft habe. Wer die Reihe kennt, kennt nämlich auch den Toten.

Leider beginnt das Buch sehr schwach, sowohl in Claras Privatleben als auch im Beruf. Privat dreht es sich um Babys, Taufen und Familienglück, was ich grundsätzlich nicht schlimm finde, aber hier als zu viel empfunden habe. Beruflich wird Clara in einen Fall hineingezogen, der ziemlich schnell abgehandelt wird und überhaupt nichts mit der späteren Geschichte zu tun hat. Nicht nur diese Sache verläuft ins Leere, sondern auch ein weiterer Faden kommt für mich zu keinem Ende. Dazu kann ich aus Spoilergründen nichts sagen, aber es hat mit dem ersten Band zu tun.

Wie gewohnt werden viele Themen angesprochen, die speziell Berlin betreffen und/oder gesellschaftskritisch sind. Auch das finde ich grundsätzlich interessant, weil so der Handlungsort nicht austauschbar ist. Aber auch hier war es mir wieder zu viel. Es gibt massive Kritik am BER (zu Recht, aber ich wollte kein Sachbuch über den BER lesen), es geht um Steuerbetrug, die Stasi und und und.

So gern ich Clara und MacDeath sonst mag, diesmal hatte ich meine Probleme mit ihnen. Besonders eine Szene hat mich so irritiert, dass ich mich gefragt habe, ob MacDeaths Beruf ihn völlig emotionslos hat werden lassen.

Hoffnungen habe ich in das Ende gesetzt, aber leider wurden auch diese enttäuscht. Wenn man schon einige Thriller gelesen hat, sich in Forensik und/oder Biologie auskennt und/oder Sendungen wie Medical Detectives schaut, kann man sich schon denken, was die Auflösung des Falls ist. Es ist auf jeden Fall ein glaubwürdiges Ende, aber es ist eben auch vorhersehbar.

Einzig und allein der Schreibstil des Autors hat mir wieder gut gefallen. Trotz meiner Enttäuschung und meiner vielen Kritikpunkte, habe ich das Buch innerhalb kurzer Zeit gelesen.

Fazit:
Leider enttäuscht der sechste Band. Einige Handlungsstränge verlaufen ins Leere, die Protagonisten agieren hin und wieder unverständlich und das Ende war absolut vorhersehbar. Schade.
Reihe fortsetzen?
Auch wenn mich dieser Band enttäuscht hat, möchte ich den nächsten Fall lesen, sofern es einen geben wird. Ich mag Clara und MacDeath einfach und schlimmer als jetzt wird es hoffentlich nicht werden.

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