Dienstag, 9. April 2019

Gedankensammelsurium ~ Kleine Feuer überall - Celeste Ng

Hallo zusammen,

auf Wunsch poste ich nun doch meine wirren Gedanken zu "Kleine Feuer überall" von Celeste Ng. Dieses Buch habe ich im Februar gehört, abgebrochen, quergelesen und durchgelesen. In dieser Reihenfolge. Ich möchte explizit darauf hinweisen, dass dies keine Rezension sein soll. Es sind einfach Sätze und Gedanken, die mir während und nach der Lektüre durch den Kopf gegangen sind und die ich aufgeschrieben habe, weil mich die Geschichte beschäftigt hat. Erwartet also keinen strukturierten Text mit Einleitung und Schluss. Ich weiß nicht, ob dieser Text überhaupt für jemand anderen Sinn macht, als für mich selbst. 

Titel: Kleine Feuer überall 
Originaltitel: Little Fires Everywhere 
Autorin: Celeste Ng 
Seiten: 384 Seiten 
Verlag: dtv 
Genre: Roman




Inhalt:
"Es brennt! In jedem der Schlafzimmer hat jemand Feuer gelegt. Fassungslos steht Elena Richardson im Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes draußen auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Ihr ganzes Leben lang hatte sie die Erfahrung gemacht, »dass Leidenschaft so gefährlich ist wie Feuer«. Deshalb passte sie so gut nach Shaker Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, Ohio, in dem der Außenanstrich der Häuser ebenso geregelt ist wie das Alltagsleben seiner Bewohner. Ihr Mann ist Partner einer Anwaltskanzlei, sie selbst schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung, die vier halbwüchsigen Kinder sind bis auf das jüngste, Isabel, wohlgeraten. Doch es brennt. Elenas scheinbar unanfechtbares Idyll – alles Asche und Rauch?" (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung:
Ich habe mir das Hörbuch auf mehrfache Empfehlung hin geliehen, aber ziemlich schnell festgestellt, dass es nicht mein Fall ist. Ich bin nur sehr schwer in die Geschichte gekommen, weil man am Anfang mit einigen Protagonisten konfrontiert wird, die man erstmal auseinanderhalten muss. Hinzu kommt, dass es einige Zeit dauert, bis die Geschichte wirklich an Fahrt aufnimmt. Lange Zeit konzentriert es sich auf die Protagonisten: ihren Charakter, wo sie im Leben stehen und wieso sie sind, wie sie sind. Das ist sowieso im ganzen Buch wichtiger als die Handlung. Manchen Lesern gefällt das gut, aber für mich war es dadurch einfach zu langatmig.

Erst kurz vor der Hälfte tauchen Geheimnisse auf, die es zu lösen gilt. Das war ein Grund, warum ich das Hörbuch eigentlich nicht abbrechen wollte. Mich hat schon interessiert, wer das Feuer gelegt hat und was es mit all den anderen Dingen auf sich hat. Warum habe ich es trotzdem abgebrochen?

Es passierte etwas, auf das (unter anderem) schon die ganze Zeit hingearbeitet wurde und mir hat es nicht gefallen. Es hat mich nicht überrascht, aber es war einfach eine Entwicklung, die ich persönlich nicht mochte. Dennoch habe ich noch ein Kapitel gehört, aber währenddessen habe ich nur an diese eine Sache gedacht und war genervt und habe mich dann ganz spontan entschieden das Hörbuch abzubrechen. Es war nicht unbedingt eine Kleinigkeit, aber auch keine riesen Wendung, also im Grunde nichts, weshalb man die Geschichte gleich abbrechen muss. Aber ihr kennt das sicher auch aus anderen Bereichen. Irgendwann bringt einen eine Kleinigkeit, die einem an einem anderen Tag nichts ausmacht, völlig aus dem Gleichgewicht. In der Geschichte war mit dieser Entwicklung (einem Kuss) für mich alles zu viel.

Das Problem war aber: Ich wollte ich unbedingt wissen, was es mit dieser und jener Sache auf sich hat. Glücklicherweise habe ich mir auch das Ebook ausgeliehen, sodass ich die zweite Hälfte querlesen habe. In der zweiten Hälfte passiert noch einiges und ich hätte mich noch über viele Dinge aufgeregt. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass ich trotz querlesen die zweite Hälfte sehr interessant fand.

Am nächsten Tag (einem Sonntag) habe ich immer noch an die Geschichte gedacht und an das was in der zweiten Hälfte passiert. Obwohl ich durch das querlesen ja bereits alles wusste, hat mich die zweite Hälfte beschäftigt und so habe ich sie dann tatsächlich nochmal gelesen. Richtig und nicht nur die zentralen Sätze.

Was kann ich abschließend zu der Geschichte sagen? Gefällt sie mir, oder gefällt sie mir nicht? Die Antwort ist: Ich weiß es nicht. Ich bleibe dabei, dass die erste Hälfte sehr lang und sehr langweilig erscheint. Aber gleichzeitig ist da eben auch die zweite Hälfte, die mich sehr zum Nachdenken angeregt und beschäftigt hat. Es geht um Vorurteile, um Rassismus (oder eben nicht). Es geht um die Liebe einer Mutter und die Frage, wann eine Mutter überhaupt Mutter ist. Bin ich Mutter sobald ich ein Kind geboren habe? Aber wenn ich eins adoptiere, was bin ich dann? Und welche Fehler darf eine Mutter machen? Das und noch viel mehr sind Fragen, mit denen sich das Buch befasst.

Es gibt auch in der zweiten Hälfte Aspekte, die mich stören. Unsympathische Charaktere, idiotische Handlungsweisen. Aber ich schätze, dass das einfach so sein muss, weil die Geschichte sonst nicht funktioniert. Letztendlich kann ein Buch das mich ein paar Tage beschäftigt kein schlechtes sein, weshalb ich doch eine Empfehlung aussprechen möchte.

Kommentare:

  1. Liebe Julia

    Jetzt habe ich so gebettelt und immer noch nicht kommentiert, das geht ja gar nicht ;-)

    Ich finde deine unterschiedlichen Gedanken und Überlegungen wirklich spannend und bin mir nicht ganz sicher, ob es mir mit dem Buch gleich gehen würde, wie dir. Ich mag es nämlich sehr, wenn Figuren auch ein wenig umständlich vorgestellt werden, solange dies dann der Geschichte dient. Es könnte also sein, dass mir genau dies gut gefallen würde.

    Sehr oft habe ich in eher kritischen Rezensionen gelesen, dass die Handlung - eben genau im zweiten Teil - auf zu stereotype und plakative gesellschaftliche Rollenbilder und die (geheuchelte und ebenfalls stereotype) Kritik an genau diesen Rollenbildern, sowie eine Pseudorassismuskritik hinausläuft und das hingegen finde ich dann - trotz allen Gedanken, die dabei aufgeworfen werden - wieder eher schade.

    Wenn du aber sagst, dass "idiotische Handlungsweisen" dazugehören, weil die Geschichte sonst gar nicht funktionieren würde, dann finde ich das schon sehr schade. Genau so sollte ja ein Buch eben nicht sein...

    Nach wie vor bin ich mir unschlüssig, was dieses Buch anbelangt. Solange mein SuB aber nicht wirklich in vertretbare Bereiche schrumpft, werde ich es mir so oder so nicht kaufen ;-)

    Alles Liebe an dich
    Livia

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    1. Kein Problem :)

      Ich kann die Kritik schon nachvollziehen. Es werden schon viele Stereotype gezeigt. Aber vielleicht ist das notwendig, um eben genau daran Kritik zu üben.

      Auf der anderen Seite haben mich diese typischen Handlungsweisen schon sehr genervt und ich hätte gern mal was anderes gelesen.

      Letztlich bin ich genau deshalb auch immer noch unschlüssig, ob ich das Buch nun mochte oder nicht. Es hat mich sehr viel genervt, aber mit den wenigsten Büchern die mich genervt haben, habe ich mich im Nachhinein noch so beschäftigt. Und das ist ja doch ein Zeichen, dass es nicht ganz so schlecht ist.

      Liebe Grüße
      Julia

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