Donnerstag, 9. August 2018

Rezension ~ Ruf des Dschungels

Titel: Ruf des Dschungels 
Autorin: Sabine Kuegler  
Reihe: West Papua #2 
Seiten: 384 Seiten 
Verlag: Knaur 
Genre: Biografie




Reiheninformation:
Es handelt sich sozusagen um die Fortsetzung von „Dschungelkind“, das heißt dort wird Sabine Kueglers Kindheit im Dschungel beschrieben, während sie hier als Erwachsene in den Dschungel zurückkehrt. Ich denke es macht Sinn, vorher „Dschungelkind“ gelesen zu haben, da dort viel mehr auf das Leben im Dschungel eingegangen wird.

Inhalt:
Den Großteil ihrer Kindheit verbringt Sabine Kuegler im Dschungel West-Papuas, bei einem Stamm der Fayu-Indianer. Mit 17 geht sie auf ein Internat in der Schweiz und erst als sie Mitte 30 ist und bereits Mutter von vier Kindern, kehrt sie für eine kurze Zeit nach West-Papua zurück. Doch das Leben dort hat sich geändert und Sabine Kuegler muss sich die Frage stellen, ob ein einzelner Mensch etwas bewegen kann. 

Meine Meinung:
Als ich über Sabine Kueglers Kindheit im Dschungel las, war ich sehr begeistert. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass mir „Dschungelkind“ so gut gefallen würde. Ihr Buch über ihre Zeit in Europa und ihren Kulturschock, mochte ich leider nicht so gern. Ich habe daher lange mit diesem Buch gezögert. 

Ich habe sehr lang gebraucht, um überhaupt in die Geschichte hinein zu finden. Im Oktober 2005 reist Sabine Kuegler zum ersten Mal seit ihrem 17. Lebensjahr wieder nach West-Papua. Zunächst berichtet sie von ihren Gefühlen, die sie in der ersten Zeit hat. Identitätsprobleme, aber auch Freude, ein Gefühl von Heimat und Freiheit überkommen sie Dann belasten sie wieder die Frage wo sie hingehört und die Sorge, weil sich so viel verändert hat. Nach einiger Zeit berichtet sie dann allerdings von einer weiteren Reise, die sie im Frühjahr 2006 unternimmt. Die Kapitel wechseln sich ab, aber es wird nicht durch Überschriften kenntlich gemacht in welchem Jahr man sich gerade befindet. 

Die Farbfotos haben mir sehr gut gefallen und auch die Karten im Einband waren hilfreich. Prinzipiell finde ich es auch gut, dass der Text mit Bildern gespickt wird und es stört auch grundsätzlich nicht, dass sie nur in schwarzweiß gedruckt werden können. Einige Fotos waren jedoch sehr schlecht zu erkennen, wie zum Beispiel der grüne Dschungel oder teilweise Menschen. Die Fotos hätte man weglassen können, da sowieso nichts zu erkennen ist. 

Der Erzählstil hat mir nicht immer so gut gefallen, da Sabine Kuegler sehr viele Andeutungen auf spätere Ereignisse macht. Das finde ich als Leser sehr anstrengend und nervig. Sätze im Stil von „… diese Geschichte sollte ich später noch hören“ oder „… da wussten wir noch nicht, was uns heute bevorstehen würde“ (frei zitiert) findet man recht häufig.

Inhaltlich mochte ich das Buch allerdings sehr. Einerseits wird von der Rückkehr zu den Fayu berichtet und man findet sich wieder mitten im Dschungel. Andererseits geht es sehr viel um die politische Lage in West-Papua, was durchaus interessant ist. Von diesem entlegenen Fleck Erde bekommt man sehr wenig mit, vor allem wenn man noch jung ist. Ich konnte einiges lernen. 

Fazit:
Wer sich mehr für den politischen und geschichtlichen Hintergrund West-Papuas interessiert, sollte sich dieses Buch unbedingt ansehen. Wer nur auf weitere Zeit mit den Fayus aus ist, könnte vielleicht enttäuscht werden.

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