Dienstag, 24. Juli 2018

Rezension ~ Mirabellensommer

Titel: Mirabellensommer 
Autorin: Marie Matisek 
Reihe: Nizza #2 
Seiten: 288 Seiten 
Verlag: Knaur 
Genre: Roman, Neuorientierung




Inhalt:
Babette Babajou, Einwanderin von der Elfenbeinküste, führt ein ganz normales Leben in Nizza. Sie arbeitet als Pflegekraft, hilft ihrem Mann im eigenen Gemüseladen aus, vermisst ihre erwachsenen Kinder und macht sich Gedanken um die Zukunft der jüngeren. Als jedoch der Mann den sie zuletzt betreute stirbt, muss sie sich neu finden. Was will sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen? Wieder als Altenpflegerin arbeiten und sich bei ihrem Mann im Laden die Füße platt stehen? Oder etwas ganz anderes? Und dann sind da noch ihre beiden jüngsten Kinder, die plötzlich eigene Wege gehen…

Meine Meinung:
Ich bin kein großer Frankreichfan, liebe aber Mirabellen. Außerdem heißt es im Klappentext „die kulturellen Gräben scheinen tiefer als gedacht“. Verschiedene Kulturen die aufeinanderprallen? Ich bin dabei. Leider gibt es keine Mirabellen und keine kulturellen Gräben, aber jede Menge Frankreich.

Die Atmosphäre ist wirklich gelungen. Vor allem Personen die gern nach Frankreich reisen, insbesondere Richtung Nizza, haben sicher Freude an dem Buch. Es hat sich alles sehr sommerlich und wie Urlaub angefühlt. Ich war kurz davor, einmal nach Frankreich reisen zu wollen.

Durch die sommerlich leichte Atmosphäre und dem dazu passenden Schreibstil, fliegt man durch die Lektüre. Die Kapitel sind angenehm kurz und man wechselt hin und wieder (aber nicht zu oft) in die Vergangenheit oder ins… Nichts. Jedenfalls zu der Perspektive des Verstorbenen. Er ist ein recht lustiger Typ, daher waren diese Kapitel nett zu lesen, aber im Allgemeinen kann ich eher weniger mit solch übernatürlichem anfangen.

Schade finde ich, dass Klappentext und auch Titel etwas versprechen, was nicht eingehalten wird. Mirabellen sucht man im Buch leider vergeblich. Klar, das ist nicht ausschlaggebend für eine schlechte Bewertung und es gibt schlimmeres, aber wenn ein Buch schon Mirabellensommer heißt, dann erwarte ich doch mehr als ein Mirabellenrezept im Einband. Der Verlag, an dem es laut Autorin liegt, hat da meiner Ansicht nach keine gute Wahl getroffen. Auch der Klappentext ist eher unglücklich gewählt. Es hörte sich für mich an, als läge der Fokus auf Babettes Sohn, der sich in die Enkelin von Babettes Freunden verguckt. Beide passen auf den ersten Blick so gar nicht zusammen. Zwar wird das recht ausführlich thematisiert, aber für mich ist der zentrale Punkt Babettes Neuorientierung. Auch dieser große Streit zwischen den beiden Familien ist so gut wie nicht vorhanden.

Neben diesen Kleinigkeiten hat mich ein Punkt massiv genervt und das ist die Werbung. Jeder Autor/Verlag darf gern für weitere Bücher Werbung machen. Kein Problem. Aber bitte separat am Ende des Buches, damit der Leser sie bei mangelndem Interesse überblättern kann. Hier wurde mehrmals in einer Fußnote (!) für weitere Werke der Autorin Werbung gemacht und das finde ich persönlich nervig und möchte so etwas nicht lesen. Vielleicht finden einige, ich übertreibe da und sicher ist das kein weltbewegender Kritikpunkt, aber ich lese ein Buch wegen der Geschichte und möchte nicht währenddessen Werbung bekommen.

Fazit:
Sommerlich leichte Lektüre, vor allem für Frankreichfans. Kleinigkeiten wie nicht zutreffender Titel, Werbung und falscher Fokus des Klappentextes, haben für mich das Lesevergnügen etwas geschmälert.
 

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