Montag, 9. April 2018

Rezension ~ Die Flüsse von London | Schwarzer Mond über Soho

Titel: Die Flüsse von London | Schwarzer Mond über Soho 
Originaltitel: Rivers of London | Moon over Soho 
Autor: Ben Aaronovitch 
Reihe: Peter Gran #1 #2 
Seiten: 480 Seiten | 416 Seiten 
Verlag: dtv  
Genre: Fantasy, London


Inhalt:

"Peter Grant ist frischgebackener Police Constable in London. Eines Nachts wird er nach Covent Garden zum Tatort eines grausigen Mordes beordert. Dort begegnet er einem Geist, der behauptet, Zeuge des Mordes gewesen zu sein. Peters Hang zum Magischen und seine Begegnung mit dem Übernatürlichen ruft den letzten Zauberer Englands auf den Plan: seinen Vorgesetzten, Polizeiinspektor Thomas Nightingale. Der führt Peter in die Grundlagen der Magie ein. Ab jetzt wird Peters Leben um einiges komplizierter." (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung:
Abgesehen von ein oder zwei Jugendbüchern, habe ich noch nie etwas in Richtung Fantasy gelesen. Ein Umstand, der regelmäßig für Entsetzen sorgt, weshalb mir das ein oder andere Urbanfantasy Buch empfohlen wurde. Unter anderem war die Peter Grant Reihe von Ben Aaronovitch darunter, welche von Dietmar Wunder vertont wurde, den ich als Sprecher der Jeffery Deaver Bücher sehr schätze.

Den ersten Band der Reihe habe ich allerdings gelesen und war anfangs positiv überrascht. Die Bücher spielen in London, was an sich schon ein Pluspunkt ist. Peter Grant ist ein junger Polizist, gerade mit der Ausbildung fertig und nun entscheidet sich, in welcher Abteilung er künftig arbeiten wird. Ob nun Zufall oder Schicksal, jedenfalls wird er der erste und einzige Lehrling von Thomas Nightingale, der sich um die ganz besonderen – weil magischen – Verbrechen in London kümmert.

Peter hat mir als Protagonist sehr gut gefallen. Er hat einen sehr trockenen Humor, was genau das ist, was ich gern mag. Außerdem stolpert er vollkommen ungeplant in die Rolle des Zauberlehrlings, ja wusste vorher nicht mal, dass es überhaupt magische Wesen gibt. Das ist für einen Leser wie mich, der mit Fantasy wenig am Hut hat sehr praktisch. Man lernt sozusagen mit Peter mit.

Leider hatte ich irgendwann das Gefühl, dass Peter mich abgehängt hat. Plötzlich kennt er diese und jene magischen Zusammenhänge und stellt Vermutungen an, die ich nicht mehr nachvollziehen kann. Ich hatte einfach das Gefühl, dass er sehr viel weiß und sehr viele richtige Vermutungen anstellt, dafür das er erst ein paar Monate zaubert und es Wochen (!) braucht überhaupt den allerersten Zauber auszuführen. Vielleicht ist Peters plötzliche Begabung für magisches Denken tatsächlich ein wenig unrealistisch, aber ich möchte auch nicht ausschließen, dass ich nicht mehr mitgekommen bin, weil ich sehr lang an dem Buch gelesen habe.

Das Buch hat für mich dann sehr schnell seinen Reiz verloren, weil ich einfach nicht mehr hinterher gekommen bin. Ich habe nicht mehr so genau verstanden, wer was warum tut und wie alles anfing und hatte auch kein großes Interesse mehr daran diese Informationen nachzuvollziehen. Es ist sicherlich kein schweres Buch, aber so richtig unterhalten hat es mich auch nicht.

Den zweiten Band habe ich dann als Hörbuch gehört. Anfangs war es gewöhnungsbedürftig, da bei mir Dietmar Wunders Stimme einfach mit den Büchern von Deaver verknüpft ist. Nach ein bisschen Eingewöhnungszeit klappte es aber gut.

Schon im ersten Band ist mir aufgefallen, dass Peter manchmal etwas notgeil wirkt. Ja, er ist ein junger Mann und scheint nicht schlecht auszusehen, aber er hat so ziemlich an jeder jungen Frau in seinem Umfeld sexuelles Interesse. Im zweiten Band geht es dann noch etwas weiter, aber insgesamt würden Peter und der Geschichte weniger sexuelle Gedanken guttun.

Soweit ich weiß, ist das Hörbuch (stark?) gekürzt. Mich hat das in diesem Fall gar nicht gestört, weil ich genauso viel oder wenig verstanden habe, wie im ersten Band.

Fazit:
Grundsätzlich finde ich die Idee der Reihe ansprechend und kann mir gut vorstellen, dass sie vielen Lesern Spaß macht. Ich bin in den ersten beiden Teilen leider nicht richtig mit der Geschichte warm geworden. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werde ich vielleicht weiterlesen, aber falls nicht würde mich das vermutlich auch wenig stören.

Kommentare:

  1. Hallo Julia,

    ich habe nur den 1. Band gelesen & mich konnte es nicht ganz überzeugen. Ich mochte Peter, fand das Drumherum recht spannend, doch irgendwie ist mir dann alles zu abgehoben geworden. Also ja, ich war ebenfalls verwirrt. :P Es ist bei mir aber schon eine Weile her.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      ich weiß, was du meinst. Es wird halt alles irgendwie viel.
      Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich die Reihe fortsetzen soll/will. Wenn würde ich sie hören wollen, weil meine Hörbuchwunschliste kleiner ist. Aber es gibt sie nicht in der Bücherei (da gibt es nur die Bücher) und zum Kaufen gefallen sie mir dann doch nicht gut genug. Vermutlich war es das dann auch bei mir.

      Liebe Grüße
      Julia

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  2. Liebe Julia,

    die Idee hinter Peter Grant fand ich toll. Aber die Umsetzung war nicht so meine. Das erste Buch fand ich noch OK. Es dauerte, aber ich konnte mir vorstellen, ihn zu mögen. Nur den kriminalistischen Fall fand ich so tröge. Dem 2. Band habe ich auch noch eine Chance gegeben. Aber der langweilte mich zunehmend. Peter hat keine spannende Charakterentwicklung durchgemacht und der Fall war noch uninteressanter als der vorherige. Deshalb habe ich für mich beschlossen, mit dieser Reihe aufzuhören.

    GlG, monerl

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    1. Hallo :)

      Kann ich nachvollziehen. Ich bin mir auch noch nicht so sicher, wie ich das handhaben will. Wenn würde ich die Reihe eh hören wollen. Da ich nur wenig Hörbücher auf der Wunschliste habe, kann es vielleicht sogar sein das ich die Reihe mal irgendwann vervollständigen werde. Aktuell reizt es mich aber auch nicht.

      Liebe Grüße
      Julia

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  3. Hallo Julia,

    schade, dass du mit dieser Geschichte nicht für das Fantasy-Genre warm werden konntest. Ich verstehe, was du mit den fehlenden Zusammenhängen meinst, auch wenn es mir beim Lesen nicht so negativ aufgefallen ist. Vermutlich hatte ich immer die Hoffnung oder die Erwartung, dass das alles später geklärt wird und dann war es irgendwann nicht mehr ganz so wichtig ;)

    Falls du dich noch mal an Fantasy versuchen möchtest, würde ich dir nicht Urbanfantasy, sondern "Wachen! Wachen!" von Terry Pratchett empfehlen; verdammt viel (britischer) Humor, zwar kein Thriller, aber immerhin ein Krimi und ein bisschen Liebe ist auch dabei. (Meine eigenen Bücher möchte ich natürlich auch nicht unerwähnt lassen ;) )
    Vielleicht kannst du damit besser warm werden. :)

    Ganz liebe Grüße
    A. Disia

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    1. Hey :)

      ich habe es gerade deshalb mit Urbanfantasy versucht, eben weil ich am Fantasy Genre das phantastische nicht mag. Falls du verstehst was ich meine :D Ich mag lieber realistische Geschichten und bin daher nie mit Fantasy warm geworden. Deshalb wollte ich es mit Urbanfanasy versuchen, weil z.B. in den Büchern um Peter Grant ja relativ viele Paralleln zu unserer Welt sind.

      Ich danke dir dennoch für deine Tipps und schaue sie mir gern mal an :)
      Liebe Grüße
      Julia

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