Mittwoch, 7. März 2018

Rezension ~ Böse Lügen

Titel: Böse Lügen 
Originaltitel: Little Black Lies  
Autorin: Sharon Bolton 
Seiten: 464 Seiten 
Verlag: Manhattan 
Genre: Roman, Falklandinseln



Inhalt:
Auf den Falklandinseln verschwindet ein Kind. Schon wieder. Innerhalb weniger Jahre ist es bereits das dritte Mal. Auf so einer kleinen Inselgruppe lässt das nur einen Schluss zu: Es lebt ein Mörder auf der Insel. Doch wer ist es? Im Zentrum des Romans stehen Catrin, die bei einem tragischen Unfall ihre beiden Söhne verlor, Rachel, Catrins ehemalige beste Freundin und Unfallverursacherin, sowie Callum, Catrins ehemaliger Liebhaber und Ex-Soldat mit PTBS.

Meine Meinung:
Das Buch hat mich schon allein aufgrund des spannenden Handlungsorts sehr angesprochenen. Ich habe mich noch nie mit den Falklandinseln beschäftigt und wollte unbedingt mehr erfahren. Als ich den Inhalt für euch zusammengefasst habe, dachte ich auch wieder, dass es doch nach einer spannenden Lektüre klingt, bei der Mischung an den Charakteren. Das sollte eigentlich eine sichere Nummer werden…

Meine erste Erwartung wurde erfüllt. Man erfährt einiges über die Falklandinseln und vor allem über den Falklandkrieg. Dabei wird man aber nicht mit Informationen überhäuft, sondern erhält lediglich ein paar grundlegende Informationen. Außerdem wird durch die Abgeschiedenheit der Inseln eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen. Man spürt die Einsamkeit und das raue Klima.

„Dieser winzige Archipel ist wie eine Zeitkapsel, abgeschnitten vom Rest der Welt, in der die Menschen die Möglichkeit haben, das Beste zu sein, dass ihnen möglich ist. Der Kult des Individuums, in der westlichen Welt so weit verbreitet, ist hier weitgehend unbekannt. Hier gibt es kein angeborenes Anspruchsdenken. Niemand hier redet von „Zeit für mich selbst.“ Hier dreht sich das Leben um Schweiß und Schufterei, darum, sich in einer widrigen Umwelt das Leben so schön wie möglich zu gestalten, und darum – und das ist der große Unterschied -, anderen dabei zu helfen. Das hier ist eine Gemeinschaft. Ein Team.“ (ca. S. 221).

Meine Hoffnung auf einen spannenden Thriller oder Roman wurde leider nicht so recht erfüllt. Über weite Strecken zieht sich die Handlung und erst ganz am Ende nimmt sie Fahrt auf. Dann aber richtig. Die Charaktere sind alle nicht sympathisch, sondern unfreundlich, unhöflich, egoistisch und so überhaupt nicht zugänglich. Teilweise kann man das zwar nachvollziehen, aber so ein paar sympathische Züge hätten den Charakteren nicht geschadet.

Die Geschichte ist in drei Teile aufgeteilt. Erst wird sie aus Catrins Sicht erzählt, dann aus Callums und zum Schluss aus Rachels. Das fand ich gut gelöst, da alle drei einen sehr interessanten Hintergrund bieten und sich ihre Gedanken auf jeden Fall lohnen. Allerdings werden einige Ereignisse aus zwei Sichten erzählt, was mich ein bisschen gestört hat. Die Suchaktion nach dem verschwundenen Kind wird beispielsweise bei Rachel und bei Catrin erzählt, was für mich in der Ausführlichkeit nicht hätte sein müssen.

Am Ende nimmt die Geschichte sehr an Fahrt auf und die Autorin hat mich doch aufs Glatteis führen können. Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass die Geschichte für mich mit einer unschönen Wendung endet, aber letztendlich war es doch ganz anders. Eine Sache wird nicht vollständig geklärt, aber dem Leser wird eine Lösung geboten, die er glauben kann, oder eben nicht. Mir hat das ausgereicht und das war eigentlich die überraschendste und fieseste Wendung von allen.

Fazit:
Es war kein schlechtes Buch, aber auch keines das ich sofort empfehlen würde. Der Handlungsort kann überzeugen, aber leider ist das Buch bis kurz vor Schluss recht langatmig. Wer ein Buch mit rasanter Spannung sucht, wird hier eher nicht fündig werden. 


Kommentare:

  1. Ach schade, das klang doch zuerst ganz vielversprechend. Besonders der Schauplatz auf den Falklandinseln hat mir gefallen, weil das doch sehr ungewöhnlich ist. Aber ein Buch, durch das mal sich lauwarm über weite Strecken lesen muss, bis es einen erst gegen Ende packt? Hmmm, damit rangiert es nicht besonders weit vorne in meiner persönlichen Rangliste. Ich mag es doch sehr viel lieber, wenn es von Anfang an Schlag auf Schlag geht - dafür nehme ich auch mal ein paar Übertreibungen in Kauf als zu viel langweiligen Realismus.

    LG Gabi

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    1. Hallo Gabi,

      entschuldige das ich erst jetzt dazu komme dir zu antworten.
      Genau das hat mich an dem Buch auch so gereizt. Wann spielt ein Buch schonmal auf den Falklandinseln?

      Ja, das war echt blöd. Ich habe auch mehrmals überlegt es abzubrechen, aber das Buch war ja quasi gedrittelt und anders als im Gaygenre wurde nicht abwechselnd, sondern nacheinander erzählt. Ich hatte die Hoffnung das ein anderer Blickwinkel was verändert, aber leider war das nicht so ganz der Fall.

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  2. Guten Abend liebe Julia:-)
    schade das Dir dieses Buch nicht ganz zugesagt hat. Ich finde es immer blöd, wenn die Cover zwar ansprechend wirken aber das Potenzial was das Thema hergegeben hätte, nicht komplett ausgeschöpft wurde.
    Trotzdem eine sehr schöne Rezension.
    Liebste Grüße und einen wundervollen Abend
    Andrea ♥

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    1. Hallo Andrea,

      entschuldige, dass du so lang auf eine Antwort warten musstest.
      Ja, das Potenzial wurde hier meiner Ansicht nach nicht wirklich genutzt.
      Aber die Autorin hat noch eine Reihe veröffentlich, von der ich den ersten Teil auch scho lang lesen möchte. Vielleicht gefällt mir das besser :)

      Liebe Grüße
      Julia

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  3. Liebe Julia,
    das ist jetzt total schade, dass dich das Buch nicht packen konnte! Gerade wegen dem Schauplatz hätte ich es eigentlich gerne gelesen. Aber wenn der Thrill im Thriller nicht passt (hihi), dann ist es irgendwie für die Füße...
    GlG, monerl

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    1. Hallo monerl,

      der Schauplatz war bei mir definitiv auch das Hauptkriterium. Ich glaube, wenn man von vorneherein keinen Thriller erwartet, sondern bestenfalls einen Spannungsroman, ist das Buch ganz gut. Aber man darf eben nicht auf viel Action setzen.

      Liebe Grüße
      Julia

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