Mittwoch, 31. Januar 2018

Reihenvorstellung ~ Game-Trilogie

Titel: Game | Hype (deutsch) bzw. Buzz (englisch) | Bubble (nur englisch)
Originaltitel: geim | buzz | bubble
Autor: Anders de la Motte
Reihe: Game Trilogie
Seiten: 432 | 479 | 448 Seiten 
Verlag: Heyne (Deutschland), Harper Collings (GB) 
Genre: Thriller, Verschwörung, Computer


Reiheninformation:
Die Game-Trilogie besteht aus den auf Deutsch erschienen Büchern Game und Hype, sowie dem nicht auf Deutsch erschienenen dritten Band Bubble. Originalsprache ist schwedisch. Die Bücher bauen aufeinander auf, weshalb man die Reihenfolge einhalten muss. Außerdem spoilert man sich sonst, weshalb ich inhaltlich nur auf den ersten Band eingehen werde.

Inhalt Game:
Henrik Petersson, genannt HP, findet im Zug ein Handy. Es fordert ihn zu einem Spiel heraus, dass Reichtum und Anerkennung verspricht. HP soll Aufgaben erledigen, für die er – je nach Schwierigkeitsgrad – Punkte bekommt. Die Punkte jedoch können in bares Geld umgewandelt werden. Zuerst sind die Aufträge harmlos, doch sie werden immer schwerer und gefährlicher. Bald steht nicht nur HPs eigenes Leben auf dem Spiel. 

Meine Meinung:
Ich habe den ersten Band vor Jahren gelesen und ihn jetzt erneut zur Hand genommen, da ich die Reihe endlich beenden möchte. Da ich mich nur noch sehr grob an die Handlung erinnern konnte, war es für mich fast wie ein unbekanntes Buch. Damals habe ich das Buch übrigens mit vier Big Ben bewertet. 

Die Idee finde ich noch immer wahnsinnig spannend. Da findet man ein Handy, dass ein Spiel mit einem spielen möchte und bei dem man recht einfach Geld erspielen kann. Man deponiert einen Schlüssel unter einem Tisch in einem Café. Oder holt diesen Schlüssel ab und öffnet damit ein Schließfach, dessen Inhalt man an anderer Stelle deponiert. Oder man filmt eine bestimmte Szene. Mal ehrlich, die meisten von uns würden doch so ein Angebot nicht von vorneherein ablehnen.

Mir macht es immer Freude, wenn in Büchern mit verschiedenen Schriften und Elementen gespielt wird. Hier ist beispielsweise die Kommunikation mit dem Spiel in anderer Schriftart dargestellt und vereinzelte Chatgespräche werden entsprechend dargestellt (aber keine Angst, dass ist kein Chatroman). 

Etwas anstrengend ist auf Dauer die Ausdrucksweise, besonders von HP. Er verwendet häufig (englische) Ausdrücke, Filmzitate und Umgangssprache, was ziemlich nervig sein kann. Es macht ihn aber auch irgendwie authentisch. „Die reinste Mission Impossible, (…)“ (S. 21), „It made perfect sense, und gleichzeitig war es total wahnsinnig“ (Game, S. 276)

Wer keine Lust auf die ganze Trilogie hat, könnte sich auch mit diesem Ende zufriedengeben. Die Handlung des Buches ist augenscheinlich abgeschlossen, aber dann bekommt man noch einige Informationen, die alles in einem anderen Licht erscheinen lassen. In etwa, als würde am Ende des Tatorts der Täter erschossen werden und während die Kommissare im Hintergrund dem Dienstfahrzeug entgegengehen, im Glauben den Fall abgeschlossen zu haben, zuckt im Vordergrund die Hand des vermeintlich toten Täters. Ihr wisst was ich meine. 

Nach dem zweiten Mal lesen gebe ich dem Buch drei Big Ben, da die Spannung zwar da ist und mir das Ende sehr gut gefallen hat, aber HP zwischendurch etwas zu nervig und verschwörungstheoretisch auftritt. 

Der zweite Band schließt inhaltlich an den ersten an, auch wenn etwas Zeit vergangen ist. Altbekannte Charaktere tauchen auf und neue kommen hinzu. Es bleibt die Frage, welchem Charakter man glauben kann oder soll und wer ein falsches Spiel treibt.

Inhaltlich bewegt sich die Geschichte ein bisschen vom eigentlich Spiel weg, was mir nicht ganz so gut gefallen hat. Es dreht sich zwar noch um das Spiel, aber eher um die Hintergründe und vor allem Hintermänner. 

Das Ende ist wieder recht offen bzw. hält eine Überraschung bereit, die es im dritten Band zu klären gilt. Dieser ist wie bereits erwähnt nicht auf Deutsch erschienen, weshalb ich ihn auf Englisch gelesen habe. Ich lese viele Fachtexte auf Englisch, aber wenig Romane. Grundsätzlich konnte ich der Handlung folgen, aber mir fiel es schwer die Zwischentöne zu verstehen, da es teilweise sehr techniklastig war. Durch das Thema der Verschwörungstheorien kommt es manchmal auf einzelne Worte oder Verhaltensweisen der Protagonisten an, sodass mir vermutlich einige Motive und Beziehung verborgen geblieben sind.

Anfangs fand ich die Handlung recht zäh, aber gegen Ende wurde es immer spannender und ich konnte tatsächlich kaum aufhören zu lesen. Das habe ich so gar nicht erwartet, da ich den zweiten Band und den Anfang des dritten doch recht langatmig empfand. Das Ende scheint mir – soweit ich es nachvollziehen konnte – recht schlüssig zu sein. 

Fazit:
Die Reihe ging in eine ganz andere Richtung als ich erwartet habe. Es ist viel mehr ein Wirtschafts- und Verschwörungsthriller als alles andere. Der für mich eigentlich interessante Aspekt mit dem Handy das Aufgaben verteilt, wurde nur im ersten Band behandelt. Angesichts der Tatsache, dass die Reihe nicht komplett auf Deutsch erschienen ist, empfehle ich es eher nicht weiter. Aber wer gut Englisch versteht und große Begeisterung für Verschwörungsgeschichten aufbringt, könnte vielleicht Freude an der Reihe haben. 

 

Dienstag, 30. Januar 2018

Rezension ~ Berühre mich. Nicht.

Titel: Berühre mich. Nicht.  
Autorin: Laura Kneidl 
Reihe: Sage & Luca #1 
Seiten: 464 Seiten 
Verlag: LYX 
Genre: New Adult, Angst




Inhalt:

Sage versucht mit Beginn ihres Studiums so viele Kilometer wie möglich zwischen sich und ihre Heimat zu bringen. Zu schrecklich sind die Erlebnisse in dem was man Zuhause nennt. Sie leidet unter Panikattacken, meidet Menschenmassen und Berührungen. Noch vor dem offiziellen Semesterstart lernt sie April kennen, die ihr eine gute Freundin wird. Und April hat einen Bruder, Luca, der Sage weniger Angst macht als er sollte.

Meine Meinung:
Ich lese durchaus gern New Adult und habe mich daher auch für dieses Buch interessiert. Meine Neugier wuchs, als so viele den ersten Band regelrecht gefeiert haben, aber gleichzeitig wuchs auch meine Sorge. Hype Bücher und ich passen meist nicht zusammen. Ich habe mir also vorgenommen mit dem Buch zu warten. Mindestens so lang, bis auch der Hype um den zweiten Band abgeflaut ist. Da es das Ebook aber jetzt im Angebot gab, habe ich doch zugeschlagen. Dann hat man es schonmal günstig da, kann man ja später lesen. Oder man macht den Fehler und liest die Leseprobe vorm Kauf, sodass man nach dem Kauf nicht mehr aufhören kann. So wie ich.

Der Anfang hat mir gut gefallen, aber ich war nicht begeistert. Es fühlte sich nach einer (sehr) guten New Adult Geschichte an, aber nicht nach dem besten NA-Buch überhaupt, als das es von vielen bezeichnet wird. Und dann: Auftritt Luca.

Okay, bei seinem ersten Auftritt mochte ich Luca noch nicht so, aber als er dann so richtig in Aktion tritt… Jedes Mal wenn er den Mund aufmacht, bin ich hin und weg und wünsche mir, es gäbe noch so viel mehr Lucas auf der Welt. Ich weiß, ich klinge gerade wie ein 13-jähriger Justin Bieber Fan, aber was soll ich machen. Ich finde Luca toll.

Sage hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, aber auf einer anderen Ebene. Sie bzw. ihre Probleme wirkte/n auf mich sehr realistisch. Auch wenn ich keine Panikattacken habe und nicht das erlebt habe, was Sage passiert ist, kann ich einige ihrer Empfindungen sehr gut nachvollziehen, weil ich ähnliches gefühlt habe, wenn auch aus anderen Gründen. Jemand der tatsächlich unter Panikattacken leidet oder das andere erlebt hat, hat sicher nochmal einen anderen Blickwinkel auf die Geschichte als ich. Aber ich für meinen Teil habe nicht nur einmal verstanden wie Sage sich fühlt.

Die Nebencharaktere, wie zum Beispiel Lucas Schwester April, konnten mich ebenfalls überzeugen. Sie bleiben nicht zu blass, aber nehmen auch nicht zu viel Raum ein, sondern unterstützen die Geschichte zwischen Sage und Luca hervorragend.

Ich konnte gar nicht so schnell umblättern oder besser gesagt klicken, wie ich weiterlesen wollte. Auch wenn der Schreibstil der Autorin für mich nicht durch Besonderheiten heraussticht (was bitte nicht negativ zu verstehen ist), bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Es gab nur Kleinigkeiten die mir aufgefallen sind, die aber in der Summe nichts an meiner Bewertung ändern. So sind mir hin und wieder Schreibfehler aufgefallen wie zum Beispiel eine „heißere Stimme“ (statt heiser), oder Absätze die zumindest im Ebook unglücklich gesetzt wurden. Außerdem konnte ich nicht nachvollziehen, warum Sage Alkohol trinkt bzw. so viel trinkt. Versteht mich nicht falsch, sie betrinkt sich nicht, aber sie belässt es auch nicht bei einem Bier. Alkohol mag zwar vielleicht erstmal die Hemmschwelle senken, aber es führt doch auch leicht zu Kontrollverlust und das Sage so ein Risiko eingeht, finde ich nicht ganz nachvollziehbar.

Ich wusste, dass das Ende für den Leser gemein/unbefriedigend ist und konnte mich dementsprechend vorbereiten. Zwar möchte ich jetzt auch dringend weiterlesen, aber ich habe mit wesentlich schlimmeren gerechnet. Ich mag es nicht, wenn eine Geschichte mitten in einer Szene endet (leider schon öfter vorgekommen), daher bin ich froh, dass zumindest die Szene abgeschlossen wurde.

Fazit:
Ich tue mich mit einer Empfehlung schwer. Angesichts der Tatsache, dass es mich so gut unterhalten hat, möchte ich es natürlich weiterempfehlen. Aber wenn mich jemand fragt, warum dieses Buch besser ist als viele andere Bücher/Reihen aus dem Genre muss ich sagen: Ich weiß es nicht.  






Montag, 29. Januar 2018

Rezension ~ Hot as Ice - Heißkalt verspielt

Titel: Hot as Ice - Heißkalt verspielt  
Originaltitel: Pucked Off
Autorin: Helena Hunting 
Reihe: Hot as Ice #5 
Seiten: 384 Seiten 
Verlag: LYX 
Genre: Erotik, Eishockey


Reiheninformation:
Meine Rezension ist spoilerfrei. Es handelt sich um den sechsten (bzw. fünften, je nach Zählung) Band der Hot as Ice Reihe. Man muss die Vorgänger nicht gelesen haben und abgesehen von Wer kommt mit wem zusammen (was eh klar ist) spoilert man sich nicht auf die Vorgänger.

Inhalt:
Lance Romero hat keinen besonders guten Ruf. Viele Frauen im Bett und viel Aggressivität auf dem Eis. Damit lässt er sich oberflächlich betrachtet sehr gut beschreiben. Doch da ist mehr. Seine Abneigung gegen Berührungen zum Beispiel, die ihn ziemlich in Bedrängnis bringt, als er gezwungen wird die Masseurin Poppy aufzusuchen. Anders als erwartet löst Poppys Behandlung keine negativen Gefühle in ihm aus, sondern das genaue Gegenteil: Begehren. Und das ist vielleicht noch schlimmer…

Meine Meinung:
Mit der Hot as Ice Reihe und mir ist es so eine Sache. Einige Teile mochte ich sehr gern, andere konnten mich nicht überzeugen. Ich wollte die Reihe daher eigentlich nicht weiterlesen, auch weil Lance Romero in den vorherigen Bänden sehr schlecht weggekommen ist. Ich kann aber Reihen nicht gut offen lassen (nur wenn sie sehr schlecht sind), weshalb ich mir einige Rezensionen durchgelesen habe. Und die haben mich überzeugt.

Wir bewegen uns in dem bekannten Setting des Chicagoer Eishockeys, sodass der Sport wieder eine Rolle spielt (wenn auch eine recht kleine) und wir auf einige Mannschaftskameraden treffen. Ein möglicher Protagonist für den siebten Band – sofern es einen geben wird – ist auch schon gefunden.

Was an diesem Band anders ist und was ihn für mich daher so besonders macht, ist das ernstere Thema. Auch in den anderen Bänden haben die Protagonisten eine Vergangenheit und haben gewisse Dinge erlebt, weshalb sie gehandelt haben wie sie es eben taten, aber im Vergleich zu dieser Geschichte waren es eher harmlose Dinge. Zwar hat auch Lance keine neuen Dinge erlebt, so etwas hat man schon gelesen, aber es fällt eben doch der Kontrast zu den vorherigen Bänden auf.

Damit einher geht auch die Tatsache, dass es erst relativ spät zum ersten Sex kommt. Das bin ich von der Autorin sonst nicht gewohnt, aber ich fand das gar nicht schlecht. Außerdem sind die Charaktere nicht so abgedreht wie es in den letzten Teilen teilweise der Fall war. Besonders Violet ging mir zum Schluss wirklich auf den Keks. Daher bin ich froh, dass Lance und Poppy recht ruhig sind.

Einzig die Formatierung des Ebooks hat mich gestört. Teilweise fehlten mir Absätze, da zwischen wechselnde Szenen keine Leerzeilen waren. Das ist mir auch schon bei einem anderen Ebooks aus dem Verlag aufgefallen und mir macht es das Lesen etwas schwer.

Fazit:
Für mich der beste Teil der Reihe und daher durchaus eine Empfehlung für Liebhaber des Genres.