Samstag, 16. Dezember 2017

Rezension ~ Ein Weihnachtswunder

Titel: Ein Weihnachtswunder 
Originaltitel: The Christmas Throwaway 
Autorin: RJ Scott 
Seiten: ca. 158 Seiten 
Genre: Gayromance, Weihnachten





Inhalt:
Der 17-jährige Zach wurde von Zuhause rausgeschmissen und fährt mit dem Bus soweit ihn sein mickriges Erspartes bringt. Weit ist das nicht. Er landet in einer kleinen Stadt und weil er keinen Schlafplatz hat, legt er sich auf eine Friedhofsbank. Doch es ist Winter, kurz vor Heiligabend und im Freien zu schlafen scheint keine gute Idee. Der Polizist Benjamin findet ihn und nimmt ihn mit in das Haus seiner Mutter. Zach und Ben fühlen sich zueinander hingezogen, aber Zach ist minderjährig und schleppt so einige Probleme mit sich herum.

Meine Meinung:
Ich habe schon länger Lust auf eine richtig schöne, weihnachtliche Geschichte und habe mir daher am zweiten Advent dieses Ebook gekauft, um etwas in Weihnachtstimmung zu kommen.

Das Weihnachtsfest wird thematisiert und es nimmt auch relativ viel Raum ein. Allerdings ist das Buch für mich keine reine Weihnachtsgeschichte und hat mich nicht unbedingt in weihnachtliche Stimmung versetzt. Dennoch ist es geeignete Lektüre für einen gemütlichen Adventssonntag, weil das Buch einfach relativ kurz ist. 

Was mir nicht so gut gefallen hat, sind einige Fehler. Teilweise sind das eher Übersetzungsfehler, teilweise sind sie vermutlich auf die Autorin zurückzuführen. So ist Beispielsweise eine Servierplatte „vollgeschlichtet“ mit Truthahn, oder die Nichte von Ben heißt mal Charlotte und dann wieder Ella. Natürlich können Fehler immer passieren, aber grade wenn das Buch eher dünn ist, sollte sich das schon in Grenzen halten. 

Auch der Schreibstil konnte mich nicht hundertprozentig überzeugen. An sich liest sich die Geschichte wunderbar. Alles ist verständlich und Charaktere wie Erzählweise strahlen eine Ruhe aus, wie sie zu der Jahreszeit passt. Aber manchmal gibt es Ausdrücke, die so gar nicht in die Szene passen. Ein Beispiel: „Es verlangte Ben alles ab, ihn nicht zu berühren und sich aufs Küssen, nur aufs Küssen zu beschränken. Heiße, atemberaubende, zungenfickende, süß-schmeckende Küsse …“ (Pos. 1348). Da frage ich mich, wo auf einmal dieser vulgäre Ausdruck herkommt, der weder zu den Charakteren noch zu der Handlung passt. 

Außerdem hat die Autorin meiner Ansicht nach den richtigen Zeitpunkt für das Ende der Geschichte verpasst. Ich bin ja nun wirklich kein Fan von Kurzgeschichten, aber hier wäre das definitiv besser gewesen. Die Autorin hätte nach dem Weihnachtsfest oder meinetwegen etwas später Schluss machen sollen und es wäre eine tolle weihnachtliche Kurzgeschichte gewesen. Leider geht es danach noch weiter, aber eher in Episodenform. Man macht einen Zeitsprung von mehreren Monaten, erlebt was bei Ben und Zach gerade los ist, macht wieder einen Zeitsprung, erfährt wieder was gerade los ist und macht wieder einen Zeitsprung. Es fehlte einfach der Erzählfluss. Das ist sehr Schade, weil es mir ein bisschen den schönen Eindruck der ersten Tage zwischen Ben und Zach verdorben hat. 

Fazit:
Es ist eine ganz nette Geschichte für einen faulen Adventssonntag, aber leider nicht das was ich mir erhofft hatte. Das Ende wurde für mich nicht passend gewählt und auch der Ausdruck lässt hier und da zu wünschen übrig. 
 
 
 

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