Samstag, 14. Oktober 2017

Rezension ~ Totenfang (inkl. zwei Kurzgeschichten)

Titel: Schneefall, Ein ganz normaler Tag 
Autor: Simon Beckett
Reihe: David Hunter Kurzgeschichten
Seiten: 64 Seiten
Verlag: Rowohlt
Genre: Kurzgeschichten, Thriller



Titel: Totenfang
Originaltitel: The Restless Dead
Autor: Simon Beckett
Reihe: David Hunter #5
Seiten: 560 Seiten
Verlag: Rowohlt
Genre: Thriller



Im September erschien „Totenfang“ von Simon Beckett endlich als Taschenbuch. Ich warte schon Jahre auf das Buch und musste es daher sofort kaufen. Bisher habe ich es allerdings noch nicht gelesen und ehrlich gesagt, reizt es mich momentan auch nicht so. Aber mich reizen sowieso derzeit wenig Bücher. Jedenfalls dachte ich, dass mir zwei Hunter Kurzgeschichten vielleicht Lust auf das Buch machen und sieh da: Es hat funktioniert. Daher folgt im Anschluss an die Worte über die Kurzgeschichten eine Rezension von Totenfang.

Da die Geschichten wirklich sehr kurz sind, möchte ich gar nicht näher auf den Inhalt eingehen und auch sonst wenig dazu sagen. In „Ein ganz normaler Tag“ erfährt der Leser, wie David seine Frau Kara kennenlernt. Das hat mir gut gefallen und war eine schöne Hintergrundinformation. In „Schneefall“ identifiziert David Überreste auf einem verschneiten Feld. Hier bekommt man keine zusätzlichen Informationen über ihn, was ich ein bisschen Schade finde. So hat die Geschichte überhaupt keinen Mehrwert und lohnt sich durch die Kürze auch nicht.

Insgesamt sind beide Geschichten ganz nett zu lesen, aber man verpasst definitiv nichts, wenn man sie nicht kennt.

Von „Ein ganz normaler Tag“ lässt sich übrigens ein wunderbarer Bogen zu „Totenfang“ schlagen. Seine Frau Kara lernt David auf einer Party eines befreundeten Paares kennen. Zu eben diesem Paar ist er viele Jahre später unterwegs, als er zu einem Leichenfund gerufen wird. Vielmehr muss man über den Inhalt des fünften Falls auch eigentlich nicht wissen. Es handelt sich um eine Wasserleiche, die bereits mehrere Wochen den Gezeiten ausgesetzt war. Hinweise deuten auf den vermissten Leo Villiers, dessen Vater viel Einfluss und Geld hat. Leo steht unter Verdacht eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt zu haben, auch sie ist spurlos verschwunden.

Die Geschichte beginnt relativ langsam, für meinen Geschmack fast zu langsam. David Hunter ist zwar bei der Bergung der Leiche zugegen, aber so richtig arbeiten darf er nicht. Das kommt erst später. Außerdem gab es zu Beginn einige Wortwiederholungen, weshalb ich kurzzeitig Angst hatte, dass Buch könnte ein totaler Flop werden. Zum Glück hat sich das sehr schnell wieder gelegt.

Als David dann endlich seiner Arbeit als forensischer Anthropologe nachgehen darf und sich mehr oder weniger absichtlich in die Ermittlungen einmischt, hat die Geschichte für mich an Fahrt aufgenommen. Auch der Schreibstil Simon Becketts trägt dazu bei, dass man nur so durch die Seiten fliegt und gar nicht mitbekommt wie die Zeit vergeht. Ich bin eigentlich kein Mensch der abends gern lang liest und beende ein Buch lieber morgens im wachen Zustand, als abends im Halbschlaf. Aber hier musste ich einfach immer weiterlesen und als ich fertig war, war es plötzlich ein Uhr morgens. Gegen halb neun habe ich übrigens angefangen. Nicht mit dem Buch, sondern an diesem Abend.

Auch Stimmungstechnisch konnte mich das Buch total überzeugen. Zwar ist im Buch April, aber von Frühling ist weit und breit keine Spur. Stattdessen ist es kalt und nass und die Gegend in die es Hunter verschlägt, wird von Springfluten und Regenschauern heimgesucht. Eine Geschichte gemacht wie für einen kalten, nassen Herbsttag.

Ich empfehle, die vorherigen Bände vorher zu lesen, vor allem dann, wenn man sie noch lesen möchte. Man spoilert sich sonst teilweise und sollte daher lieber von vorn beginnen. Verständlich ist Totenfang auch ohne Vorkenntnisse, aber um die Tragweite mancher Ereignisse zu verstehen, ist es doch besser die Vorgänger gelesen zu haben.

Was ich abschließend positiv erwähnen möchte, ist der Beginn einer kleinen Liebesgeschichte. Ich mag das gern, wenn die Ermittler auch ein Leben abseits ihrer Arbeit haben, denn sie sind schließlich auch nur Menschen. Gerade diese aufkeimenden Gefühle machen David für mich noch viel greifbarer und sympathischer. Ich bin sehr gespannt, ob und wie Simon Beckett diesen Faden im sechsten Fall weiterspinnen wird.

Fazit:
Was lange währt, wird endlich gut. Trifft hier in jedem Fall zu. Lange mussten Fans auf diesen Band warten und in meinen Augen hat sich das Warten gelohnt. Ein spannender Fall, der die ein oder andere Überraschung bereithält und ein sympathischer forensischer Anthropologe. Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte sie sich mal ansehen.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Julia:)
    Simon Beckett gehört zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Die David Hunter-Reihe liebe ich so sehr, dass ich es kaum erwarten konnte, als das Buch raus kam. Es war wieder eine tolle Geschichte. Ich finde David so sympathisch und auch so menschlich. Ich hoffe, dass wir Leser nicht wieder so lange warten müssen, bis sein nächstes Buch auf den Markt kommt.
    Mein besonderer Stolz ist eine signierte Autogrammkarte von ihm:)
    Liebste Grüße
    Andrea

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    1. Hallo Andrea,

      ich hab das Buch auch sehnsüchtig erwartet, aber da ich alle anderen Bücher als Taschenbuch habe, habe ich mich auch hier in Geduld geübt :)
      Ich finde David auch sehr authentisch, gerade hier in diesem Band.
      Ich hab ihn mal bei einer Lesung erleben dürfen und habe mir "Kalte Asche" signieren lassen. Das war auch definitiv ein Highlight.

      Liebe Grüße
      Julia

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