Dienstag, 26. September 2017

Rezension ~ Ein Mann namens Ove

Titel: Ein Mann namens Ove
Originaltitel: En man som heter Ove
Autor: Fredrik Backman
Seiten: 384 Seiten
Verlag: Fischer
Genre: Roman




Inhalt:
"Haben Sie auch einen Nachbarn wie Ove? Jeden Morgen macht er seine Kontrollrunde und schreibt Falschparker auf. Aber hinter seinem Gegrummel verbergen sich ein großes Herz und eine berührende Geschichte. Seit Oves geliebte Frau Sonja gestorben ist und man ihn vorzeitig in Rente geschickt hat, sieht er keinen Sinn mehr im Leben und trifft praktische Vorbereitungen zum Sterben. Doch dann zieht im Reihenhaus nebenan eine junge Familie ein, die als Erstes mal Oves Briefkasten umnietet …" (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung:
Ove ist ein wirklich anstrengender Charakter. Er hat es mir alles andere als leichtgemacht und deshalb stehe ich dem Buch noch immer zwiespältig gegenüber. Da ist dieser pedantische, ordnungsliebende und sture Ove. Der Ove, der Leute hasst, die nicht wissen wie man einen Reifen wechselt, die keine Tankkarte haben, die nicht mit der Hand schreiben können, die keinen Kaffee machen können, kurzum Leute, die mit der Zeit gehen.
Er muss an die zwei Meter groß sein. Ove steht jedem Menschen, der größer als 1,85 m ist, instinktiv skeptisch gegenüber. Das Blut schafft es dann nicht bis ins Gehirn, das weiß er aus Erfahrung.“ (S. 20)
Und das meint Ove selbstverständlich erst. Manchmal blitzt unter diesem Ove aber ein anderer hervor. Der Ove, der seine Frau über alles liebt. Und der Ove, der sich für andere einsetzt (wenn auch eher deshalb, weil Recht Recht bleiben muss und nicht, weil er wirklich helfen will) und ihre Rechte einfordert, auch wenn man sich manchmal wünscht, dass er mal ein Auge zudrückt.
„Sechs Monate ist es her, dass sie gestorben ist. Und Ove geht noch immer zweimal am Tag durchs Haus und fasst an die Heizkörper, um festzustellen, ob sie heimlich die Temperaturregler hochgedreht hat.“ (S. 36)
Oves Wandel wird durch sein anfängliches Verhalten natürlich nur umso deutlicher und später habe ich mich dabei erwischt Ove zu mögen, aber insgesamt mochte ich ihn nicht. Dafür fand ich sämtliche Nebencharaktere toll. Angefangen beim Katzenvieh, über den Trottel und seine Familie, bis hin zur schwulen Personen und dem Fetten (Oves Worte, nicht meine). Sie sind so sympathisch, ein bisschen eigen und einfach herzlich.

Die Geschichte ist im Präsens erzählt, was im ersten Moment gewöhnungsbedürftig ist, sich aber erstaunlich gut lesen lässt. Außerdem spielt fast jedes zweite Kapitel in der Vergangenheit. Man lernt den jungen Ove kennen und erfährt unter anderem, wie er seiner Frau Sonja begegnet. Natürlich lernt man Ove so besser kennen, aber ich persönlich fand diese Kapitel eher langweilig und habe auf die Kapitel in der Gegenwart hingefiebert.

Fazit:
Das Buch konnte meine Erwartungen nicht erfüllen, da Ove mir nicht gefallen hat. Die Nebencharaktere mochte ich dafür umso mehr. Wenn man witzige Romane mit einer tollen Botschaft mag, dann empfehle ich das Buch.

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