Dienstag, 22. August 2017

Rezension ~ Das fünfte Glas

Titel: Das fünfte Glas
Autor: Helmut Vorndran
Reihe: Haderlein & Lagerfeld #5
Seiten: 304 Seiten
Verlag: emons
Genre: Krimi, Franken
Leseprobe



Reiheninformation:
Diese Rezension ist spoilerfrei! Aber Achtung: Dieser fünfte Band schließt nahtlos an den vierten an, daher solltet ihr die Reihenfolge einhalten, da ihr euch sonst die komplette Auflösung des vierten Falls vorwegnehmt. Bei Fall eins bis drei ist die richtige Reihenfolge nicht notwendig.

Inhalt:
In Coburg werden mehrere Leichen erschossen aufgefunden. Im Nebenraum werden gespannt die Abstimmungsergebnisse erwartet, ob Franken sich von Bayern abspaltet. Natürlich hat niemand etwas gesehen oder gehört. Für Franz Haderlein ist jedoch gleich klar, wer hinter allem steckt, aber er kann es nicht beweisen. 

Meine Meinung:
Dieser Fall schließt nahtlos an den Vorgänger an, was ich bei Krimis selten so erlebt habe. Mir war das zu Beginn nicht ganz so klar, daher war ich anfangs sehr verwirrt und konnte mich kaum in dem Buch zurechtfinden. Die Ereignisse werden aber mehr oder weniger zusammengefasst, daher ging es dann einigermaßen. 

Wer einen wohldurchdachten und sauber gelösten Kriminalfall sucht, ist hier definitiv fehl am Platz, aber das werden Leser des Autors sicher wissen und mit diesem Buch zu starten, kann ich sowieso nicht empfehlen. Die genannten Leichen spielen überhaupt nur eine sekundäre Rolle. Sie haben keine Namen und außer der offensichtlichen Todesursache, erfährt man auch nichts über etwaige Obduktionsergebnisse. Aus diesem Grund hätte man unter anderem die Szenen mit Bestatter und Gerichtsmediziner weglassen können. Im Vordergrund steht also nicht den Mörder der Toten zu finden, das ist irgendwie sowieso klar, sondern den Strippenzieher aus dem Hintergrund zu überführen. Die Methoden sind eher fragwürdig, aber das kennt man ja. 

Insgesamt ist auch dieser Band wieder reichlich skurril. Da sind die Bieber, die beim bibern gestört werden oder aggressive Killerbienen, die bei Honigdiebstahl so gar keinen Spaß verstehen. Nicht zu vergessen der 39-jährige Bauer, der eine Frau sucht, welche bitte „zwischen siebundreißig und siebenunddreißigeinhalb Jahre alt sein und noch keinen Sex mit annere Männern gehabt ham“ (S. 95) soll, „a Kind könntest du aber scho ham“ (S. 95f). 

Auf der Rückseite heißt es: „Vorndran pur: bitterböse Krimispannung trifft fränkischen Humor!“ Vorndran pur und fränkischer Humor: basst scho, aber Krimispannung gibt es dann doch nicht. Ist ja alles klar, die einzige Frage ist nur wer am Ende wen zuerst in die Finger bekommt. 

Die Aufmachung des Buches konnte mich leider nicht richtig überzeugen. Die Kapitel sind 30, 40, 50 Seiten lang. Zwar mit wechselnden Schauplätzen, aber für mich dennoch zu lang. Dann lieber pro Schauplatz ein Kapitel. Außerdem sind am Ende Fotos von Waffen, Gefährten und Gebäuden. An sich eine gute Idee, aber qualitativ sind die Fotos nicht sehr hochwertig. Jedenfalls für mein Auge. 

Fazit:
Wäre das mein erstes Buch aus der Reihe, ich würde sie vermutlich nicht weiterverfolgen. Zu abgedreht und irgendwie zu wenig auf den ursprünglichen Fall konzentriert. Aber wenn man bereits Bücher aus der Reihe kennt, bekommt man genau das, was man auch bei den anderen Fällen bekommt: Skurrile, fränkische Unterhaltung. Und so im Nachhinein weiß ich auch gar nicht, warum das Buch so heißt wie es heißt.  

 

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