Mittwoch, 18. Januar 2017

Rezension ~ Gebt mir eine zweite Chance

Titel: Gebt mir eine zweite Chance!
Originaltitel: Nicola - A second chance to live
Autorin: Nicola Owen
Seiten: 351 Seiten 
Verlag: Bastei Lübbe 
Genre: Biografie, Krankheit




Inhalt:
Nicola Owen ist ein Mädchen wie jedes andere. Bis sie in die Pubertät kommt. Danach ist nichts mehr wie es war. Sie wird von Depressionen geplagt, Phasen der Völlerei und des Hungers wechseln sich ab. Ihre Familie leidet zunehmend unter Nicolas Verhalten, doch immer wieder gibt es auch gute Momente. Als Nicola schließlich zum wiederholten Male ihr Elternhaus in Brand steckt, muss sie ins Gefängnis. Doch ihre Eltern weigern sich zu glauben, dass ihre Tochter eine geisteskranke Psychopathin ist…

Meine Meinung:
Mich hat der Klappentext sofort angesprochen (der allerdings den Grund für Nicolas Verhalten verrät, also wer nicht gespoilert werden will, sollte ihn meiden), weil ich diese Ursache für solch extremes Verhalten spannend finde. 

Das Buch ist beinahe 30 Jahre alt, was das Leseerlebnis schon besonders macht. Es wird viel über Briefe korrespondiert und als Nicolas Familie einen Hinweis auf die Ursache für ihr Verhalten erhält, können sie nicht einfach Google befragen. Stattdessen geht ihr Vater Ed in die Bibliothek und wälzt mühsam medizinische Fachliteratur. Das allein ist schon spannend.

Die Geschichte von Nicola ist nicht ganz einfach zu lesen. Es fallen böse Worte und auch Gewalt gegen sich selbst spielt eine Rolle. Letztlich muss man sich immer wieder klar machen, dass Nicola krank ist und für alles was sie getan hat, nichts konnte. Auch wenn das damals erstmal niemand wusste. 

Die Erzählweise hat mir persönlich nicht gefallen. Manche Passagen werden aus der Ich-Perspektive von Nicola erzählt, andere aus der Dritten Perspektive. Das war nicht ganz so gut gelöst, da es mich gerade am Anfang verwirrt hat. Später macht es natürlich Sinn, während Nicola im Gefängnis sitzt, bekommt sie natürlich nicht mit, was ihr Vater tut, aber in ihrer Kindheit und Jugend fand ich es verwirrend. Außerdem wird wahnsinnig oft das Wort „obschon“ verwendet. Natürlich wurden vor 30 Jahren andere Worte verwendet, aber die Häufigkeit stört extrem. 

Im Epilog hätte ich mir eventuell noch einen größeren Ausblick gewünscht. Wie geht es Nicola nach ihrer Diagnose? Welche Gedanken hat sie darüber usw.? Einiges wird zwar beschrieben, aber ein bisschen ausführlicher hätte es sein dürfen. 

Fazit:
Eine Biografie über eine junge Frau, deren Wesen sich nach Eintritt in die Pubertät vollkommen verändert. Empfehlenswert für diejenigen, die sich für das Thema interessieren. Speziell bei Interesse für hormonelle Erkrankungen.

Informatives Sammelsurium

Kommentare:

  1. Guten morgen,
    das Buch hat mich sehr nachdenklich hinterlassen. Das eine Pupertät so ausarten kann, erschreckt mich. Mir tat Nicole irgendwie leid, denn sie wußte ja, das etwas nicht mit ihr stimmte.
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

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    1. Hallo Anja,
      stimmt, das ist schon erschreckend. Glücklicherweise verläuft es ja bei den meisten nicht ganz so extrem ;)

      Liebe Grüße
      Julia

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