Donnerstag, 31. Juli 2014

Rezension ~ Wie im richtigen Film

Titel: Wie im richtigen Film
Autor: Oliver Wnuk
Verlag: Krueger
Seiten: 256
Genre: Roman





Inhalt:
Mit seiner Tochter zählt er ganz viele Glühwürmchen, neben seiner Freundin blinzelt er in zu viele Blitzlichtgewitter, und mit seinem Vater möchte er ein paar letzte helle Momente erleben: Jan liebt alle seine Lieben, manchmal so verzweifelt, dass er die Zeit anhalten will, und hat gerade erst so richtig begriffen, wie viel man doch falsch machen kann in den Haupt- und Nebenrollen seines Lebens. Aber weil ja die Liebe nicht einfach so sterben soll und die Lieben schon gar nicht, muss ein Mann irgendwann Entscheidungen treffen. (Klappentext)

Meine Meinung:
Da der Klappentext wirklich treffend ist, verzichte ich mal auf eine eigene Zusammenfassung. Jan, aus dessen Sicht der Leser auf die Ereignisse blickt, ist Schauspieler. Mehr oder weniger erfolgreich, aber neben seiner berühmten Freundin Clara geht er doch eher unter. Er ist ein großartiger Charakter, der durch seine Fehler und sein Bemühen diese wieder gut zu machen wirklich menschlich wirkt. Sein Vater hat Alzheimer und erkennt ihn schon lang nicht mehr. Nur als Jan sich auf dem deutschen Fernsehpreis völlig daneben benimmt, weil ihm seine eigene Freundin einen Preis wegschnappt, erinnert sich sein alter Herr an seinen Sohn. Jan besucht ihn selten, er kommt nicht wirklich mit dem Vergessen und dem Verfall seines Vaters klar, außerdem hatte er nie eine wirklich enge Bindung zu seinen Eltern. Doch mit einem mal bemüht er sich darum, seinen Vater zu klaren Momenten zu verhelfen, auch wenn er dabei – vor allem durch seinen Tonfall – sehr unbeholfen wirkt.
Für einige Lacher hat bei mir Fritz, Jans österreichischer Freund, gesorgt, dessen Dialekt die ganze Geschichte aufgelockert hat. Auch die Einblicke in die Filmwelt waren spannend, vor allem da der Autor ja eigentlich Schauspieler ist und sich somit in dieser Branche auskennt.

Die anderen Figuren neben Jan haben mir nicht ganz so gefallen. Seine Tochter Luca ist mir mit ihren fünf Jahren ein bisschen zu philosophisch veranlagt. Natürlich haben Kinder in dem Alter einen starken Forscherdrang, wollen alles wissen und alles entdecken. Aber die Diskussion die sie mit Jan darüber angefangen hat, ob sie denn tatsächlich am Leben ist, war mir zu übertrieben.
Mit Clara bin ich erst gegen Ende warm geworden, als sie mal wütend wird und sprichwörtlich auf den Tisch haut. Vorher war sie mir viel zu glatt, auch Jan beschreibt sie als perfekt. Sie weiß immer das richtige zu sagen und das richtige zu tun. Sie kommt völlig ohne Skandale aus, trägt ihr Privatleben nicht in die Öffentlichkeit aus und jeder mag sie. Sie hat einfach keine Ecken und Kanten.

Der Erzählstil ist wirklich toll, weil er nicht so standardisiert und in eine Form zu pressen ist. Da man die Geschichte durch Jans Augen erlebt, ist die Erzählweise eher locker, die Gedankengänge wirken sehr echt, als stammen sie wirklich aus Jans Kopf. Auch die Einteilung der Kapitel finde ich sehr schön, genau die richtige Länge. Zwischendurch gibt es dann immer wieder mal einen Badewannenmonolog, da Jan mit Vorliebe baden geht.

Fazit:
Ein kurzweiliges, unterhaltsames Buch, dass vor allem von dem großartigen Hauptcharakter und seiner locker leichten Erzählweise lebt.

4/5 Punkte

Donnerstag, 24. Juli 2014

Rezension ~ Die Vermessung der Welt

Titel: Die Vermessung der Welt
Autor: Daniel Kehlmann
Verlag: Rowohlt
Seiten: 304
Genre: Roman






Inhalt:
Wie ist der bekannte Wissenschaftler Carl Friedrich Gauß eigentlich zur Mathematik gekommen? Und zur Astronomie? Und zur Physik?
Wie kam es dazu, dass Alexander von Humboldt die Welt bereiste und Naturforscher wurde?
Dieser Roman beleuchtet die fiktive Freundschaft zwischen diesen beiden Wissenschaftlern und gibt Antwort auf die oben gestellten Fragen. Doch vieles (nicht alles) entspricht nicht der Realität.

Meine Meinung:
Ich bin wirklich unsicher, wie ich das Buch bewerten und beschreiben soll. Nachdem ich so viel gutes gehört habe und ich auch unbedingt noch den Film sehen möchte, habe ich bei sich bietender Gelegenheit zum Buch gegriffen. Groß enttäuscht worden bin ich nicht, da ich wenig inhaltliche Erwartungen hatte, aber die Begeisterung nachvollziehen kann ich leider auch nicht.

Es fängt schon mit dem Schreibstil an. Ich hatte Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen, weil Kehlmann gänzlich auf wörtliche Rede verzichtet. Das gefällt sicher nicht jedem. Irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt, konnte dann aber zwei Tage nicht lesen und als ich dann wieder zum Buch griff, kam ich wieder nicht in die Geschichte hinein. Permanent indirekte Rede scheint also nichts für mich zu sein, vor allem nicht, wenn man das Buch nicht schnell weg lesen kann. Dennoch muss ich positiv hervorheben, dass die Geschichte verständlich ist, was man durch die indirekte Rede ja auch nicht unbedingt erwarten kann.

Ob es überhaupt möglich ist, die Geschichte „wegzulesen“ ist so eine Sache. Anfangs war die Geschichte recht spannend, da ging das umblättern sehr schnell. Doch irgendwann wurde es recht langweilige, weil ich das Gefühl hatte nicht vorwärts zu kommen. Humboldt reist von einem Ort zum anderen, wird mal von Mücken zerstochen oder holt sich Erfrierungen auf einem Berg. Was Gauß die ganze Zeit über macht, weiß ich gar nicht so genau. Rechnen und sich beklagen und sonst? Keine Ahnung.
Als Personen fand ich die beiden aber doch stellenweise interessant, sie erscheinen fast ein wenig weltfremd, vor allem Gauß. Er kann seine Ehefrau absolut nicht ausstehen, sie nicht mal ansehen und in der Hochzeitsnacht hat er nichts besseres zu tun, als die Formel zu notieren, mit der man Meßfehler der Planetenbahnen approximativ berechnen kann.
Humboldt hat mir von allen am Besten gefallen. Seine Welt ist die Natur, weshalb er mit Menschen nur bedingt kommunizieren kann und mit Frauen schon gar nicht. Es hatte wirklich Unterhaltungswert, wie er seinen Begleite Bonpland zur Schnecke machte, wenn dieser mal wieder völlig zerzaust von einer Begegnung mit einer Frau kam. Für Humboldt scheint es sehr unverständlich, dass man Frauen so etwas spannendem wie Magnetismusmessungen oder ähnlichem vorziehen kann.

Besonders gut gelungen ist es dem Autor, Humboldts Faszination für die Pflanzen, die Tiere, die Steine darzustellen. Er interessiert sich für alles, für Temperatur, Höhe, Luftfeuchtigkeit, für das Angriffsverhalten von Krokodilen, für alles was man messen oder beobachten kann. Sein Entdeckungsdrang kam wirklich gut zur Geltung, sodass ich zwischendurch selbst Lust hatte in die Welt zu gehen und etwas zu erforschen.

Fazit:
An einigen Stellen ein unterhaltsames Buch, was vor allem an den weltfremden Charakteren liegt, die den Entdeckungsdrang wecken (können). Insgesamt jedoch durch die fehlende wörtliche Rede und der geringen Spannung kein Buch, welches einen vom Hocker haut oder daran fesselt ;)

3/5 Punkte
 

Sonntag, 20. Juli 2014

Rezension ~ Im Angesicht meines Feindes

Titel: Im Angesicht meines Feindes
Originaltitel: Deadly Pursuit 
Autorin: Irene Hannon
Reihe: Guardians of Justice #2 
Verlag: Francke
Seiten: 416 Seiten
Genre: Ladythriller, Religion



Inhalt:
Alison Taylor ist Sozialarbeiterin und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern zu ihrem Recht zu verhelfen. Doch dann wird sie von einem Stalker bedroht, sie erhält beunruhigende Anrufe und seltsame Geschenke. Wie gut, dass sie ihre beiden Brüder Jake und Cole hat, die bei der Polizei arbeiten und mit einem ausgeprägten Beschützerinstinkt ausgestattet sind, auch wenn das manchmal ganz schön nervig sein kann. Außerdem ist da noch Mitch Morgan, ein Kollege Coles, der sehr interessiert an Alison ist, was auf Gegenseitigkeit beruht.

Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch von einer guten Freundin zum Geburtstag bekommen, die sehr begeistert von dieser Reihe ist. Die Kurzbeschreibung hat mir gleich gut gefallen, auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, wie dieser christliche Aspekt mit einem Thriller zusammen passt.
Es funktioniert auf jeden Fall.

Mitch ist ein sehr toller Charakter, den ich auf Anhieb mochte. Er ist sehr ehrlich, charmant und aufmerksam. Ein Traum von einem Mann. Er lebt erst seit kurzem wieder in St. Louis, nachdem sein Vater eine Bypass-Operation hatte und kennt dementsprechend noch nicht viele Leute. Alisons Bruder Cole versucht seine Schwester mit seinem Kollegen zu verkuppeln und er scheint auch Erfolg damit zu haben. Schon dieses erste Kennenlernen hat mir sehr gut gefallen, weil weder Alison noch Mitch so wirklich Lust darauf haben, aber dann doch Gefallen an dem Abend finden. Schon hier zeigt sich, dass Mitch sehr aufmerksam und einfühlsam ist. Er flirtet zwar mit Alison, respektiert aber die Grenzen die sie zieht.

An einigen Stellen ist die Geschichte sehr vorhersehbar, zum Beispiel als Mitch Zweifel an Gottes Existenz äußert, kommt einem schnell der Gedanke, dass er im Verlauf der Geschichte zu seinem Glauben zurück finden wird.
Die Handlung ist spannend, mit kleineren Überraschungen. Wer hinter allem steckt ist schnell klar, was aber auch gewollt ist, doch trotzdem wird es nicht langweilig. Vor allem liegt das an den wirklich tollen, authentischen Charakteren.

Fazit:
Ein spannender Ladythriller, dessen Hauptpersonen man sofort ins Herz schließt. Erinnert haben mich die Bücher sofort an Karen Rose, die ich wirklich sehr gern lese, nur eben in christlich.

5/5 Punkte

Samstag, 19. Juli 2014

Rezension ~ Tajo@Bruns_LLC

Titel: Tajo@Bruns_LLC - Das Herz des Löwen
Autorin: Bianca Nias
Reihe: Gestaltwandler Familie Bruns #1
Verlag: Dead Soft
Seiten: 351 Seiten
Genre: Gay- Fantasy




Inhalt:
Marc ist eigentlich ein eher ruhiger Zeitgenosse, dessen Leben fast ausschließlich aus Computern besteht. Sei es privat oder beruflich, er programmiert, spielt oder surft im Internet. Als er den attraktiven Tajo kennen lernt, wird sein Leben komplett durcheinander gebracht. Plötzlich nimmt der Computer nicht mehr den ersten Platz in seinem Leben ein und unerwartet schweben er und seine neue Familie in großer Gefahr. Denn Tajo ist ein Gestaltwandler und benötigt plötzlich Marcs Hilfe, die Hilfe eines gewöhnlichen Menschen.

Meine Meinung:
Ich habe mich mit diesem Buch auf ziemlich neues Terrain gewagt, weil ich überhaupt kein Fantasyleser bin, nehmen wir mal Harry Potter und die Tribute von Panem davon aus. Zwar wird dieses Buch sicher nicht ausschlaggebend dafür sein, dass ich jetzt nur noch in diesem Genre lese, aber es hat mir entgegen meiner ersten Zweifel doch gut gefallen.

Die Geschichte ist spannend und abwechslungsreich. Es tauchen immer neue Gestaltwandler auf und man fragt sich, wer es auf Tajo und seine Familie abgesehen hat. Fasziniert hat mich besonders, wie gut die Gestaltwandler organisiert sind, sie unterhalten eigene Krankenhäuser und sie üben die unterschiedlichsten Berufe aus, wodurch sie eine ganz eigene Gemeinschaft bilden. Im Grunde, müssten sie gar nichts mit den normalen Menschen zu tun haben. Außerdem hat mir gefallen, dass die Gestaltwandler als Menschen ihren Gestalten ähnlich sind. Einerseits was das Aussehen betrifft, andererseits aber auch die charakterlichen Züge. Wüsste man zuvor nicht, dass Tajo sich einen Löwen verwandeln kann, sondern müsste man raten, könnte man durch seinen Charakter schnell auf eine Raubkatze schließen.

Die Handlung spielt anfangs in Hessen, später dann in Südafrika. Ohne je da gewesen zu sein, konnte ich mir den südafrikanischen Handlungsort sehr gut vorstellen, was mir bei dem hessischen Dorf nicht so gut gelungen ist. Tajos Familie besitzt dort einen verlassenen Bauernhof, dessen Stall zu einer Computerzentrale umgebaut wird. Mehrfach wurde beschrieben, dass dieser Stall mit den Computern an eine NASA-Schaltzentrale erinnert, was ich mir einfach nicht vorstellen konnte. Dies aber nur als Kleinigkeit.

Die größten Probleme hatte ich leider mit Marc. Er ist die meiste Zeit wirklich sympathisch und gar nicht so nerdig wie er sich selbst beschreibt. Intelligent und computerbesessen, aber nicht nerdig. Es gibt nur zwei Stellen, eine kleinere und eine größere, wo er mir so überhaupt nicht gefallen hat, das sich das leider auf das ganze Buch ausgewirkt hat. Ich möchte hier nur das große Manko erwähnen. Als Marc erfährt, dass Tajo und seine Familie Gestaltwandler sind, passiert: nichts. Gar nichts. Er fragt nicht nach, er wundert sich nicht, er akzeptiert diese Tatsache vorbehaltlos und gibt spontan sein Leben auf. Fertig. Das muss man sich mal vorstellen, da sitzt einem ein gut aussehender junger Mann gegenüber, den man durchaus sympathisch findet (die Rede ist von Jon, Tajos jüngerem Bruder) und verwandelt sich einfach so in einen Löwen. Nach der Verwandlung bittet er um Hilfe, dafür muss man aber alles aufgeben: Job, Wohnung, einfach alles. Und Marc sagt einfach ja. Ihm kommt es nicht komisch vor, dass Jon sich in einen Löwen verwandelt, obwohl er zuvor ordentlich einen gebechert hat. Fragt man sich da nicht erst mal ob der Alkohol einem einen Streich spielt? Überlegt man nicht erst mal ob man wirklich seinen gut bezahlten Job aufgeben will? Erbittet man sich nicht Bedenkzeit? An diesem Punkt konnte ich Marc einfach nicht verstehen, sodass ich ihn zwar später immer noch oder wieder nett fand, aber nicht mehr. Er hat einfach seine Glaubhaftigkeit verloren.

Die anderen Charaktere (es sind schon einige) haben mir auch meist gut gefallen. Meine Lieblinge sind Jon, Tajos Bruder und Devon, Jons alter Schulfreund. Zu ihnen habe ich mehr Zugang gefunden als zu Tajo und Marc, keine Ahnung warum. Gut, warum sie mir besser gefallen haben als Marc ist klar, was Tajo angeht... Er ist durchaus ein guter Hauptcharakter, aber ich glaube mit Buchcharakteren ist es wie mit realen Menschen. Manche schließt man sofort in sein Herz, manche hasst man gleich leidenschaftlich und bei anderen braucht man länger um mit ihnen warm zu werden. Tajo gehört wohl in Kategorie drei.

Fazit:
Insgesamt eine spannende, abwechslungsreiche und fantasievolle Gay-Romance, die für mich einen großen Kritikpunkt hat: Marc. Sein absolut nicht nachvollziehbares Verhalten relativ zu Beginn, schmälert Sympathie und Verständnis für ihn.
Vermutlich im Herbst wird der zweite Teil erscheinen, in dem es um Jon gehen wird. Darauf freue ich mich sehr, vielleicht werde ich dann auch mit Tajo warm.

4/5 Punkte

Mittwoch, 16. Juli 2014

Rezension ~ Herr der Diebe

Titel: Herr der Diebe
Autorin: Cornelia Funke
Verlag: Oetinger
Seiten: 400
Genre: Kinderbuch



 


Inhalt:
Der Herr der Diebe - das ist der geheimnisvolle Anführer einer Kinderbande in Venedig, die er mit dem Verkauf der Beute aus seinen Raubzügen über Wasser hält. Keiner kennt seinen Namen, seine Herkunft. Auch nicht Prosper und Bo - zwei Ausreißer, die auf der Flucht vor ihrer Tante und dem Detektiv Victor Unterschlupf bei der Bande gefunden haben. Als Victor den Kindern tatsächlich auf die Spur kommt, bringt er dadurch alle in Gefahr. Aber endgültig scheint die Gemeinschaft der Bande aufzubrechen, als ein rätselhafter Auftrag, erteilt von dem mysteriösen "Conte", die Kinder auf eine Laguneninsel führt. Diese Insel, von außen unbewohnt und einsam scheinend, birgt ein Geheimnis, das alles verändert. (Oetinger Verlag)

Meine Meinung:
zu den Charakteren:
Ich finde die unterschiedlichen Personen sehr toll dargestellt, sie machen es einem leicht sie zu mögen oder eben nicht. Vor allem Tante und Onkel von Bo und Prosper machen es einem wirklich leicht sie unsympathisch zu finden. Sie interessieren sich eigentlich nur für Bo, weil er goldenes Engelshaar hat und mit seinen fünf Jahren noch wunderbar erzogen werden kann, so wie man es gern hätte. Für Prosper interessieren sie sich dagegen wenig, er soll in ein Internat abgeschoben werden und bitte schön noch dankbar sein, weil er seinen Bruder einmal im Monat (!) sehen darf. Durch ihr Verhalten, ihre Wortwahl und ihr demonstratives Desinteresse gegenüber Prosper und sämtlichen Gefühlsargumente, kommt die Absicht der Verwandtschaft richtig gut zur Geltung.

Prosper und Bo dagegen taten mir allein deswegen Leid, weil sie erst ihre Mutter verlieren und dann nicht mal jemand da ist der sie tröstet. Anstatt das sie gemeinsam trauern dürfen, sollen sie dann auch noch auseinander gerissen werden. Prosper ist ein toller großer Bruder, der Bo vor allem beschützen möchte und versucht so gut es eben geht, in den von den illegalen Aktivitäten fernzuhalten. Bo dagegen ist typisch der Kleine, der es hasst, dass ihm alle über die Haare streicheln und der überall dabei sein will, aber oft doch Angst hat.

Auch die anderen Mitglieder der Bande, Mosca, Riccio und Wespe sind tolle Charaktere, die ihre ganz eigene Geschichte haben, warum sie auf der Straße leben. Der Anführer, der Herr der Diebe, wirkt zunehmend geheimnisvoller, er taucht mitten in der Nacht auf, mal ist er drei Tage nicht zu sprechen. Die Auflösung seiner Herkunft ist recht simpel, aber dennoch sehr effektvoll.

zum Handlungsort:
Ich selbst war noch nie in Venedig, habe aber große Lust auf diese Stadt bekommen. Man bekommt einen tollen Eindruck von den kleinen Straßen, den Gondeln und Kanälen und auch der Lagune. Die Beschreibung der Häuser, mit den geflügelten Löwen hat etwas fantastisches, geheimnisvolles.

zum Inhalt:
Eigentlich bin ich ein Mensch der ein sehr ausgeprägtes Gewissen hat, dennoch hat mich in diesem Fall nicht gestört das die Kinder geklaut haben. Sie waren so sympathisch, dass man ihnen diese kleinen Diebstähle zugestanden hat, schließlich müssen sie auch irgendwie überleben.

Auch die Thematik, dass viele Erwachsene gern wieder Kind wären und umgekehrt Kinder so gern erwachsen wären, wurde sehr schön umgesetzt. Es kann sehr verlockend sein, bringt aber auch einige Nachteile mit sich.
„Kinder sind Raupen und Erwachsene sind Schmetterlinge. Und kein Schmetterling erinnert sich mehr daran, wie es sich anfühlte, eine Raupe zu sein.“ (S.32)

Die volle Punktzahl kann ich nicht geben, da der Einstieg ein wenig lang war und mir irgendwie dieser WOW-Moment gefehlt hat. Es ist ein tolles Buch, keine Frage, aber es stellte sich einfach keine Begeisterung für die Geschichte ein.
zur Aufmachung:
Jedes Kapitel wird mit einem kleinen Bild eingeleitet, in das der Titel integriert ist. So werden zum Beispiel die Gondeln oder auch die geflügelten Löwen noch einmal deutlich unterstrichen. Außerdem gibt es am Ende ein kleines Wörterbuch, darin aufgelistet sind alle italienischen oder lateinischen Ausdrücke die in dem Buch vorkommen, sowie bei Bedarf Aussprachehilfen. Zusätzlich gibt es noch einen Übersichtsplan über Venedig.

Fazit:
Ein bekanntes Kinderbuch, welches durchaus unterhaltsam ist. Die Geschichte wird sehr anschaulich erzählt, spannend und unterhaltsam, auch die Charaktere sind wundervoll. Sollte man auf jeden Fall kennen.

4/5 Punkte

Samstag, 12. Juli 2014

Rezension ~ Verlorene Eier

Titel: Verlorene Eier
Originaltitel: Going Pearshaped
Autor: Sam Scarlett
Verlag: Blanvalet
Seiten: 448
Genre: Frauenroman, Romantische Komödie




Inhalt:
Bill ist Autor von historischen Liebesromanen mit wohlklingenden Titeln wie "Lady Sarah und der Graf" oder  "Das Tor der Versuchung". Da sich solche Bücher aber nur schlecht verkaufen wenn der Autor ein Mann ist, schreibt Bill unter dem Pseudonym Angela Huxtable. Sein amerikanischer Verlag plant mit ihm oder besser gesagt mit Angela eine Lesereise durch sechs Städte der USA, nur dann erhält er einen Vorschuss von 1 Million Dollar auf seine nächsten Bücher, den er wirklich gut gebrauchen kann. Während eines Mittagessens mit seinem Agenten Gerald -bei dem eine nicht geringe Menge Alkohol fließt- beschließt Bill, dass nur er selbst Angela am besten verkörpern kann und so wird aus Bill Angela. Für einen Mann über 50 mit grauen Haaren und Vollbart, ist es gar nicht so einfach überzeugend eine Frau zu spielen, doch zum Glück gibt es da einen alten Schulfreund.

Meine Meinung:
Die Idee ist wahrscheinlich nicht neu, aber da ich noch nie so ein Buch gelesen habe, hatte ich nicht das Gefühl etwas altbekanntes zu lesen.
Bill ist ein bisschen verschroben, was vielleicht negativer klingt, als es gemeint ist. Er wohnt in einem kleinen Kaff, in einem Haus, welches dringend renoviert werden müsste und ist geschieden, nachdem seine Ex-Frau es gerade mal sechs Tage auf dem Land ausgehalten hat.
Ich finde ihn als Person unglaublich humorvoll, so steht er zum Beispiel täglich in seinem Garten, an dessen Rückseite eine Kuhwiese grenzt und liest den Kühen seine neusten Zeilen vor. Es ist eher ein trockener Humor, aber sonst finde ich ihn schwer zu beschreiben. Man muss ihn einfach lesen ;)

Seine Verwandlung zur Frau finde ich großartig beschrieben, vor allem weil man als Leser auf die kleinen Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufmerksam gemacht wird. Wie spricht, geht, sitzt eine Frau im Gegensatz zu einem Mann? Es ändert sich einfach alles, von der Wortwahl bis hin zum Gang. Und nicht vergessen den Rock glatt zu streichen! ;)

Die Lesereise hat mir auch wirklich gut gefallen, dazu gibt es gar nicht so viel zu erzählen. Ich möchte schließlich auch nicht spoilern.

Das Ende war schon sehr... abgedreht, wahrscheinlich auch unrealistisch, wenn man bedenkt, dass einem Menschen so viel Unsinn gar nicht auf einmal passieren kann. Ich fand es aber dennoch nicht schlecht, weil es einfach so zu der Ich-muss-mich-als-Frau-verkleiden-weil-ich-unter-weiblichem-Pseudonym-schreibe-Nummer gepasst hat.

Fazit:
Sicher keine literarische Meisterleistung, sondern eher ein Buch vom Grabbeltisch. Dennoch hat es mich bestens unterhalten, gerade weil es so abgedreht und leicht war. Klare Leseempfehlung!

5/5 Punkte

Freitag, 11. Juli 2014

Der Lovelybooks Lesesommer

Wer?
Lovelybooks

Wann?
07. Juli 2014 bis 14. September 2014

Was?
10 Wochen lang "Sommerlektüre diskutieren, Fotos austauschen und neue Bücher entdecken." Dazu können Aufgaben gelöst werden, wenn man denn mag. Alles kann, nichts muss. Es gibt für die Aufgaben Punkte, manchmal extra Punkte und wer am Ende die meisten Punkte besammelt hat, gewinnt ein großes Buchpaket. Jede Woche gibt es eine neue Aufgabe, also schaut ruhig öfter hier vorbei.

Kann man auch später noch einsteigen?
Ja, auf jeden Fall.

Meine persönlichen Ziele:
Spaß und SUB-Abbau. Ich rechne nicht mit Chancen auf den Gewinn, der natürlich klasse wäre, aber meinem Jahresziel (drastischer SUB-Abbau) im Weg steht ;) Von daher möchte ich gern viel lesen und vor allem auch Bücher, die schon ein Weilchen länger in meinem Regal stehen. Welche das sind seht ihr weiter unten.


Aufgabe 1
Wir möchten wissen, welche Bücher ihr gerne über den Sommer lesen möchtet! Welche Titel nehmt ihr euch für 10 Wochen Lesesommer vor? Wie viele Bücher möchtet ihr lesen?

Meine vorläufige Liste ist diese: 
Die Vermessung der Welt - Daniel Kehlmann
Wie im richtigen Film - Oliver Wnuk
Im Angesicht meines Feindes - Irene Hannon ✓
Tajo@Bruns_LLC - Bianca Nias ✓
Unerwartet - Melanie Hinz
SMS für dich -Sofie Cramer
Nie genung - Melanie Hinz
Anna Karenina - Leo N. Tolstoi
Die Säulen der Erde - Ken Follett
Hype - Anders de la Motte
Herr der Diebe - Cornelia Funke

Gelesenes und nicht auf der Liste:
Eine zweite Chance für den ersten Eindruck - Melanie Hinz
Ungeplant - Melanie Hinz  
Bodycaught - Chris P. Rolls 
Loving Silver - M. S. Kelts
Watch your back - Karen Rose
The Lost Boys - Abbi W. Reed
Erebos - Ursula Poznanski 
Mein Sommer nebenan - Huntley Fitzpatrick 
Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär - Walter Moers 
Ticket ins Paradies - Gaby Hauptmann

Ich würde gern noch ein mehr schaffen, möchte mich aber auch nicht unter Druck setzen lassen. Bei Bedarf erweitere ich dann einfach die Liste ;) Fürs Foto hochladen gibt es extra Punkte, weshalb ich euch eine kleine Auswahl präsentiere. Der Rest ist bei meiner Familie und dort bin ich erst ab August wieder (was zu spät für Aufgabe 1 ist).


Aufgabe 2
Habt ihr ein ganz tolles Lieblingssommerbuch? Eines, das euch besonders bewegt hat, euch einen ganz bestimmten Sommer versüßt hat, oder in dem ein toller Sommer beschrieben wird?

Für mich keine so leichte Frage, ich bin eigentlich überhaupt kein Jahreszeitenleser :D Mir ist aber nach einiger Zeit doch etwas eingefallen:


Kirschroter Sommer von Carina Bartsch habe ich letzten Sommer gelesen und war wirklich begeistert. Das Cover hat mich schon immer in jeder Buchhandlung von Weitem angezogen und dann hat es mir auch der Inhalt angetan. Es lässt sich super leicht lesen, was natürlich für einen entspannten Tag auf der Liege gerade richtig ist. Die Charaktere sind sympathisch, lustig und mitten aus dem Leben gegriffen. Eins der wenigen Bücher, welches ich öfter lesen werde.




Mein absolutes Lieblingsbuch: Das Rosie - Projekt! Vielleicht eher ein Buch, welches man immer lesen kann, aber da es so großartig ist, darf es in meiner Aufzählung nicht fehlen. Ich glaube, ich hab noch nie so einen wundervollen Charakter wie Don kennen gelernt. Er scheint meistens von einem anderen Stern zu kommen, ist dabei aber so unglaublich liebenswürdig. Dieses Buch kann man nicht beschreiben, man muss es lesen. (Übrigens habe ich gerade eben gesehen, dass man auf der Verlagsseite Don Tillmanns Fragebogen ausfüllen kann. Wird doch gleich mal getestet;))



Zuletzt fällt mir dann die Panem Reihe ein, die ich im Sommer vor zwei Jahre gelesen habe. Eigentlich ist das überhaupt nicht mein Genre, aber Suzanne Collins hat eine wirklich eindrucksvolle Welt erschaffen. Teilweise war es sehr brutal, manchmal traurig, aber immer unglaublich spannend. Genau das richtige für einen lauen Sommerabend auf der Terasse, bei dem man nicht merkt wie es um einen herum immer dunkler wird, weil man so gefesselt von den Büchern ist.



Aufgabe 4
Was sind eure liebsten Neuerscheinungen diesen Sommer? Auf welche Bücher freut ihr euch am meisten, habt ihr vielleicht schon ein Buch vorbestellt und welche Titel werden garantiert in eurem Bücherregal landen? Oder habt ihr vielleicht schon ein ganz tolles Buch gelesen, das diesen Sommer (Juli, August oder September 2014) erscheint? 

Keine leichte Aufgabe für mich, da ich Bücher so selten kurz nach Erscheinungsdatum lese, dass ich nie informiert bin, welche Neuerscheinungen es so gibt. Außerdem lese ich auch wenig Reihen, weshalb ich nicht mal sehnsüchtig auf einen weiteren Band von etwas warte. ;)

In einer Hotelsuite auf den Bahamas bietet sich dem Ermittler Lincoln Rhyme ein Bild des Schreckens: Der regierungskritische US-Bürger Roberto Moreno wurde von einem Scharfschützen kaltblütig erschossen, sein Bodyguard und ein Reporter sind ebenfalls tot – und laut Informationen der zuständigen Staatsanwältin geschahen die Morde im Auftrag des amerikanischen Geheimdienstes. Die ambitionierte Nance Laurel ist fest entschlossen, die für das brutale Attentat Verantwortlichen zur Strecke zu bringen, und beauftragt Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs mit den Ermittlungen. Eine Hetzjagd beginnt, die die beiden selbst ins Visier des skrupellosen Killers Jacob Swann rückt … (Quelle: blanvalet)

Das einzige Buch das mir einfällt, ist "Todeszimmer" von Jeffery Deaver, da ich vor einigen Wochen noch auf seiner Homepage gestöbert habe und dabei über das neue Buch gestolpert bin. Als großer Deaver Fan muss ich das Buch unbedingt haben (sieht ja auch blöd im Regal aus, wenn ein Band fehlt ;)), werde aber warten bis es mal irgendwann (in gefühlt 1000 Jahren) als Taschenbuch erscheint.

Aufgabe 5
Wo macht ihr es euch mit einem guten Buch gemütlich, wenn es draußen schön warm ist? Oder wartet ihr eher auf den Sommerregen und macht es euch drinnen gemütlich?

Wenn ich unter dem Semester nicht bei meiner Familie bin, lese ich am liebsten im Rosengarten. Ist zwar ein Touristenmagnet, aber da ist es so idyllisch und bisher hab ich noch immer einen Sitzplatz ergattert. Die Bänke die ich immer ansteuere, seht ihr am oberen Bildrand, wo die  schattenspendenden Bäume stehn :) Manchen Leuten wäre es dort vielleicht zu laut oder zu voll, aber ich mag es dort zu lesen, weil ich dann nicht das Gefühl habe einsam zu sein. Wenn ich allein in meiner WG hocke, vermisse ich oft den Kontakt zu Menschen. Dann lieber der touristisch ein wenig überlaufene Rosengarten ;)


Mein Lieblingssommerleseplatz für die Semesterferien ist die Hollywoodschaukel im Garten meiner Familie. Darauf wohne ich quasi die Ferien über :D Dort ist es immer am schattigsten, da sich auf unserer überdachten Terrasse gern die Hitze staut. Außerdem mag ich das leichte Schaukel und wenn man mal ein langweiliges Buch erwischt hat, wird man von dem Nachbarn, der hiner der Koniferenhecke wohnt mit WDR4 beschallt... (was jetzt nicht so gaaaaaanz meine Musik ist ;))


 Aufgabe7
Wir sind neugierig und möchten gerne von euch wissen, wie viele Bücher sich auf eurem SuB stapeln! Habt ihr überhaupt einen Überblick oder sind es schon so viele, dass ihr gar nicht mehr mitzählt? Wisst ihr vielleicht auch, welches eurer Bücher schon am längsten ungelesen bei euch herumliegt? 

Mein lovelybooks SUB zählt 91 Bücher, welche ich gerne bald lesen möchte. Zu sehen auf diesem Bild. Dieses hübsche Regal hat mein Papa gebaut und das rahmt mein Bett ein, damit ich nachts von all den tollen Büchern träume, die noch auf mich warten.


Hier seht ihr einen Ausschnitt der vielen Krimis und Thriller, die ich von vielen Bekannten bekomme, damit ich damit je nach Qualität und Zustand entweder meinen Bücherstuhl bauen (lassen) kann oder meine zukünftige Wunschbibliothek füllen kann (hab ich ja schon von erzählt ;)). Lesen würde ich die gern alle, aber realistisch gesehen wird das nicht bei allen klappen und wahrscheinlich Jahre dauern :D

In Zahlen kann ich meinen Gesamt-SUB nicht ausdrücken und will das glaub ich auch gar nicht ;) Ich hoffe nur, dass er im nächsten Jahr deutlich kleiner ist, weil 2014 bei mir ganz unter dem Motto "Der SUB muss weg" steht :)
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Was am längsten bei mir Staub ansetzt kann ich nicht sagen. Heiße Anwärter auf den Titel sind auf jeden Fall Bend it like Beckham, Lilly unter den Linden und Lieber Vater! Böser Vater! Damit man mal eine Vorstellung von den zeitlichen Ausmaßen hat: Bend it like Beckham haben wir mal kurz (!) in der Schule angesprochen (vielleicht 8. oder 9. Klasse) und jetzt studiere ich bereits im dritten Jahr :D

Aufgabe 8
Wir möchten nun von euch wissen, welches Cover für euch am lautesten "Sommer!" schreit und warum. Gibt es in euren Augen ein Buchcover, das die Sommerstimmung perfekt einfängt und bei dem ihr immer an Sommer denken müsst, sobald ihr es seht?

Ich verbinde Sommer vor allem mit der Hollywoodschaukel, hab aber kein Buch mit einer auf dem Cover gefunden. Auch zu den Johannisbeeren die ich im Sommer gerne esse, fällt mir kein Cover ein. Da aber auch Meer oder zumindest ein See für mich zum Sommer gehört, habe ich meine aktuelle Lektüre gewählt. Meine Traumkomposition müsste also eigentlich aus einem Sandstrand bestehen, auf dem eine Hollywoodschaukel steht mit einem Beistell-tischchen auf dem ein gutes Buch, eine Schale Johannisbeeren (oder anderes rotes Obst) und eine Flasche Eistee zu finden sind. *seufz*


Außerdem schreit nach Sommer "Mein Sommer nebenan" von Huntley Fitzpatrick. Hab ich auch diesen Sommer gelesen. Es vermittelt für mich dieses Sommerferiengefühl, welches man als Schüler immer hatte. Morgens aufstehen, die Sonne scheint, frühstücken, den ganzen Tag im Garten, auf der Straße oder sonst wo rumhängen, lockere Verabredungen mit Freunden und irgendwann abends Heim kommen. Klasse!





Aufgabe 10
Ihr habt über den Lesesommer hinweg bestimmt schon viele tolle Zitate und Buchanfänge gelesen und markiert und wir möchten gerne daran teilhaben! 

Das ist eine Aufgabe für mich. Ich bin ein absoluter Zitate und Sprüche Junkie. Hier werde ich aber nur zwei Stück nennen, die ich aus Lesesommer-Büchern heraus geschrieben habe. Andernfalls könnte ich noch Jahre weiter schreiben :D
 
"Merk dir eins: Ich bin überall da, wo du mich nicht erwartest, aber niemals da, wo du mich suchst." (Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Walter Moers, S. 376)
Dieses Zitat gefällt mir, weil ich den ersten Teil für wahr erachte. In den allermeisten Fällen wird man vom Tod überrascht, sei es der eigene oder der von Verwandten, Freunden, Bekannten... Der zweite Teil muss nicht unbedingt wahr sein, wenn man wirklich nicht mehr Leben will, wird man einen Weg finden, es zu beenden.

"Ist mir völlig egal, was andere Leute in ihrem Schlafzimmer machen. Hauptsache glücklich und nicht illegal." (Eine zweite Chance für den ersten Eindruck, Melanie Hinz, S. 65)
Mir spricht diese Zeile in ihrer Schlichtheit und Wahrheit aus der Seele. Einige haben vielleicht schon mitbekommen, dass mir die Gleichberechtigung aller sehr wichtig. Das bezieht sich auf Geschlecht, Hautfarbe und Religion, aber eben auch auf Sexualität. Deutschland mag in vielen Dingen Vorreiter sein und ich lebe wirklich gern hier. Manchmal aber, hab ich das Gefühl in der Steinzeit oder auch in einer einsamen Hochebene in Asien zu leben. Zum Beispiel dann, wenn homosexuelle Männer keine Stammzellenspenden spenden oder heiraten dürfen. Sind Männer automatisch weniger monogam als Mann und Frau? Ist die Liebe zwischen zwei Männern (oder auch Frauen) weniger wert als die eines Mannes und einer Frau?

Aufgabe 11
Welchen Titel würdet ihr eurem Sommer 2014 geben, wenn er ein Buch wäre? Welchem Genre würde er entsprechen? War er spannend wie ein Krimi, lustig wie ein humorvoller Roman oder romantisch wie eine Liebesgeschichte?

Mein Titel wäre wahrscheinlich "Wohin geht die Reise?" oder so ähnlich.  Beim Genre wird es dann schwierig. Es wäre wohl etwas sehr langweiliges, ohne große Spannung. Es würde viele Fragen beinhalten, wie zum Beispiel: Wo mache ich mein Praktikum? Werde ich einen Master machen? Werde ich mich überwinden und mal etwas von der Welt sehen? Letzteres ist im Grunde beantwortet, die Frage lautet nun: Wohin geht es?
Wahrscheinlich wäre es also eine Art Erfahrungsbericht (Sachbuch) mit einem winzig kleinen Anteil Ratgeber.

Aufgabe 12
Wie viele Bücher habt ihr gelesen, wie viele Bücher eurer Leseliste aus Aufgabe 1 habt ihr geschafft, welche Bücher sind noch spontan dazugekommen? Wie hat euch der Lesesommer gefallen? Zieht euer persönliches Fazit, beantwortet diese Fragen und verratet außerdem, was euer Top und Flop des Lesesommers war! Welches Buch habt ihr besonders gern gelesen und welches hat euch am meisten enttäuscht?

Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es bei mir 14 Bücher plus ein angefanges. Damit bin ich zu Frieden, vor allem da ich auch vier Wochen zwischendrin gearbeitet habe und kaum zum Lesen gekommen bin.  Aus meiner Leseliste habe ich genau fünf Bücher gelesen, was mir ein bisschen zu wenig ist. Vor allem konnte ich keinen der beiden Wälzer lesen, was mich wirklich stört. Ich hoffe dann auf die Weihnachtsferien ;) Mir sind einige Wunschlistenbücher dazwischen gekommen, mit denen ich mich für ein erfolgreiches Studienjahr belohnt habe, was dann wieder ausgleicht, dass ich "nur" fünf Bücher meiner Leseliste lesen konnte.
Jemanden oder etwas auf ein Podest zu stellen, ist für mich immer schwierig, ich bin mehr der "eigentlich sind wir doch alle Sieger"-Typ :D Sehr sehr gut gefallen haben mir auf jeden Fall Loving Silver (großartige Charaktere) und Mein Sommer nebenan (tolles Sommerferien-Feeling). Überraschen konnte mich Wie im richtigen Film, während ich von der Vermessung der Welt mehr erwartet habe. Richtige Flops waren für mich The Lost Boys (wirkte unfertig) und Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär (konnte mich einfach nicht fesseln).


Fazit: Angesichts der Tatsache, dass ich mit meinem aktuellen Buch alle Aufgaben von Lyricas Olympia-Challenge erfüllen kann, bin ich sehr zufrieden mit meinem Lesesommer. Zwar ist meine Liste nicht komplett abgearbeitet, aber es waren tolle Bücher dabei und: Ich hatte Spaß!