Sonntag, 12. Oktober 2014

Rezension ~ Endgame

Titel: Endgame - Die Auserwählten
Originaltitel: Endgame - The Calling
Autor: James Frey
Reihe: Endgame #1
Seiten: 592 Seiten
Verlag: Oetinger
Genre: Jugendbuch, Dystopie



Inhalt:
Zwölf junge Leute, im Alter von dreizehn bis neunzehn, kämpfen um den Sieg beim Endgame. Nur einer kann Gewinnen und sichert somit sich und seinem Geschlecht die Zukunft. Die Spieler bereiten sich von Kindesbeinen an auf Endgame vor, doch niemand kann wissen wann Endgame beginnt. Sie lernen Schmerzen auszuhalten, Rätsel zu lösen, sich zu tarnen, zu kämpfen, zu überleben. Jeder von ihnen ist vielseitig begabt, doch wer kann am Ende gewinnen? Der Mutigste? Der Schnellste? Der Klügste? Der Einzelkämpfer oder der Teamplayer?
Bei Endgame handelt es sich um ein interaktives Buch, bei dem der Leser miträtseln und gewinnen kann. Sofern er denn möchte. Das Buch kann auch schlicht und einfach gelesen werden.

Meine Meinung:
Mich hat das Buch vor allem wegen der Marketing-Strategie angesprochen, darin bin ich ehrlich. Das Genre ist nicht so meins, aber der Klappentext klang ganz interessant, sonst hätte ich auch trotz der Faszination um den Hype nicht zugegriffen. Ich finde es ein bisschen schwierig dieses Buch zu rezensieren, da ich weiß das noch viele dieses Buch lesen werden/wollen und ich nicht spoilern möchte, gebe aber mein bestes.

Zuerst sei erwähnt, dass das Buch ab 16 Jahren empfohlen wird, was ich durchaus für angebracht halte. Teilweise finde ich das Buch erschreckend brutal, an ein oder zwei Stellen auch moralisch verwerflich (was natürlich jeder anders beurteilt). In diesem Buch sterben einige Leute, was nicht überraschend kommt und ich bin auch durch viele Thriller abgehärtet. Wenn man aber Leute tötet, einfach weil man es kann, finde ich das irgendwie blöd. Da gibt es sicher auch andere Mittel und Wege Charakter und Fähigkeiten der Jugendlichen darzustellen.

Die Geschichte konnte mich lange Zeit nicht wirklich fesseln, es war zwar nicht langweilig, aber mir fehlte auch das Gefühl unbedingt weiter lesen zu müssen. Mitunter ein Grund war für mich die teilweise enorme Ähnlichkeit zu Tribute von Panem. In beiden Büchern gibt es eine Reihe junger Leute, die ums Überleben kämpfen und nur einer kann gewinnen. Zwar dient das Spektal in den Tributen von Panem nur der Unterhaltung der Bevölkerung und das Spiel ist auf die Arena begrenzt, wohingegen Endgame weltweit stattfindet und nur wenige Leute davon wissen, doch insgesamt so unterschiedlich der Rahmen auch ist, ist das Prinzip des Buches das gleiche. Inklusive Dreiecks Liebesgeschichte, die allerdings ein wenig(!) anders abläuft als zwischen Katniss, Peeta und Gale.

Inhaltlich gefallen haben mir die Unterschiede zwischen den Spielern. Man lernt einige besser kennen als andere, aber dennoch erfährt man über jeden Spieler etwas. Entsprechend seiner Herkunft ist jeder Spieler anders geprägt, was sich auch in der Auffassung von Endgame widerspiegelt. Wer das Endgame "leitet" und was danach kommt, wird von jedem Spieler anders interpretiert. Sarah, eine Figur von der man sehr viel erfährt, bezeichnet die "Leiter" beispielsweise als Himmelsvolk, welche die Erde vor 1000en von Jahren bevölkerten und die Menschen auf eine Probe stellen.

Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich auch die fehlende Übersetzung von Maßeinheiten wie Meilen, Inch und so weiter. An einigen Stellen wird es in Kilometer, km/h ... umgerechnet, aber den meisten Stellen eben nicht. Da fehlt mir dann ein bisschen die Konsequenz. Außerdem waren kleine Stellen ein wenig zu ausführlich, seien es die Kampfszenen, wo ich dann irgendwann nicht mehr wusste wer wo steht und welche Waffen hat, aber auch zum Beispiel die Beschreibung von Jagos Fluchtauto, was aussieht wie ein Schrotthaufen, aber ungefähr 100 Funktionen hat (die alle aufgezählt werden).

Packen konnte mich die Geschichte erst auf den letzten 100 Seiten, wo der Showdown beginnt. Es war sehr temporeich und endlich wurden Fragen aufgeworfen, die das Buch spannend gemacht haben. Anfangs schien alles so klar zu sein, einer wird Endgame gewinnen und dann wird nur sein Geschlecht überleben. Gegen Ende passieren dann aber Dinge, wo man sich fragt ob das alles ist. Ob das die Wahrheit ist. Was hinter dem Himmelsvolk steckt. Das hat mir dann gut gefallen, weil ich die Wahrheit wissen wollte und nicht das Gefühl hatte, alles wichtige sei geklärt.

Die Liebesgeschichte von der ich schon gesprochen habe, passt mir nicht so ganz in den Kram, auch wenn sie recht bald offensichtlich ist. Ich will an dieser Stelle einfach mal keine Namen nennen, auch wenn es mich in den Fingern juckt konkreter zu werden um mein Problem mit der Liebesgeschichte zu schildern. Fakt ist, die Idee dahinter finde ich sehr schön, aber ich hätte mir vor allem anfangs gewünscht, dass sich das Mädchen für einen anderen Jungen entscheidet, als sie es letztendlich tut. Ich bin mir aber ganz sicher, dass ich schon im zweiten Teil von Endgame die Liebesgeschichte gut finden werde ;)

Das Aussehen des Buches spielt in meiner Bewertung keine Rolle, soll aber hier Erwähnung finden. Ich finde vor allem das Cover klasse, auch wenn ich kein Gold mag. Doch die Buchstaben im Hintergrund sind leicht erhaben, sodass es sich wirklich klasse anfühlt. Im Buch werden die Kapitel durch die Namen der beteiligten Personen und dem Standort eingeleitet, was ich sehr nett gemacht finde. Die Hinweise und Rätsel für diejenigen die miträtseln wollen sind zwar nicht zu übersehen, aber sie stören auch nicht den Lesefluss, falls man daran kein Interesse hat.

Fazit:
Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht sehr leicht, da die Spannung fehlte. Erst die letzten hundert Seiten werfen viele Fragen auf, durch die man gar nicht schnell genug umblättern kann. Das Ende hat's auch in der Bewertung rausgerissen. Teilweise war mir die Ähnlichkeit zu den Tributen von Panem zu stark und die Leseempfehlung ab 16 Jahren ist zu beachten. Insgesamt den Hype (noch) nicht wert.

4/5 Punkte

Kommentare:

  1. Hey Julia =)

    hab von LB mal den Weg zu deinem Blog gefunden.
    Also die "Liebesgeschichte" fand ich sogar ganz gut gemacht. Allerdings kann ich nachvollziehen, dass die Sympathiepunkte etwas anders verteilt werden von dir =)
    Als Dystopie würde ich das Buch auch nicht beschreiben. Es spielt schließlich in unserer heutigen Weltordnung, wobei ich Dystopie nicht nur mit Zukunft verbinde, sondern vor allem auch mit einer Elite, die die Menschen in irgendeiner Art unterdrückt und lenkt. Fantasy ist es für mich dagegen schon, denn schließlich gibt es diese ominöse höhere Macht, die der Menschheit ein Ende setzen will. Das sind für mich die Fantasygestalten =)

    Ganz liebe Grüße,
    Esther

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    1. Hallo Esther,

      jaaaa, ich kann einfach nicht mit Konflikten umgehen und zwei gleichzeitig zu lieben finde ich eh immer blöd ;)

      Danke, für deine Einschätzung! Wie gesagt, ich kenn mich da absolut nicht aus, deshalb hab ich einfach mal Kriterien der verschiedenen Genre im Internet gesucht. Danach hab ich dann Dystopie auch ausgeschlossen, aber was es dann so richtig ist...?! Von mir aus Fantasy :D

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  2. Eine sehr gute und aufschlussreiche Rezension! Wobei ich sagen muss, dass ich doch etwas überrascht bin, dass du dem Buch fast die volle Punktzahl gegeben hast :D Ich hätte nach deinen Aussagen eher so mit 2 oder 3 gerechnet. Also muss ja doch irgendwas an dem Buch sein, was gut ist.
    Wobei ich gestehen muss, dass es für mich mittlerweile so wirkt, als wäre hier viel Wirbel um Nichts im Spiel. Ich will nicht sagen, dass das Buch schlecht ist oder dergleichen, schließlich hab ich's nicht gelesen, aber wenn etwas Qualität hat, ist so ein Marketing-Wirbel eigentlich unnötig...
    Mal gucken, wann und ob ich das Buch lese. Mitreden würde ich ja schon gern ;)

    Liebe Grüße,
    Lyrica

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    1. Danke :)
      Du, ehrlich gesagt war ich mir auch unsicher. Es bewegte sich immer so ungefähr auf dreier Niveau. Ich kann dir sagen was an dem Buch gut ist, nur deshalb hat das Buch vier Sterne bekommen: Das Ende! Auf den letzten 100 Seiten passiert endlich mal das, auf was ich die ganze Zeit warte. Endlich werden mal Fragen aufgeworfen und es wird spannend.
      Qualität ist halt immer so eine Sache... nur weil es für den einen gut ist, muss es das für den anderen nicht auch sein. Ich persönlich finde den Rummel mittlerweile übertrieben, zumindest wenn man nur das Buch beurteilt. Für alles andere... na ja muss man schon die Werbetrommel rühren, damit alle checken das es da was gaaaaaaaanz tolles neues gibt. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, ist dann wieder ne andere Frage.
      Versteh ich sehr gut, ich geb ehrlich zu, dass das bei mir auch eine Rolle gespielt hat. ;)

      Grüße :)
      Julia

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  3. Hallo und guten Tag,

    hm, mir ist einfach diese Werbemaschinerie des Guten zu viel und auch der Preis macht mir als Leserin und Käuferin von Büchern echtes Magendrücken.

    Und ich bin für jeder offen und ehrliche Meinung dankbar..

    LG..Karin..

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    1. Hallo,

      stimmt, der Preis ist schon ganz ordentlich, aber da tun sich ja die Hardcoverbücher alle nicht so viel. Immerhin sind es dann auch einige hundert Seiten, also man hat es nicht nach zwei Stunden gelesen ;)

      Liebe Grüße,
      Julia

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  4. Wirklich tolle Rezi... will ich auch unbedingt noch lesen!!! Dein Blog gefällt mir aber auch sehr gut... gerade weil der Hintergrund so schlicht ist ;)

    LG, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/

    P.S.: Habe den "per Email folgen"- Button eingerichtet *-*

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    1. Danke schön :)
      Ja, der Hintergrund ist auch gar nicht so das Problem. Ich hätte gern ein paar Kleinigkeiten bunter bzw. anders, aber das kommt irgendwann ;)

      Hab ich gerade gesehen und auch schon ausprobiert. Vielen Dank.

      Grüße,
      Julia

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    2. Gerne ;) Ich helfe immer, wenn ich kann!

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