Mittwoch, 19. Februar 2020

Reihenvorstellung ~ Follow me back / Tell me no lies - A. V. Geiger

Titel: Follow me back | Tell me no lies 
Originaltitel: Follow me back | Tell me no lies 
Reihe: Eric & Tessa  
Autorin: A. V. Geiger 
Seiten: 361 Seiten | 333 Seiten 
Verlag: LYX 
Genre: New Adult, Spannung



Inhalt:
"Tessa Hart fürchtet sich davor, ihr Zimmer zu verlassen. Ihr einziger Kontakt zur Außenwelt ist ihr Twitter-Account @TessaHeartsEric, auf dem sie sich mit anderen Fans über ihre Liebe zu dem Popstar Eric Thorn austauscht. Was sie nicht ahnt: Der Sänger ist eine der Personen, mit denen sie sich regelmäßig Privatnachrichten schreibt! Eric weiß, dass er Tessa die Wahrheit sagen muss, zumal die junge Frau mit jedem Tag tiefere Gefühle in ihm weckt. Doch als die beiden sich für ihr erstes Treffen verabreden, nimmt plötzlich alles eine gefährliche Wendung" (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung:
An diesem Buch hat mich vieles angesprochen. Tessas Angststörung, das Fangirlen, die Twitternachrichten und Verhörprotokolle und ja, auch das Popstar liebt normales Mädchending. Es fehlte nur noch eine positive Rezension und das Buch wanderte in meine Tasche (nachdem ich es bezahlt hatte natürlich).

Tessa mochte ich sehr gern. Ihre Ängste wurden für mich sehr gut dargestellt und die Strategien diesen Ängsten zu begegnen wurden sinnvoll geschildert. Ehrlich gesagt konnte ich mich auch gut in ihre Fangirl-Momente hineinversetzen. Ich war auch mal Teenager und Fan von jemandem, auch wenn es Twitter damals noch nicht gab bzw. es um diesen Zeitraum entwickelt wurde. Die vielen Fotos, das Sammeln von jedem Schnipsel, das Entwickeln von Theorien – da sind alles Dinge, die mir auf die ein oder andere Art und Weise bekannt vorkamen.

Auch Eric war mir sympathisch. Durch ihn erfährt man, dass der Ruhm auch so seine Schattenseiten hat. Manchmal fehlte mir allerdings etwas Positives. Manchmal wusste ich gar nicht, ob Eric überhaupt irgendetwas an seinem Beruf Spaß macht, nicht einmal das Singen oder die Musik selbst.

Ich bin ein großer Freund von Büchern, die nicht nur aus Fließtext bestehen. Aus diesem Grund war ich sehr begeistert von den Verhörprotokollen und den eingebauten Twitternachrichten. Gerade erstere erzeugen Spannung, weil man unbedingt wissen möchte, wieso die Polizei in die Sache verwickelt ist und was „die Sache“ überhaupt ist.

Das Ende, genauer gesagt das letzte Kapitel, gefiel mir leider gar nicht und nachdem ich mittlerweile den zweiten Teil gelesen habe, mag ich es noch weniger. Ich versuche es zu beschreiben: Es ist wie in einer Daily Soap. Seit gefühlten 100 Folgen versuchen X und Y zusammenzukommen. Hin und her, ja, nein, vielleicht, ich weiß nicht, morgen, gestern bla bla. Und dann. Endlich. Es passiert. Der Moment ist da. X und Y stehen vor dem Traualtar, wollen ja sagen… und X bricht mit Herzinfarkt zusammen. Ende. Und darauf wartet ihr seit 100 Folgen.

Nach diesem Ende musste ich mir dann schnell den zweiten Band besorgen, auch wenn ich bereits wusste, dass er vermutlich nicht mit dem ersten Band mithalten würde. Im Gegenteil. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Das gewohnte Konzept mit Twitter und Verhörprotokollen bleibt, was ich wieder sehr mochte. Zwischendurch gab es immer mal wieder kurze Passagen die spannend waren, zum Beispiel weil ich erschreckend lang gerätselt habe, wer hinter MET steckt.

Im Großen und Ganzen war die Handlung aber entweder langatmig oder nervig. Leider. Der Spaß fehlte, weil Tessa und Eric entweder traurig, beschäftigt, wütend oder auf der Flucht sind. Ich hätte mir mal schöne Momente zwischen den beiden gewünscht. Etwas romantisches, etwas paarmäßiges, etwas das zeigt, dass die beiden trotz der Umstände eine funktionierende Beziehung führen. Tun sie aber irgendwie nicht.

Der zweite Teil sollte – so hat es auf mich den Anschein – mehr Thriller oder zumindest Spannungsroman sein als Liebesgeschichte. Nur leider ging das Konzept für mich nicht ganz auf, weil es mir zu verschwörungstheoretisch war (etwas das ich literarisch als typisch amerikanisch empfinde), weil die Personen, die letztendlich für Spannung und Thrill hätten sorgen können, aufgeben (was ich vollkommen unlogisch finde!) und weil es dann doch wieder Momente gibt, die so klischeehaft aus Teenielovestorys stammen, dass ich wirklich genervt war.

Fazit:
Während Band eins durch sympathische Charaktere und authentische Schilderung ihrer Probleme punkten kann, hat der zweite Band eine an den Haaren herbeigezogene, künstlich verworrene Geschichte. Für mich hätte man es nach dem vorletzten Kapitel des ersten Bandes gutseinlassen sollen.

Follow me back - Band eins


Tell me no lies - Band zwei

Montag, 17. Februar 2020

Rezension ~ Die Entscheidung - Charlotte Link

Titel: Die Entscheidung 
Autorin: Charlotte Link 
Seiten: 576 Seiten 
Verlag: blanvalet 
Genre: Kriminalroman, Frankreich





Inhalt:
Frankreich, kurz vor Weihnachten. Simon verbringt die Feiertage in dem Ferienhaus seines Vaters: Getrennt von seiner Quasi-Lebensgefährtin, im Stich gelassen von seinen Kindern, die bei seiner Exfrau leben, geplagt von den herablassenden Worten seines Vaters. Bei einem Strandspaziergang stößt er auf die abgemagerte, verzweifelte Nathalie. Aus der Not heraus nimmt er sie bei sich auf und gerät in ein Verwirrspiel, das schon bald ein Todesopfer fordern könnte…

Meine Meinung:
Ich habe bereits einen Roman der Autorin gelesen, der mich leider nicht überzeugen konnte. Dennoch wollte ich ihren Krimis eine zweite Chance geben und bin mit dieser Entscheidung sehr glücklich.

Ich war von Beginn an von der Handlung gefesselt. Zwar werden sehr viele Charaktere und somit unterschiedliche Handlungsschauplätze eingeführt, aber es ist mir dennoch gelungen, sie gut auseinanderzuhalten. Bei vielen Protagonisten geht es mir oft so, dass ich manche Abschnitte lieber lese als andere und nur darauf warte, dass es mit Person X oder Y weitergeht. Erstaunlicherweise ging es mir hier gar nicht so. Ich wollte immer wissen wie die gesamte Geschichte weitergeht und hatte nie das Bedürfnis zu einer bestimmten Person springen zu wollen, weil mich deren Geschichte gerade besonders interessierte.

Die Handlung war sehr spannend und greift ein leider immer noch aktuelles, wenn auch in den Medien nicht immer präsentes, Thema auf. Zwar ist das Thema relativ schnell offensichtlich, aber ich möchte es dennoch nicht verraten, um euch nichts vorweg zu nehmen. Es handelt sich bei dem Buch um einen Spannungsroman (oder Krimi, was auch immer man bevorzugt) und nicht um einen Thriller, sodass man nicht immer auf Action hoffen kann. Dennoch wurde mir beim Lesen nicht langweilig, da man genug Gelegenheit bekommt, eigene Schlüsse zu ziehen, Verbindungen herzustellen und sich über die Rollen einzelner Personen Gedanken zu machen. Manche Dinge waren für mich schnell klar, bei anderen habe ich länger gebraucht.

Das Ende hat mich nach einigem Hin und Her auch überzeugt. Eine Kleinigkeit hätte ich mir aus literarischer Sicht ein bisschen anders gewünscht, aber die von der Autorin gewählte Variante war diejenige, die der Realität leider am nächsten kommt.

Fazit:
Mit diesem Kriminalroman konnte mich Charlotte Link glücklicherweise vollkommen überzeugen. Von ihren Gesellschaftsromanen werde ich erstmal weiterhin Abstand halten, aber ich bin mir sicher, dass ich noch weiter psychologische Spannungsromane von der Autorin lesen werde.
Informatives Sammelsurium:
Ich habe dieses Buch gemeinsam mit Melli und Ilona in einer Leserunde gelesen.
  • Hier tauschen wir uns aus (Achtung! Spoiler in den Kommentaren)
  • Mellis Rezension
  • Ilona auf Instagram

Donnerstag, 13. Februar 2020

Rezension ~ Someone Else - Laura Kneidl

Titel: Someone Else 
Autorin: Laura Kneidl 
Reihe: Someone #2 
Seiten: 440 Seiten 
Verlag: LYX 
Genre: New Adult


 
Inhalt:
"Eigentlich könnten Cassie und Auri das perfekte Paar sein: Sie sind beste Freunde, wohnen zusammen und teilen ihr größtes Hobby – die Fantasyliteratur. Und obwohl Cassie das Gefühl hat, dass niemand auf der Welt sie besser kennt als Auri, scheinen die beiden manchmal Welten zu trennen. Während Auri Football spielt, viele Bekanntschaften hat und gern unter Menschen geht, zieht Cassie sich lieber von der Außenwelt zurück und pflegt einen kleinen, aber engen Freundeskreis. Doch je mehr Zeit vergeht und je stärker ihre Gefühle für Auri werden, desto größer ist ihre Angst, dass das, was sie und Auri verbindet, vielleicht nicht so stark ist wie das, was sie trennt ..." (Quelle: Verlagsseite)

Meine Meinung:
Nachdem ich Someone New so sehr mochte, stellte sich die Frage gar nicht erst, ob ich auch die Fortsetzung lesen würde. Cassie und Auri lernt man schon im ersten Band kennen und dort passiert bereits ein Ereignis, auf dessen nähere Betrachtung ich mich in Band zwei gefreut habe. 

Someone Else spielt zeitlich nach Someone New, sodass das angesprochene Ereignis nur zwischendurch erwähnt und aufgelöst wird. Das fand ich ein bisschen Schade, weil im ersten Band eine große Nummer draus gemacht wird und ich wirklich neugierig war, was da zwischen Cassie und Auri vorgefallen ist. 

Das war leider auch ein grundsätzliches Problem, das ich mit dem Buch hatte. Viele Dinge, die zwischen Cassie und Auri passieren, werden nicht oder für meinen Geschmack zu wenig ausführlich erzählt. Etwas was beide verbindet sind Cosplay und Live-Rollenspiele. Ich hätte sie so gern dabei begleitet, wie sie die Kostüme schneidern oder ihre Charaktere weiterentwickeln oder ähnliches. Stattdessen führen die Szenen, in denen sie gemeinsam interagieren häufig zu Streit und ansonsten spielt sich sehr viel in Cassies Innerem ab. 

Versteht mich nicht falsch, ich mag Cassie und Auri sehr sehr gern. Ich finde ihre Liebesgeschichte realistisch, konnte mich in vielen Dingen mit Cassie identifizieren und konnte auch die meisten Handlungen von Auri verstehen und mag sie als Paar sehr gern. Aber hier und da fehlte mir einfach etwas Handlung.

Anders als beim ersten Band, habe ich mir diesmal die Special Edition vorbestellt, da ich aus dem ersten Buch eine Zeichnung gewonnen habe und diese sehr schön finde. Auch die Zeichnungen in Someone Else finde ich sehr ansprechend und daher bereue ich es nicht, mir das Buch vorbestellt und für diese Ausgabe mehr Geld bezahlt zu haben. Allerdings wäre ich im Nachhinein auch nicht traurig gewesen, wenn ich keine Special Edition mehr bekommen hätte.

Fazit:
Cassie und Auri sind liebenswerte Charaktere, deren Liebesgeschichte ich gern verfolgt habe. Jedoch blieben manche Erlebnisse zu oberflächlich, da sich viele Dinge nur in Cassies Gedankenkarussell abspielen.