Samstag, 15. September 2018

Rezension ~ Barfuß im Sonnenschein

Titel: Barfuß im Sonnenschein 
Originaltitel: Barefoot in the Sun 
Autorin: Roxanne St. Claire 
Reihe: Barfuß #3 
Seiten: 448 Seiten 
Verlag: LYX 
Genre: Liebesroman, Krebs



Reiheninformation: 
Dies ist der 3. Band der Barfuß Reihe. Man braucht keine Vorkenntnisse um diesen Band zu lesen. Man spoilert sich in Bezug auf die Wer-mit-Wem-Frage auf die Vorgänger, jedoch ist das bei Liebesromanen nicht so dramatisch wie ich finde.

Inhalt:
Zoe Tamarin hat an mehr Orten gelebt als sie zählen kann. Gemeinsam mit ihrer exzentrischen Großtante Pascha zieht sie umher und bleibt nie lang an einem Ort. Das ist den Spuren des Zigeunerbluts in ihnen geschuldet, wie sie beide immer wieder betonen. In Wahrheit steckt allerdings etwas ganz anderes dahinter. Als ihre Tante krank wird, ist Zoe gezwungen eine Weile im Ferienresort ihrer Freundin Lacey zu bleiben. Sie bittet notgedrungen ihren Ex-Freund Oliver um Hilfe, doch natürlich bleibt dies nicht folgenlos. Zum ersten Mal stellt sich für Zoe die Frage, ob es nicht besser ist zu bleiben, anstatt immer in Bewegung zu sein.

Meine Meinung:
Wie man bereits aus den vorherigen Bänden weiß, ist Zoe quirlig, extrovertiert und offen. Oder besser gesagt kontaktfreudig, denn sie hat ziemlich viele Geheimnisse, auch vor ihren Freundinnen. So offen ist sie also doch nicht. Man merkt auch in diesem Band, dass sie eine sehr flatterhafte Person ist, auch wenn sie durch äußere Umstände gezwungen wird, auf Mimosa Key zu bleiben.

Dieses flatterhafte war irgendwann in der zweiten Hälfte des Buches ein bisschen nervig, weil es zwischen Oliver und Zoe ein einziges hin und her ist. Ich fand die beiden wirklich anstrengend und das ist schade, weil ihre Geschichte eigentlich unterhaltsam war.

Ich denke ich verrate nicht zu viel, wenn ich darauf aufmerksam mache, dass das Buch eine Krebsthematik beinhaltet. Nicht, dass es ein Krebsbuch ist wie beispielsweise „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, aber es geht doch um Krebserkrankungen und wie man sie möglicherweise mittels Gentechnologie heilen kann. Ich meide solche Themen normalerweise, wusste hier allerdings vorher nichts davon, aber ich bin ganz gut zurechtgekommen.

Neben Zoe und Oliver hat natürlich Pascha den ein oder anderen Auftritt. Sie ist schon eine coole Socke und ich hätte sie gern mal in Höchstform erlebt. Außerdem hat Oliver einen Sohn, der auch klasse ist. Auch Tessa, Jocelyn und Lacey tauchen wieder auf. Im vierten Band wird es um Tessa gehen, worauf man schon ein wenig vorbereitet wird. Tessa wünscht sich verzweifelt ein Kind, ein eigenes (!) Kind. Das verleitet sie zu einigen… unschönen Aussagen über Pflegekinder. Zwar revidiert sie die später wieder, aber ich fand die Aussagen schon sehr heftig.

Fazit:
Auch die Geschichte von Zoe hat mir gut gefallen. Nicht so gut wie die Geschichte von Jocelyn, aber besser als die von Lacey. In der zweiten Hälfte waren Zoe und Oliver mit ihrem ewigen Hin und Her ein wenig nervig, was den Lesespaß ein wenig gemindert hat. 


Reihe fortsetzen?
Ja. Ich freue mich jetzt sehr auf den vierten und letzten Band der Reihe.

Freitag, 14. September 2018

Rezension ~ Barfuß durch den Regen

Titel: Barfuß durch den Regen 
Originaltitel: Barefoot in the Rain 
Autorin: Roxanne St. Claire 
Reihe: Barfuß #2 
Seiten: 480 Seiten 
Verlag: LYX 
Genre: Liebesroman, Demenz



Inhalt:
Als Lebensberaterin in Los Angeles hat Jocelyn mit den Reichen und Schönen Amerikas zu tun. Als ihr jedoch eine Affäre mit einem Schauspieler nachgesagt wird, muss sie in ihre alte Heimat zurückkehren. Nie wollte sie wieder nach Mimosa Keys kommen, zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an ihre Vergangenheit. Doch dann trifft sie auf Will Palmer, (Ex-)Baseballstar und ihr ehemaliger Nachbar und plötzlich ist sie gezwungen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Meine Meinung:
Nachdem mich der erste Band enttäuscht hat, habe ich direkt mit dem zweiten angefangen. Am ersten Band gefielen mir vor allem Charaktere und Handlung nicht, also war es nicht ausgeschlossen, dass mir die Fortsetzung besser gefällt. Was soll ich sagen? Schon im Prolog bekam ich alles, was ich am ersten Band vermisst habe.

Jocelyn wirkt im ersten Band noch sehr kühl und berechnend, aber in ihrer eigenen Geschichte mochte ich sie total. Sie ist sehr gutherzig und sympathisch und ich habe mich bei ihr einfach wohlgefühlt. Auch Will konnte mich gleich für sich einnehmen. Er hat ein sehr großes Herz und kein Problem damit, anderen seine Gefühle zu zeigen.

Die Handlung ist sicher an vielen Stellen eher vorhersehbar, weil man durch den Prolog schon viel von dem weiß, was zwischen Will und Jocelyn war. Außerdem werden hier und da Andeutungen gemacht, sodass man sich schnell alles andere zusammenreimen kann. Dennoch war die Geschichte (anders als der erste Band) für mich nie langweilig. Ich wollte Jocelyn und Will begleiten, wollte ihnen ihr Happy End schenken.

Außerdem wird hier ein Thema angeschnitten, dass sehr ernst ist und dass ich hier gar nicht erwartet hätte. Ich möchte natürlich niemandem etwas vorwegnehmen, daher keine Details, aber es geht um Demenz. Die Autorin ist sehr gefühlvoll mit dem Thema umgegangen und es hat für mich gleichzeitig eine ernste und eine sehr humorvolle Seite in das Buch gebracht.

Fazit:
Den ersten Band kann man sich schenken, aber dieser hier überzeugt vollkommen. Die Charaktere sind liebenswert, die Handlung ist zwar lockerleicht, hat aber tiefgründige Elemente. Klare Empfehlung.


Reihe fortsetzen?
Ja. Ich habe die Ebox ausgeliehen, daher werde ich auf jeden Fall den dritten Band lesen. Nachdem mir der zweite so viel besser gefiel als der erste, freue ich mich auch drauf.  

Donnerstag, 13. September 2018

Aktion ~ Top Ten Thursday (Sachbücher)


Hallo zusammen,

ich mache heute ganz spontan beim TTT mit, der von Aleshanne - Weltenwanderer geleitet wird. Das Thema heute ist Sachbücher und weil ich unbedingt mehr Sachbücher lesen möchte, nehme ich heute teil. Ich freue mich sehr darauf bei den Teilnehmern zu stöbern. Ob die Buchhändler unter euch meine Bücher unter Sachbücher fassen würden weiß ich nicht. Für mich passen die Bücher (im weiteren Sinn) zum Thema. Aber es sind keine zehn ;)

Platz 5: Die 100 geheimsten Orte der Welt - Daniel Smith 

Das vorliegende Buch führt Sie an einige der geheimsten, unzugänglichsten und bestbewachten Orte der Welt. Machen Sie es sich bequem und betreten Sie die Höhlen von Tora Bora, erfahren Sie mehr über das CIA-Hauptquartier oder werfen Sie einen Blick in den Tresorraum der Bank von England. Die Reise beginnt am Grund des Pazifiks mit dem Wrack eines U-Boots aus der Zeit des Kalten Krieges. Von hier aus geht es in östlicher Richtung einmal um den Erdball. Dabei haben Sie Gelegenheit zu einem Zwischenstopp an Orten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Washington, D.C., das Vatikanische Geheimarchiv, ein Unterschlupf in den Bergen Nordkoreas und eine Satellitenstation im australischen Outback. (Quelle: Buchrückseite)

Der Originaltitel des Buches lautet "100 Places You Will Never Visit", was ich für einen besseren Titel halte. Wie geheim kann ein Ort schon sein, wenn man ihn in diesem Buch auflisten kann? Es gibt in diesem Buch nur wenige Orte, bei denen man nicht weiß wo genau sie liegen oder was man dort macht. Daher finde ich den englischen Titel passender. Aber abgesehen vom Titel ist es ein spannendes, bebildertes Buch über interessante Plätze dieser Erde.

Platz 4: Die Macht sozialer Netzwerke - Christakis & Fowler (Gesellschaft, Beziehungen)

Wussten Sie, dass Sie das Leben von Leuten, die Sie nicht mal persönlich kennen, maßgeblich beeinflussen können, und zwar bis ins kleinste Detail? Ob die Freunde eines Freundes Ihres Freundes zur Wahl gehen, wen sie wählen, ob sie rauchen, dick oder dünn sind, liegt mit in Ihrer Hand!
Die international renommierten Wissenschaftler Nicholas Christakis und James Fowler zeigen, wie sich solche sozialen Netzwerke bilden und wie sie funktionieren. Sie erklären, warum Gefühle ansteckend sind, wie sich gesundheitsbewusstes Verhalten ausbreitet, warum die Reichen reicher werden und wie wir unsere Partner auswählen und finden.
Auf verblüffende, provokante und unterhaltsame Weise wird hier ein Paradigmenwechsel vollzogen: Nicht das Individuum, sondern die sozialen Netzwerke formen nahezu alle Aspekte unseres Lebens. (Quelle: Amazon)


Zunächst einmal zum Titel selbst: Es geht hier nicht um Facebook und Co., sondern um soziale Beziehungsgefüge. Um die Menschen, mit denen ihr in Kontakt steht (oder auch nicht). Das Buch habe ich von meiner Tante geschenkt bekommen, weil ich meine Bachelorarbeit über soziale Netzwerke geschrieben habe. Es ist durchaus unterhaltsam und gibt einen guten groben Überblick über das Thema, in dem auch einige bekannte soziologische Theorien einfach erklärt werden. Wusstet ihr zum Beispiel, dass alle Menschen im Durchschnitt sechs Schritte voneinander entfernt sind? Es gibt ein Experiment von Milgram, der hunderten Menschen in Nebraska einen Brief gab, mit der Bitte, ihn an einen Geschäftsmann in Boston weiterzuleiten (mehr als 1500 km Entfernung). Dabei sollte der Brief an eine Person gegeben werden, die mit höherer Wahrscheinlichkeit den Geschäftsmann kennt, als man selbst. Milgram hat dann gemessen, wieviele Schritte (also z. B. von mir zu meiner Tante --> Schritt 1, von meiner Tante zu ihrer Freundin in Amerika --> Schritt 2) es braucht, bis der Brief ankommt. Die Antwort: durchschnittlich 6 Schritte. Cool, oder?

Platz 3: Unmoralische Helden - Anstößige Gleichnisse Jesu - Schramm & Löwenstein (Religion, Exegese)

Unter den Gleichnissen Jesu finden sich (mindestens) sieben mit unmoralischen Protagonisten: das bekannteste von ihnen erzählt von den Machenschaften des betrügerischen Verwalters, den Jesu nichtsdestotrotz um seiner Klugheit willen als Vorbild lobt. In dieser spannenden exegetischen und literaturwissenschaftlichen Untersuchung erweisen sich diese anstößigen Geschichten als "kühne Metaphern" für jene Beherztheit, die das Reich Gottes vom Menschen fordert. (Quelle: Buchrückseite)

In der Schule mussten wir eine Seminararbeit schreiben und weil ich damals noch geplant hatte, mein mündliches Abitur in Religion zu machen (haha), habe ich auch meine Seminararbeit in Religion geschrieben. Mein Thema waren unmoralische Helden in der Bibel. Ein ziemlich spannendes Thema eigentlich. Grob gesagt geht es darum, dass man in den Gleichnissen nicht von ehrbaren, gottergebenen, frommen Menschen lernt, sondern das Mörder, Diebe oder sonstige Gestalten als Beispiel für etwas gutes dienen. Es ist schon ewig her seit ich das Buch gelesen habe, aber ich kann mich noch erinnern, dass ich es damals ziemlich interessant fand.

Platz 2: Atlas der Länder, die es nicht gibt - Nick Middleton (Geographie)

"Wir glauben zu wissen, was ein Staat ist. Aber – ist Tibet wirklich ein Staat? Besetzt vielleicht, aber ein Staat? Von Afrikas letzter Kolonie über die Krim bis zu einer Republik Europas, die nur einen Tag lang ein souveräner Staat war, liegen die hier versammelten Länder vielleicht am Rande der Legitimität und doch auf realem Territorium.
In diesem wunderschön illustrierten Buch mit fünfzig Karten aus der ganzen Welt sind alle diese Länder buchstäblich in die Seiten gestanzt. Reich an Historie und Histörchen, kuriosen Fakten und Daten erweckt dieser einzigartige Atlas eine Parallelwelt zum Leben, die – wenigstens bis jetzt – nur im Bewusstsein der Menschen existiert, die dort leben. Eine Entdeckung." (Quelle: Verlagsseite)

Ich liebe Geographie (oder wie es bei uns in der Schule hieß: Erdkunde) und daher musste das Buch bei mir einziehen, als ich es auf mehreren Blogs entdeckte. Optisch ist das Buch ein Highlight und auch inhaltlich ist es sehr spannend. Die Infotexte waren mir manchmal ein bisschen zu uninformativ, aber insgesamt eine absolute Empfehlung.

Platz 1: Von "Bibi Blocksberg" bis "TKKG" - Kinderhörspiele aus gesellschafts- und kulturwissenschaftlicher Perspektive - Emde, Möller, Wicke (Hrsg.) (Gesellschaft- und Kulturwissenschaft, Gender Studies)

Was ist uns bisher von den HeldInnen unserer Kindheit verborgen geblieben? Handelt es sich bei Benjamin Blümchen um einen ökologisch-bewegten Wutbürger, ist das Sams ein anarchischer Romantiker und Pippi Langstrumpf das Versprechen einer Erziehung nach Auschwitz? Mit großer Empathie für den Gegenstand beantworten die AutorInnen solche und ähnliche Fragen über beliebte Kinder- und Jugendhörmedien aus der Sicht der Kultur- und Gesellschaftswissenschaften. (Quelle: Verlagsseite)
 



Was mich an diesem Buch gereizt hat ist offensichtlich. Es steht vorn TKKG drauf. Aber jetzt mal im ernst. Kennt ihr TKKG? Drei Jungs, ein Mädchen. Eigentlich ein Team, aber immer wenn es spannend wird, muss Gaby Zuhause bleiben. Und wer raucht, ist sowieso von vorneherein verdächtig. Oder Benjamin Blümchen, der erstmal gegen alles ist. Und wusstet ihr, dass Bibi Blocksberg mal einen kleinen Bruder hatte? Der taucht aber ziemlich schnell nicht mehr auf und Bernhard wird von Barbara und Bibi auch ziemlich untergebuttert. Frauen an die Macht? In diesem Buch werden bekannte Kindheitshelden*innen genauer unter die Lupe genommen (auch Masters of the Universe, falls das eher euer Ding ist). Thematisch sehr spannend und absolut lohnenswert. Allerdings ist das Buch nicht immer leicht zu verstehen und ich würde es nicht gerade als populärwissenschaftlich beschreiben.

Kinder aus aller Welt (Lebensituation von Kindern rund um die Welt)
 
Was ist das Lieblingsessen von Sotaro aus Japan? Wie lebt die siebenjährige Shigo in Tansania und wo geht Miguel in Kolumbien zur Schule? Hier erfahrt ihr Spannendes über Alltag, Hobbys, Wünsche und Träume von Kindern aus aller Welt. Denn so kunterbunt und vielfältig wie die Erde selbst sind auch ihre menschlichen Bewohner! (Quelle: Amazon)





Weil ich eine doofe Nuss bin, gibt es noch ein Buch außer Konkurrenz. Das habe ich nämlich vergessen. Auf dem Bild seht ihr die aktuelle Ausgabe, aber das wird immer wieder neu verlegt. Ich habe es als Kind heiß und innig geliebt und bin sehr traurig, dass das Buch irgendwie verloren gegangen ist. Schaut euch bei Amazon unbedingt mal an, wie das Buch von innen aussieht. Kindgerecht werden dort viele verschiedene Kinder und ihre Heimat vorgestellt. Besondere Kleidung, Essgewohnheiten usw. Absolute Herzensempfehlung.

 Falls ihr mehr über einzelne Titel wissen wollt, fragt gern nach. Ich finde es schwierig, die Titel so kurz zu beschreiben. Danke fürs lesen und jetzt schaue ich mir die anderen Beiträge an ♥

Mittwoch, 12. September 2018

Rezension ~ Barfuß ins Glück

Titel: Barfuß ins Glück  
Originaltitel: Barefoot in the sand 
Autorin: Roxanne St. Claire 
Reihe: Barfuß #1 
Seiten: 448 Seiten 
Verlag: LYX 
Genre: Liebesroman



Inhalt:
Nach einem Orkan verliert die 36-jährige Lacey fast alles. Ihr Zuhause ist weg, all ihr Hab und Gut ist weg. Aber sie und ihre 14-jährige Tochter haben überlebt und das ist das wichtigste. Die Ereignisse bieten Lacey gleichzeitig die Möglichkeit ihren Traum eines Bed&Breakfast zu verwirklichen, doch als sie versucht einen der renommiertesten Architekten des Landes für ihr Projekt zu gewinnen, stolpert sie von einer Baustelle in die nächste. Nicht nur, dass der Architekt mit 29 Jahren viel jünger als erwartet ist, er weckt in Lacey längst vergessene Gefühle. Doch auch das wäre zu bewältigen, wäre da nicht noch …

Meine Meinung:
Bei manchen Büchern hat man dieses Gefühl. Man ist sich sicher, dass man die Geschichte mögen wird und wartet nur auf den perfekten Augenblick um sie zu genießen. Und dann beginnt man zu lesen und es fühlt sich … anders an als erwartet. Gar nicht so toll wie gedacht. Eher langweilig. Und enttäuschend. So ging es mir leider mit „Barfuß ins Glück“, dem ersten Band der Barefoot Bay Reihe.

Die Charaktere waren mir über weite Strecken nicht sympathisch. Mir fehlte eine gewisse Herzlichkeit, eine Wärme, dieses Gefühl Anteil an ihrem Leben nehmen zu wollen. Oft konnte ich auch die Handlungen oder Gedanken der Protagonisten nicht richtig nachvollziehen. Lacey beispielsweise denkt darüber nach, ob sie dem Vater ihres Kindes noch eine Chance geben soll, obwohl sie keinerlei Gefühle für ihn hat. Vielleicht kann man das nur nachvollziehen, wenn man selbst Mutter ist, aber ich habe mich einfach gefragt was das soll. Auch Laceys Tochter ist schwierig. Sie ist in der Pubertät, okay. Aber da taucht ihr Vater nach 14 Jahren ohne Kontakt wieder auf und sie: „Hey, Dad, cool das du da bist. Ich liebe dich.“ 

Die Handlung hörte sich für mich toll an, aber irgendwie war es nicht so wie ich erwartet hatte. Allein bei dem Titel und dem Cover denke ich an eine romantische Sommergeschichte, mit Sonnenschein, Liebe und Lockerheit. Diese Dinge kamen zwar schon irgendwie vor, aber die Stimmung kam bei mir nicht an. Erst im letzten Drittel nahm die Geschichte für mich an Fahrt auf, sodass ich länger am Stück lesen wollte und konnte. 

Der Schreibstil ist im Allgemeinen unauffällig und gut lesbar, abgesehen von einem Punkt. Permanent fangen die Charaktere einen Satz an, dann folgt ein gedanklicher Einschub mit dem, was die Charaktere eigentlich sagen wollen und dann geht es mit der wörtlichen Rede und einer völlig anderen Aussage als der gedachten weiter. Ein Beispiel: „‘Ich glaube, das ist …‘ Absolut richtig. ‚Ein wenig unangebracht, so mit mir zu reden.‘“ (ca. S. 122) Außerdem fiel mir mehrmals auf, dass Anführungszeichen falsch gesetzt wurden. Beispielsweise nach einer wörtlichen Rede folgten korrekterweise Anführungszeichen oben, dann folgten Gedanken eines Protagonisten und wieder Anführungszeichen oben.

Fazit:
Es ist ein durchschnittlicher und solider Liebesroman, der mich – aufgrund meiner hohen Erwartungen – dennoch sehr enttäuscht hat.

Reihe fortsetzen?
Da ich die Ebox mit den ersten drei Bänden (warum man dann nicht gleich alle vier zusammenpackt ist mir auch ein Rätsel) ausgeliehen habe, werde ich auf jeden Fall dem zweiten Band noch eine Chance geben.

Informatives Sammelsurium:
Aus dem Film Casablance. Was das Lied mit dem Buch zu tun hat, wird hier nicht verraten :)

Dienstag, 11. September 2018

*Werbung* Rezension ~ CAKE - Die Liebe von Casey und Jake


Titel: CAKE - Die Liebe von Casey und Jake 
Originaltitel: CAKE: A Love Story 
Autorin: J. Bengtsson 
Reihe: Cake #1 
Seiten: 610 Seiten 
Verlag: LYX 
Genre: New Adult, Rockstar 
Werbung, da ich das Buch im Rahmen einer Lesejury Leserunde bekommen habe 


Inhalt:
Auf der Hochzeit ihrer Freundin lernt Casey Jake kennen. Nicht irgendeinen Jake, sondern den Jake. Jake McKallister, von Beruf Rockstar. Doch bevor er mit seiner Musik durchstartete, tauchte sein Name in einem ganz anderen Zusammenhang auf. Die Vergangenheit lässt Jake nicht los und physische und psychische Male erinnern ihn an diese Zeit. Vielleicht ist Casey, die das genaue Gegenteil von Jake zu sein scheint, die einzige, die ihm helfen kann mit all dem fertig zu werden.

Meine Meinung:
Ich mag Rockstargeschichten, auch wenn ich in der Realität nichts mit Musik anfangen kann. Und ich mag Verbrechen, auch in Liebesromanen. Gute Voraussetzungen für eine Geschichte, die mir gefallen könnte.

Leider bin ich nach den über 600 Seiten sehr zwiespältig und weiß überhaupt nicht, was ich über die Geschichte sagen soll. Die Charaktere haben mal gute, mal schlechte Momente, die Handlung ist mal unterhaltsam und mal weniger, selbst die Erzählweise ist mal gelungen und mal weniger. Im Grunde ist damit auch schon alles Wesentliche gesagt, denn für alles weiter muss ich ins Detail gehen.

Anfangs mochte ich Casey und Jake wirklich gern. Sie nehmen sich ständig auf den Arm, scherzen rum und verbreiten eine lockere und fröhliche Stimmung. Aber dann bekommt gerade Casey oft ihre fünf Minuten und sie erzählt irgendwelche Geschichten über vollgekotzte Klos oder sonstige Körperausscheidungen und man schüttelt als Leser nur fassungslos den Kopf.

Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass man von Anfang an weiß, was Jake erlebt hat. Keine Details, aber man muss nicht raten, ob der Vater alkoholkrank war, die Mutter die Familie verlassen hat oder der kleine Bruder in seiner Obhut gestorben ist. Allerdings haben mir später Details zu seiner Geschichte gefehlt. Es ist nicht so, dass man die Information noch zwingend braucht, aber da mich dieser Punkt der Geschichte am meisten interessierte, hätte ich sie gern gehabt.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Casey und Jake erzählt. Das mag ich in der Regel sehr gern, hier war es aber stellenweise anstrengend. Gerade zu Beginn werden Szenen aus beiden Sichten erzählt, was mir etwas zu langweilig war. Später war das besser. Dafür traten dann andere Probleme auf, zum Beispiel das viele Ereignisse zusammengefasst wurden. Bei manchen Erlebnissen ist man als Leser also nicht dabei, bei anderen dann sehr ausführlich. Nicht immer hat die Autorin meiner Ansicht nach das Gleichgewicht zwischen Erzählung und Zusammenfassung gefunden.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Titel der Geschichte, auch wenn dieser Punkt nicht in meine Bewertung einfließt. Ich habe nichts gegen Pärchennamen, benutze sie teilweise selbst, aber die gehören bitte nicht in den Titel/auf das Cover. Ich habe jahrelang exzessiv Fanfictions gelesen und da passt so ein Titel wunderbar hin. Aber für einen Roman finde ich  „XX – Die Liebe von...“ nicht geeignet.

Fazit:
Weder möchte ich von der Geschichte abraten, noch kann ich sie jedem empfehlen. Einiges war gut, anderes nicht so. Allerdings ist es nicht so, wie es häufiger vorkommt, dass ein Aspekt gut war und ein anderer nicht. Stattdessen war jeder Punkt (Figuren, Handlung, Erzählstil) mal gut und mal nicht. Das macht die Bewertung für mich sehr schwer. Ich denke, es ist kein schlechter Roman, aber leider auch keiner, der mir lang im Gedächtnis bleiben wird oder den ich ein zweites Mal lesen würde.

 Vielen Dank an die lesejury für die Leserunde :)

Reihe fortsetzen?
Auch hier bin ich unentschlossen. Ich möchte es nicht ausschließen, aber vermutlich werde ich mir das Buch nicht direkt am Erscheinungstag kaufen.