Sonntag, 8. Oktober 2017

Museumsausstellung ~ Night and Day (Axel Hütte)


Hallo zusammen,

es war mal wieder Zeit für ein bisschen Kultur und natürlich möchte ich euch gern davon berichten. Kurzer Spoiler vorweg: Bisher haben mir die Ausstellungen die ich euch vorgestellt habe immer gefallen, diesmal bin ich eher verhalten.

Kurzführer Axel Hütte. Night and Day

Seit dem 23. September 2017 gibt es im Museum Kunstpalast in Düsseldorf etwa 70 Werke von Axel Hütte, einem der wichtigsten Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule, zu betrachten. Die Ausstellung ist bis zum 14. Januar 2018 zu sehen. Wie immer gilt, dass ich die Ausstellung nur aus Spaß und Interesse besuche. Ich habe keine Ahnung von der Materie und schildere euch hier lediglich meine subjektiven und höchst unqualifizierten Eindrücke. Für fachliche Analysen gibt es andere Quellen ;)

Die Ausstellung
"In der Urbanität der Großstadt, den alpinen Gletschern und dem südamerikanischen Dschungel geht er gleichermaßen auf Motivsuche und überrascht den Betrachter mit ungewöhnlichen Bildstrukturen und Phänomenen der Wahrnehmung, die seine Fotoarbeiten weit jenseits des Dokumentarischen verorten. Seine Impressionen von Landschaften und Architektur lösen visuell ein, was für die Sprache unfassbar erscheint (...). Hütte visualisiert in seinen Landschaftsaufnahmen seine tief empfundene Wahrnehmung von Natur, wobei er Licht- und Wetterphänomene wie Nebel, Gegenlicht oder Wasserspiegelungen gezielt nutzt. Nach der systematischen Erforschung jener visuellen wie bildernischen Phäomene, konstruiert Hütte eine Räumlichkeit,die die Verortung des Kamerastandpunkts nicht mehr möglich macht. In manchen Arbeiten scheint er über dem Motiv zu schweben, um eine perfekte Perspektive gegenüber der Welt und dem Motiv erzielen zu können."
(Quelle: Kurzführer, Ralph Goertz)
Mein Eindruck
Ich hatte keine großen Erwartungen an die Ausstellung, da mir Axel Hütte zuvor nicht bekannt war. Was die oben beschriebenen Licht- und Wetterphänomene betrifft, kann ich dem Kurator nur zustimmen. Diese findet man tatsächlich häufig in den Fotografien.

Atlanta, CNN, USA 2005

 
Moonlight, Canada 2010

Die Bilder waren auf irgendeine Art und Weise beeindruckend, weil oft eine sehr weite Landschaft gezeigt wurde. Sei es eine Steppe in Afrika, oder dieser Wald in Kanada. Ich habe nicht immer, aber oft einen Eindruck von der Weite der Natur bekommen. Wie groß die Erde eigentlich ist. Im Großen und Ganzen waren mir die Bilder allerdings zu einfarbig. Das klingt vielleicht seltsam, aber weil ich kein besseres Wort weiß, möchte ich es euch erklären. Jetzt ist zwar gerade Herbst, aber dennoch bietet auch diese Jahreszeit eine reiche Farbenvielfalt. Denkt nur an all das Laub, das von den Bäumen fällt. Denkt an Kaminfeuer, denkt an Tee, denkt an glänzende Kastanien und deren grüne Hüllen. Die Natur ist so bunt, die Natur bringt Farben hervor, die vermutlich kein Computer der Welt zusammenmischen kann. Die Bilder allerdings sind überwiegend in Grau, Braun, Grün und sonstigen Erdtönen gehalten. Das hat meinen persönlichen Geschmack nicht getroffen. Axel Hütte hat sicher Gründe warum seine Bilder nicht bunt sind und das spricht sicher viele Menschen an. Für mich hat aber tatsächlich Farbe gefehlt. Klingt vielleicht blöd, ist aber so.

Kunst ist Geschmackssache. Da mögen mir einige widersprechen, aber für mich ist es das. Wenn mir die Bilder also nicht zugesagt haben, dann wurde mein persönlicher Geschmack nicht getroffen, aber das sagt nichts über den Künstler oder seine Kunst aus. Nur etwas über meinen Geschmack. Was meiner Ansicht nach aber keine Geschmackssache (mehr) ist, ist die Art und Weise wie die Kunst präsentiert wird. Ein Beispiel:

Cano Una Pequena-2, Venezuela 2007
Erkennt ihr, was hier dargestellt wurde? Ich auch nicht.
Oder hier:

Albertina Bridge, South Africa 2001
Das ist ein Abbild dessen, was bei weiten Teilen der Bilder zu beobachten war. Alle Fotografien sind hinter Glas, sodass man sich permanent darin spiegelt. Teilweise so stark, dass man kaum erkennen kann, was dort abgebildet ist. Ich bin kein Experte, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man einen Raum nicht so ausleuchten kann, dass man Fotos vernünftig betrachten kann. Und wenn das tatsächlich nicht möglich ist, dann muss man die Konsequenz ziehen und die Bilder nicht hinter Glas zeigen. Das funktioniert doch bei Gemälden auch. Meiner Mutter und mir hat das leider sehr die Freude genommen und auch die Lust sich Bilder länger anzuschauen. Wir sind oft nur kurz stehen geblieben, wenn überhaupt, weil es keinen Spaß macht ein Bild anzuschauen, wenn man ewig rumhampeln muss, bis man eine Position gefunden hat, bei der man einigermaßen was erkennen kann. Nicht nur spiegelt sich der Betrachter im Glas, sondern auch die anderen Gemälde und die Decke. Das ist für den Betrachter Schade, der frustriert und enttäuscht die Ausstellung verlässt, aber auch für den Künstler. Er möchte doch, dass seine Werke betrachtet werden.

Weitere Ausstellungen
Wer Night and Day besucht, hat darüber hinaus die Möglichkeit sich die anderen Ausstellungen des Museums anzusehen. Das beinhaltet unter anderem die Ausstellung Beauty is a rare thing, Gemälde vom 11. - 21. Jahrhundert, die Rubensgalerie und das Glasmuseum Hentrich. Genauere Informationen findet ihr hier. Einen Teil der Gemälde haben wir uns noch angesehen, ebenso wie das Glasmuseum. Diese Bereiche haben mir besser gefallen, als die Ausstellung von Axel Hütte.


Kurz & Knapp
  • Zeitraum : 23.09.2017 - 14.01.2018
  • Eintritt: Erwachsene: 12€, zwischen 7 und 17 Jahren: 1€, Ermäßigt: 9,50€
  • Öffnungszeiten: Di-So: 11-18 Uhr, Do: 11-21 Uhr, Mo: geschlossen
  • Führungen (mit Anmeldung): Do 18 Uhr und So 14 Uhr
  • Adresse: Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf
  • Museum Kunstpalast

P.S.: Entschuldigt bitte - mal wieder die Qualität der Fotos. Das übliche Handyproblem und dazu kommt, dass mir das immer unangenehem ist, in einem Museum zu fotografieren. Auch dann, wenn es wie hier explizit erwünscht ist.


Kommentare:

  1. Für die Eintrittspreise ist das aber eine echt saumäßige Präsentation, wenn man höchstens sich selbst erkennt und nicht das Bild hinter Glas. Wirklich schade.

    Die Tiere aus Glas sehen dagegen schon viel cooler aus.

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Dadurch, dass man noch einige andere Ausstellungen besuchen kann, geht das vom Preis eigentlich. Die Fotoausstellung ist auch gar nicht so groß. Aber es ist trotzdem ärgerlich.

      Ja, das Tier war schon interessant. Sonst gab es in dem Glasmuseum aber mehr Vasen und abstraktes Zeug.

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  2. Hallo liebe Julia:)
    Ich finde das richtig schade, wenn man die Bilder nicht gut ansehen kann weil es so spiegelt. Schade, dass die Leute dort das nicht besser in den Griff bekommen haben.
    Die Figuren sehen extrem toll aus. Ich kenne das, mir ist das auch immer sehr unangenehm wenn ich Fotos mache oder filme etc. Aber bei Orte wo ich weiß da komme ich wahrscheinlich nie wieder hin, springe ich über meinen Schatten. Was die Eintrittspreise angeht, finde ich ganz okay, ich glaube das liegt gut im Mittelbereich.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Hallo Andrea,

      ich finde die Eintrittspreise auch in Ordnung, zumal man damit ja nicht nur die Fotoausstellung sehen kann. Nichtsdestotrotz ist es ärgerlich, weil wir das Geld ja für die Fotos gezahlt haben und nicht für die Glaskunst oder dergleichen.

      Ich habe immer Angst, dass das nicht erlaubt sein könnte und trau mich deshalb nicht :D Aber hier stand an der Kasse, dass fotografieren erwünscht ist. Daher ging das :)

      Liebe Grüße
      Julia

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