Donnerstag, 20. Juli 2017

Aktion ~ Mein SuB kommt zur Wort #3


Hallo liebe SuB und SuB-Besitzer,

hier bin wieder ich: Julias SuB. Ich freue mich sehr, wieder mit euch plaudern zu können und hoffe, ihr plaudert in den Kommentaren auch mit mir ;)

Wie groß/dick bist du aktuell?
Aktuell umfasse ich 42 Bücher, davon 41 Printbücher und ein Ebook. Im Vergleich zum Juni bin ich damit um vier Bücher kleiner geworden. Das ist leider nicht ganz so viel, da Julia sehr viel geshoppt hat, aber so lang sie mehr liest als bekommt, ist das für mich in Ordnung.

Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!
Wie im letzten Monat angekündigt, gibt es die drei neuesten Bücher, die Julia noch nicht gelesen hat. Ich muss euch mal wieder vier Bücher zeigen, denn Bücher treten wie ihr wisst häufig im Rudel auf und sie hat jeweils zwei Bücher zusammen erworben.

 Vincent Kliesch - Die Reinheit des Todes
"Er sieht aus wie ein Engel. Er hat viele Namen. Und er mordet, ohne Spuren zu hinterlassen …
Ein Serienmörder treibt in Berlin sein Unwesen. Sein drittes Opfer, eine ältere Dame, wird in einem weißen Leinenhemd aufgebahrt auf ihrem Esstisch gefunden. Die Wohnung ist klinisch rein geputzt – ein Albtraum für jede Spurensicherung. Die letzte Hoffnung des LKA, den »Putzteufel- Mörder« zu finden, ruhen auf Julius Kern. Schon einmal konnte er einen grausamen Massenmörder fassen. Doch Kern ist daran fast zerbrochen. Während er nur langsam zu seiner alten Form zurückfindet, hat sein Gegner bereits das nächste Opfer im Visier …
Ein Serienmörder in Berlin – und ein Kommissar, der nichts so gut kennt wie das Böse!"
(Quelle: Verlagsseite)
 Diesen Reihenauftakt hat Julia im Supermarkt entdeckt. Eigentlich haben sie und ich die Abmachung, dass sie nur Bücher von ihrer Wunschliste kauft. Aber sie hat sich einfach über mich hinweg gesetzt und dieses Buch gekauft, da viele von dieser Reihe schwärmen und wenn man das dann mal als günstiges ME sieht...

Jenny Blackhurst - Die stille Kammer
"Mein Name ist Emma Cartwright. Noch vor drei Jahren war ich Susan Webster – jene Susan Webster, die ihren zwölf Wochen alten Sohn Dylan getötet hat. Fast drei Jahre verbrachte ich in der Forensischen Psychiatrie. Seit vier Wochen bin ich wieder draußen. Unter neuem Namen lebe ich nun in einer Stadt, wo niemand von meiner dunklen Vergangenheit weiß.
Doch heute Morgen erhielt ich einen Brief, adressiert an Susan Webster. In dem Umschlag befand sich das Foto eines etwa dreijährigen Jungen, auf der Rückseite standen die Worte:
Dylan – Januar 2013. Kann es sein, dass mein geliebter Sohn noch lebt?"
(Quelle: Verlagsseite
Auch dieses Buch hat Julia aus dem Supermarkt, aber da dieses von ihrer Wunschliste stammt, war das kein Problem für mich. 

Tana French - Geheimer Ort
"Anmutig, behütet und golden, so scheint die abgeschirmte Welt des traditionsreichen Mädcheninternats St. Kilda. Doch vor einem Jahr ist dort im Park ein Junge erschlagen worden. Nun hängt sein Bild am Schwarzen Brett – mit der Überschrift: ICH WEISS, WER IHN GETÖTET HAT. Nur eines von acht Mädchen kann die Karte aufgehängt haben. In zwei Cliquen stehen sie sich gegenüber – unverbrüchliche Freundinnen, erbarmungslose Feindinnen. Der junge Detective Stephen Moran kennt eines der Mädchen, Holly Mackey, aus einem früheren Fall und meint zu wissen, was auf dem Spiel steht. Bis er hinter den Mauern von St. Kilda selbst in das verfängliche Netz aus Träumen und Lügen gerät." (Quelle: Verlagsseite)
Zu Tana French verbindet Julia eine Art Hassliebe. Die Bücher sind nämlich gleichzeitig spannend und langatmig. Geht nicht? Geht doch! Diesen Band hat sie in einem neuen öffentlichen Bücherschrank entdeckt, der vermutlich in den nächsten Wochen ihr Untergang sein wird. Dort stehen sehr interessante Bücher drin. Beispielsweise mehrere Teile einer Reihe von Lara Adrian. War nicht Julias Genre, sonst hätte sie vermutlich alle fünf bis zehn Bücher nach Hause geschleppt. Glück für mich...

John Steinbeck - Tortilla Flat
"Als Danny aus dem Krieg nach Monterey zurückkehrt, erfährt er zu seiner großen Verblüffung, daß er der Erbe zweier Häuser ist. Die auf ein Saufgelage folgende Feuersbrunst reduziert seinen Besitz jedoch schnell auf die Hälfte. In der übriggebliebenen Behausung residieren außer ihm schließlich fünf weitere »Obdachlose«, u. a. der »Pirat« mit seinen fünf Hunden. Fröhlich leben die Freunde bei Wein, Weib und Gesang in den Tag hinein und warten auf »das tägliche Wunder des Essens«, dem sie allerdings mit viel List und Tücke kräftig nachhelfen müssen. Das Leben könnte , so schön sein. Doch eines Tages gerät Danny ins Brüten und fängt ganz augenscheinlich an, den Verstand zu verlieren ... " (Quelle: dtv)
Julia behauptet dieses Buch sei ein Versehen, ich behaupte was anderes. In der Schule hat sie mal was gelesen, was sich Tortilla Curtain nannte. Sie dachte es wäre vielleicht eine Kurzgeschichte/ein Kapitel aus diesem Schätzchen, aber eigentlich handelt es sich bei Tortilla Curtain um einen Auszug aus einem Buch von T. C. Boyle. Kann man ja mal verwechseln. Wie auch immer, sie hat Tortilla Flat im Bücherschrank entdeckt und mitgenommen, weil sie auf den Spuren ihrer Schulzeit wandeln wollte. Ging schief und jetzt hab ich den Salat äh das Buch.

Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen?

 Daniela Sacerdoti - Am Ende des Winters 
"Eilidh Lawson steht an ihrem absoluten Tiefpunkt: Ihre jahrelangen Kinderwunschbehandlungen blieben erfolglos, und ihr Mann hat eine Geliebte. Traurig begibt sie sich in ihr kleines Heimatdorf, um die Wunden heilen zu lassen. Jamie versucht, das Beste aus seinem Leben zu machen, seit seine Traumfrau ihn und ihre gemeinsame Tochter verlassen hat, doch es fällt ihm manchmal schwer.

Beide wissen noch nicht, dass Hilfe meist aus ungeahnten Richtungen kommt – und dass auf jeden Winter irgendwann auch wieder der Frühling folgt …" (Quelle: Verlagsseite)
Da in der Frage der Zusatz gelesen auftaucht, muss hier Am Ende des Winters genannt werden. Zwar hat mich auch Mo Hayders Behandlung verlassen, aber das hat Julia abgebrochen. Das vorgestellte Buch hat Julia mittelmäßig gefallen. Die Liebesgeschichte mochte sie richtig gern, aber die im Klappentext angeführte Hilfe stammt von einem Geist und das mag Julia überhaupt nicht. Rezensiert hat sie das Buch hier.
  
Lieber SuB, welches sind deine drei ältesten SuB-Bücher?
Ich könnte euch Geschichten erzählen... aber das lasse ich vielleicht lieber, ansonsten hört mich gar keiner mehr an. In der Vergangenheit hat Julia nicht immer akribisch Buch geführt, über Neuzugänge und gelesene Bücher, weshalb die ältesten drei nicht genau zu rekonstruieren sind. Ich werde tagtäglich mit so vielen Geschichten konfrontiert, dass ich mich natürlich auch nicht an alles erinnern kann. Immerhin sind Julia und ich uns einig, dass es echt ätzend ist immer und immer wieder die gleichen Bücher rumschleppen zu müssen, weshalb Julia das Jahr 2017 zur SuB-Verjüngungskur ausgerufen hat. Großartig, oder? Wer möchte denn nicht gern jugendlich frisch aussehen? Auch SuB sind sehr eitel... Mehr über das Projekt könnt ihr hier nachlesen. Im Rahmen dieses Projekts hat Julia mich nach Jahren sortiert und daher zeige ich euch jetzt meine Schützlinge, die vor Beginn der Aufzeichnungen mein Leben bereichert haben, aber da das so viele sind, muss eine Liste reichen. Los, los, tretet vor. Ich weiß ihr schämt euch weil ihr ein bisschen angestaubt seid, aber da müsst ihr jetzt mal durch.

  1. Der Duft des Todes - Lin Anderson
  2. Im Namen des Blutes - Lin Anderson
  3. Das Andere anders sein lassen - Mostafa Arki
  4. Mr. Shivers - Robert Jackson Bennett
  5. Strasse des Todes - Robert Crais  
  6. Misterioso - Arne Dahl
  7. Lügenmeer - Kjell Ola Dahl 
  8. Hard News - Jeffery Deaver
  9. Wüstenblume - Waris Dirie
  10. Der Name der Rose - Umberto Eco 
  11. Wurzeln - Alex Haley  
  12. Ramses #3 - Christian Jacq
  13. Nicht ohne meine Tochter - Betty Mahmoody
  14. Das Lied der Sirenen - Val McDermid
  15. Der dritte Bruder - Nick McDonell
  16. Hype - Anders de la Motte
  17. Totenklage - John Sandford
  18. Der Club der Gerechten - John Saul
  19. Tödlicher Mittsommer - Viveca Sten
  20. Oleg oder Die belagerte Stadt - Jaap ter Haar
  21. Der erste Verdacht - Helene Tursten 
  22. Ganz unten - Günther Wallraff 
Julia ist felsenfest davon überzeugt, dass sie bis Ende 2017 all diese Bücher gelesen hat und wenn nicht, werden sie gnadenlos aussortiert. Ich glaube ja nicht dran, aber andererseits hat mich Julia in diesem Jahr schon das ein oder andere Mal überrascht. Wir werden also sehen. 

Verratet mir doch gern welches Buch bei euch am längsten subbt und wie lang. Vielleicht fühle ich mich dann nicht ganz so schlecht, wegen meiner vielen Altlasten. 
Julias SuB
Nachwort von Julia:

Mein SuB hat diese Aktion bei Anna entdeckt. Schaut gern mal bei ihrem SuB vorbei. Ich werde meinem SuB mal sagen, dass er sich nächstes Mal etwas kürzer... jaaaaaaa, ist ja schon gut. Ich arbeite ja schon weiter...Ist doch immer das gleiche mit den SuBs.....Ich bin zu groß mimimimi.... Lies mich und mich und mich und mich....

Dienstag, 18. Juli 2017

Rezension ~ Am Ende des Winters

Titel: Am Ende des Winters
Originaltitel: Watch over me
Autorin: Daniela Sacerdoti
Seiten: 320 Seiten
Verlag: Piper
Genre: Roman, Liebe
Leseprobe



Inhalt:
Als ihre Ehe am Ende ist, trennt sich Eilidh von ihrem Mann Tom und kommt bei ihrer Großtante Peggy unter. Peggy wohnt in einem kleinen Dorf in Schottland, indem auch Eilidh einige Jahre ihrer Kindheit verbracht hat. Hier will sie ihre Wunden heilen und sich erholen. Sie trifft auf einige Bekannte aus ihrer Kindheit, unter anderem auf den alleinerziehenden Jamie und seine Tochter Maisie. Mit Jamie verbindet Eilidh eine ganz besondere Freunschaft…

Meine Meinung:
Der Klappentext verrät erstmal nichts genaues über den Inhalt der Geschichte. Mich hat angesprochen, dass Jamie alleinerziehender Vater ist, da ich Kinder in Büchern oft unterhaltsam finde. Tatsächlich ist Maisie auch echt ein süßer Fratz, auch wenn sie hier eher Mittel zum Zweck ist, anstatt eine eigenständige Rolle einzunehmen. Auch Jamie und Eilidh mochte ich sehr gern. Sie sind beide recht bodenständig und sympathisch, weshalb ich ihre Liebesgeschichte gern verfolgt habe. 

Weniger mochte ich die zweite Ebene des Buches. Eine wesentliche Rolle spielen hier Geister von Verstorbenen und damit kann ich leider wenig anfangen. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich das Buch vermutlich auch nicht gelesen. Als beide Ebenen noch mehr oder weniger voneinander getrennt waren, kam ich noch ganz gut zurecht. Aber irgendwann vermischen sich die Geister oder besser gesagt der Geist sehr stark mit der realen Welt und da wurde es mir persönlich zu viel. 


Fazit:
Die Liebesgeschichte der Protagonisten hat mir gut gefallen, da beide Charaktere sehr sympathisch sind. Allerdings mochte ich die unerwartete Hilfe in Form von Geistern Verstorbener leider gar nicht. 
 

Montag, 17. Juli 2017

Rezension ~ ghetto kidz

Titel: ghetto kidz
Originaltitel: If I grow up
Autor: Morton Rhue
Seiten: 251 Seiten
Verlag: Ravensburger
Genre: Jugendbuch, Ghettoisierung




Inhalt:
Kalon wächst in einem amerikanischen Ghetto auf, das von den verschiedenen Gangs beherrscht wird. Er selbst will sich keiner Gang anschließen und sich lieber aus allem raushalten. Aber manchmal scheint die Lage aussichtslos zu sein und man wirft alle Prinzipien über Bord. 

Meine Meinung:
Morton Rhue nimmt den Leser immer mit in eine Welt, die so weit entfernt zu sein scheint, die  aber eigentlich direkt um die nächste Ecke liegt. So beschreibt er in Ghetto Kidz das Leben in einem amerikanischen Ghetto. 

Zu Beginn der Geschichte ist Kalon gerade 12 Jahre alt, am Ende ist er 17. Für Kalon ist es Alltag sich auf den Boden zu werfen, wenn er Schüsse hört und Leichen hat er auch schon einige gesehen. Seine Mutter wurde auf offener Straße erschossen. Sein Leben ist hart und dennoch hält er an dem Grundsatz fest in keine Gang eintreten zu wollen. Als Leser wünscht man ihm einen Ausweg, eine Fluchtmöglichkeit aus diesem Teil der Stadt, denn eigentlich ist er ganz nett und ziemlich gut in der Schule. Aber ich konnte die ganze Zeit keinen richtigen Zugang zu ihm finden. Ich hätte ihm diesen Ausweg gewünscht, weil kein Kind so aufwachsen sollt wie Kalon, aber nicht um seiner selbst willen. Er war mir einfach nicht nah und erst ganz am Ende tat er mir leid. 

Die Handlung hat mir gut gefallen. Die Brutalität des Ghettos, die Verzweiflung, diese Machtlosigkeit kommt sehr gut rüber. Man merkt sehr schnell, dass das Ghetto nach einem eigenständigen System funktioniert und mit der Welt da draußen nichts gemeinsam hat. Wenn man einmal in dem Kreislauf drin ist, einmal dort landet, dann kommt nur schwer wieder raus. 

Ich schätze an dem Autor sehr, dass er dem Leser auf so wenigen Seiten massenhaft Informationen bietet. Einerseits durch den Inhalt der Geschichte, aber auch durch ein umfassendes Nachwort und/oder Interview. Hier hat mir das ein bisschen gefehlt. Es gibt zwar vor jedem Abschnitt eine kurze Statistik zur Erläuterung und auch ein Nachwort ist vorhanden, aber ich empfand es als nicht so informativ wie gewohnt. Außerdem hätte ich gern etwas mehr über das Ghetto erfahren. Vor allem wo es sich genau befindet. Zuerst hatte ich immer Afrika im Kopf, aber es ist natürlich mein Fehler bei schwarzen Menschen (der Term wird im Buch verwendet, daher ich übernehme ich ihn) gleich an Afrika zu denken. Allerdings hatte ich auch das Gefühl irgendwo gelesen zu haben, dass Buch spielt in Südafrika. Jedenfalls erschien mir das Ghetto als völlig losgelöst von einem Land oder Kontinent, was ich ein bisschen Schade finde. 

Fazit:
Für mich ist es bisher leider das schwächste Buch von Morton Rhue, da ich mit Kalon nicht warm geworden bin. Dennoch ist das Buch wieder informativ und spricht ein wichtiges Thema an.
Informatives Sammelsurium:

  •  Bei dem englischen Titel weiß man anders als beim deutschen nicht sofort um was es geht, dennoch finde ich ihn mal wieder sehr treffend
  • Das englische Cover hingegen finde ich wenig gelungen, auch wenn die Szene durchaus Bezug zum Buch hat. Es ist mir allerdings farblich zu hell, da passt das tiefschwarze deutsche wesentlich besser. Das Hardcover finde ich durch die Bauklötze auch unpassend.
  • In der englischen Version heißt Kalon DeShwan!
  • Zitate

Samstag, 15. Juli 2017

Sammelsurium ~ After passion

Hallo zusammen,

ich weiß mal wieder nicht wo ich anfangen soll. Dem Titel habt ihr schon entnommen, dass es um After Passion gehen soll. Ich hatte quasi schon Redebedarf zu dem Buch bevor ich damit angefangen habe. Als ich dann die ersten rund 100 Seiten gelesen hatte, kam mir die Idee dieses Buch nicht zu rezensieren, sondern einfach drüber zu schreiben. Jetzt habe ich das Buch bei etwa der Hälfte abgebrochen und könnte eigentlich in meinem Abgebrochen Post darüber berichten, aber das würde vermutlich den Rahmen sprengen. Daher nun doch die Laberversion. Ich werde einige Beispiele aus dem Text geben, habe aber für mein Empfinden keine Spoiler eingebaut. Falls ihr euch aber schnell gespoilert fühlt oder unsicher seid, lest bitte nicht weiter. 

Hinweis bezüglich der Seitenangaben: Diese Angaben beziehen sich auf meinen tolino, da ich das Printbuch Zuhause habe.
Die Vorgeschichte
Als die Reihe gerade gehyped wurde, war ich sehr zwiegespalten. Ihr kennt meine Haltung zu Hypebüchern, daher wollte ich die Bücher nicht unbedingt lesen. Gleichzeitig interessieren mich aber polarisierende Bücher sehr, weil ich mitreden will, weil ich wissen will auf welcher Seite ich stehe, weil ich das Für und Wider verstehen will. Alle sprachen von diesen furchtbaren Charaktere. Nervig, unverschämt, ein einziges Hin und Her. Alles keine Punkte für das Buch. Aber es wurde auch von der Sogwirkung gesprochen und irgendwas muss doch dran sein, wenn es so viele mögen. Das Buch wanderte also auf die Wunschliste, wanderte wieder runter, wieder rauf und wieder runter. Gerade als ich das Buch endgültig aufgegeben habe, habe ich es in einem Gewinnspiel gewonnen. Dann hat es aufgrund der Seitenzahl und meinem Inneren Zwiespalt eine Weile auf dem SuB gelegen, aber durch das Juli Motto der Mottochallenge (SuB-Leichen) wurde ich doch motiviert.

Der Anfang
Tessa und Hardin sind nicht sympathisch. Das muss man einfach mal so sagen. Tessa ist vor allem zu Beginn die Oberflächlichkeit in Person. Wie sie über ihre Mitbewohnerin und ihre Freunde urteilt, ist  nicht mehr feierlich. Sicherlich kommt viel durch die Erziehung ihrer Mutter, aber das ging echt gar nicht.
"Was mich überrascht, ist, dass ich außer Hardin, Nate und Steph niemanden mit Tattoos entdecken kann. Vielleicht finde ich hier heute Abend ja doch noch ein paar Freunde." (S. 31)
"Ich weiß, dass ich anders bin, aber in meiner Vorstellung sind eher sie die "Anderen"." (S. 59)
Außerdem hat Tessa einen Freund. Noah. Sie erzählt ständig "Ich hab einen Freund, ich hab einen Freund, ich hab einen Freund", aber denkt ihr sie verhält sich so? Natürlich nicht. Da fährt ihr Freund extra stundenlang zu ihr, weil sie ihn darum bittet (er schwänzt sogar auf ihr Drängen die Schule) und dann lässt sie ihn allein in ihrem Zimmer hocken. Ich verrate euch wohl nicht zu viel wenn ich sage, dass Hardin und Tessa sich dann ein bisschen näher kommen. Sie verlangt von Hardin quasi die Zusage zu einer monogamen Beziehung, die er ihr nicht geben will, aber trennt sie sich von Noah? Nö. Na ja und als Noah dann über Hardin lästert bzw Vorurteile hat, wird sie pissig.

Um es kurz zu machen: Tessa war mir nicht mal in ihren ruhigen Momenten sympathisch.

Sprechen wir über Hardin. Man sagt ja immer Frauen litten unter Stimmungsschwankungen. Jeder der das sagt kennt Hardin nicht. Dieser Typ wechselt so schnell die Laune, dass er entweder ernsthaft psychisch krank ist, oder die Autorin einen völlig unauthentischen Charakter geschaffen hat. Der Kerl ist unfassbar. Aber es geht ja noch weiter. Respektlosigkeit ist zum Beispiel auch ein Wort das ihn treffend beschreibt. Man kann ja manchmal Leute ein bisschen ärgern. Zum Beispiel der Freundin leicht am Zopf ziehen, weil man weiß sie mag das nicht. Das fällt für mich unter necken und ist okay, wenn man es nicht übertreibt. Man kann aber auch aus Prinzip das tun, was der andere gebeten hat zu unterlassen, nur um ihn zu ärgern und zu nerven. Das ist dann Mobbing und respektloses Verhalten und das ist Hardins Spezialität.
Cholerische Anfälle kann Hardin auch gut, besonders wenn jemand an seine Sachen geht. Tessa nimmt sich ein Buch aus Hardins Regal und er rastet aus, aber - ihr könnt es euch denken - Respekt vor anderem Eigentum sucht man bei ihm vergeblich. Er löscht heimlich Nachrichten von Tessas Handy, stellt ihren Wecker aus und zerdeppert sämtliches Geschirr seiner Stiefmutter.
Ach ja und dann drängt er Tessa auch noch dazu Noah "alles" zu beichten, während dieser daneben steht.

Anders als Tessa hingegen, hatte Hardin für mich aber auch gute Momente. Ich meine, er ist ein Arschloch und einige Dinge die er tut, finde ich unentschuldbar. Aber wenn er ruhig war, wenn er ehrlich war, wenn er zugelassen hat verletzlich zu sein, dann war er wirklich sympathisch. Dann mochte ich ihn und was noch viel wichtiger ist: Dann mochte ich die beiden als Paar richtig gern. Es gab kleine Szenen zwischen den beiden wo ich dachte: Mensch, wenn die immer so wären, dann wären die mein Lieblingspärchen.

Und obwohl in beiden alle negativen Eigenschaften die ein Mensch nur haben kann vereint sind, habe ich das Buch anfangs gern gelesen. Ich wollte das nicht, ich wollte das Buch nicht gern lesen, ich wollte es nicht mögen, weil ich mich nicht gut damit gefühlt habe etwas zu mögen, wo Menschen so scheiße sind. Aber es war halt so. Und ich würde mich nicht hinstellen und sagen ich mag etwas nicht, nur weil es gesellschaftlich anerkannter ist, wenn es nicht der Wahrheit entspricht.

Die Mitte:
Im Verlauf der Geschichte wurde es dann aber mit Hardin und Tessa immer schlimmer. Ich wusste von Anfang an, dass es ein Hin und Her geben wird. Das mag ich eh nicht so gern, aber anfangs ging es ja noch. Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, mit welcher Intensität und Häufigkeit geliebt und gehasst wird. Zwei Kapitel geht es gut, dann ist wieder einer von beiden scheiße, dann reden sie zwei Kapitel nicht miteinander, dann vertragen sie sich. Ich weiß nicht wie oft sie auf den 300 Seiten gestritten und geküsst haben, aber es war so oft, dass andere damit eine zehnteilige Reihe füllen. Irgendwann ist dann halt auch mal gut gewesen.

Vor allem ist es jetzt mittlerweile auch lächerlich. Sie streiten sich so oft über irgendetwas, vertragen sich dann wieder, aber klären die Konflikte nie. Das kann doch auch zu nichts führen. Dann gehen sie quasi eine Beziehung ein, nennen das aber nicht so und weil Tessa sich nicht auskennt, denkt sie es ist eine, aber für Hardin ist es keine. Sie merkt sogar, dass sie es nicht so ausformuliert haben, aber anstatt ihm mal zu sagen was sie sich unter dem was sie haben vorstellt, sagt sie nix. Was ist die Folge? Hardin hat ne andere aufm Schoß. Sie: Aber wir sind doch in einer Beziehung *heul* Er: Wie du dachtest wir sind einer Beziehung? *lach* Dann nähern sie sich irgendwie doch wieder an, aber mal klar zu sagen was sie fühlen und was das für Konsequenzen für ihre Beziehung zueinander hat (nicht Beziehung im Sinne von Partnerschaft, sondern lediglich die Art wie sie zueinander stehen) kriegen sie nicht auf die Kette. So kann man sich doch nicht ernsthaft verhalten.

Das Ende:
Nach einem riesen großen Streit musste ich dann abbrechen. Bis einschließlich Kapitel 62 konnte ich es noch ertragen, aber dann war Ende. Es ist so offensichtlich, dass gerade Hardin im Streit auf Dinge reagiert die Tessa sagt bzw. Dinge bestätigt, die Tessa ihm an den Kopf wirft, obwohl sie gar nicht so sind.

Beispiel (frei zitiert):
Hardin brüllt in einem Streit das er Tessa liebt.
Tessa später: Du glaubst doch nicht, dass ich dir das abkaufe.
Hardin: Du glaubst mir nicht, dass ich dich liebe.
Tessa: Nö. Bin doch nicht blöd.
Hardin: Stimmt. Wollte nur mehr Drama machen.

Es ist so dermaßen klar, dass Hardin das nur sagt, weil es für ihn leichter ist und weil er sich nicht verletztlich machen will. Und so wird immer und immer und immer wieder künstliches Drama erschaffen und das habe ich nicht mehr ausgehalten. Aus diesem Grund habe ich nach 343 von 608 Ebook Seiten abgebrochen.

Fazit:
Ich kann durchaus verstehen, warum viele an der Reihe dran bleiben, auch wenn die Charaktere unter aller Kanone sind. Anna Todd hat keinen super ausgefeilten Schreibstil, aber sie versteht es die Leser ans Buch zu fesseln und sie versteht es, 50 Seiten wie 20 wirken zu lassen. Aber für mich war das Drama zu groß, die Charaktere zu unsympathisch und das Hin und Her viel zu kurz hintereinander.
Ich werde mich jetzt auf die Suche nach einer Zusammenfassung/Spoiler der Geschichte machen, denn eine Frage muss ich noch beantwortet wissen: Landen Landon und Tessa irgendwann in der Kiste? Wer die Bücher gelesen hat, darf/kann mir diese Frage bitte beantworten.