Donnerstag, 17. November 2016

Rezension ~ @E.R.O.S

Titel: @E.R.O.S
Originaltitel: Mortal Fear
Autor: Greg Iles
Seiten: 688 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Thriller, Internet



Inhalt:
Mehrere Frauen werden bestialisch ermordet. Die Methode ist jedes Mal anders, sodass kein offensichtlicher Zusammenhang zwischen den Taten besteht. Doch Harper Cole, Systemadministrator in einem Erotikforum, weiß mehr als die Polizei und kann bei der Suche nach dem Mörder helfen. Doch der Killer ist schwer zu fassen und droht bald auch den Behörden. 

Meine Meinung:
Der Klappentext des Buches hat mich sehr angesprochen, da ich Internetverbrechen gleichermaßen faszinierend wie gruselig finde. Nach eher schlechten Kritiken habe ich dann aber lange gebraucht, um zum Buch zu greifen. 

Das Buch ist 20 Jahre alt, was man gut merkt. Man wählt sich über ein Modem ins Internet ein, die Spracherkennung ist etwas ganz besonderes und die meisten Menschen haben von Computern nicht viel Ahnung. Für mich mit meinen 23 Jahren war es zeitweise faszinierend, aber manchmal auch nervig, weil ich die ganzen technischen Erklärungen nicht kapiert habe. 

Die Erzählweise war für mich eher ermüdend und mir hat die Spannung gefehlt. Ich wollte zwar gern wissen wer der Mörder ist und welche Motive er hat, aber der Weg dahin war mir ziemlich egal. Es war sehr anstrengend zu lesen, da immer wieder Harper und seine privaten Probleme in den Fokus rücken, während man dem Killer auf die Spur kommt. Stellenweise wird eine sehr bildhafte, umschreibende Sprache angewandt, die mich eher gestört als gefreut hat. Das war einfach zu viel, zu überladen, zu geschwollen. 

Die Protagonisten waren mir leider nicht sehr sympathisch. Harper versucht der Polizei zu helfen, was mir gut gefallen hat. Aber seine privaten Probleme wurden sehr ausschweifend erzählt. Ich kann zwar seine Entscheidungen durchaus verstehen, aber trotzdem mochte ich ihn nicht. Auch eine ganze Reihe Polizisten und Personen vom FBI wollen den Täter fassen. So wird mit einem Haufen Namen um sich geworfen, die ich irgendwann nicht mehr auseinander halten konnte. 

Ich möchte nicht unbedingt über die Neigungen anderer Menschen urteilen, aber die Motive des Täters waren schon abgedreht. Bei seiner Geschichte wurden schon einige seltsame Sachen ausgepackt. Ich möchte nicht abstreiten, dass es das alles gibt, aber ein bisschen weniger dick aufgetragen, hätte mir auch gefallen. 

Fazit:
Weniger ist manchmal doch mehr. Einige Passagen haben sich sehr gezogen, die Motive des Täters waren mir zu abgedreht und auch die Protagonisten konnten mich nicht überzeugen.
 

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