Dienstag, 29. November 2016

Rezension ~ Der Schamane

Titel: Der Schamane
Originaltitel: Shaman 
Autor: Noah Gordon 
Reihe: Ärztedynastie Cole #2 
Seiten: 638 Seiten 
Verlag: Heyne 
Genre: Historisch, Medizin
Leseprobe


Reiheninformation:
Diese Rezension ist spoilerfrei. Es handelt sich um den zweiten Band – sofern man ihn so bezeichnen möchte – der Cole Ärztedynastie. Dieser Band spielt 800 Jahre nach dem ersten Band, weshalb man weder auf den ersten Band gespoilert wird, noch Vorwissen nötig ist.

Inhalt:
Nachdem er um sein Leben fürchten muss, flieht Robert Judson Cole aus Irland nach Amerika. Wie schon seine Vorfahren, geht er ganz in seiner Arbeit als Arzt auf. Auch sein Sohn Robert Jefferson Cole strebt ein Medizinstudium an. Doch das ist alles andere als einfach, verliert er doch nach einer Krankheit sein Gehör. 

Meine Meinung:
„Der Medicus“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und auch den Film finde ich wirklich klasse. Nachdem die Folgebände nicht mehr so gut sein sollen, wollte ich mich erst nicht daran wagen, aber als ich das Buch im öffentlichen Bücherschrank gesehen habe, musste ich es mitnehmen.
Ich tue mich ein bisschen schwer damit, den Schamanen als Fortsetzung zum Medicus zu sehen. Natürlich geht es weiterhin um die Coles und ihre besondere Gabe, aber zwischen beiden Handlungen liegen 800 Jahre. 

Im Grunde genommen werden hier zwei Geschichten erzählt. Die von Robert Judson Cole und die von seinem Sohn Robert Jefferson, der auch Shaman genannt wird. Gerade von letzterem hätte ich gern mehr gelesen, da mich seine Taubheit sehr interessiert hat. Doch auch der Vater hat einiges erlebt, was wirklich spannend ist. 

Ich finde die Entwicklung der Medizin so faszinierend, obwohl mich der Mensch und seine Anatomie nicht so interessiert. Als Soziologin liegt mein Augenmerk eher auf dem gesellschaftlichen Zusammenleben. Der Autor schafft es aber wunderbar einem die Besonderheiten der Zeitepoche näher zu bringen und das Interesse zu wecken. Schon im Medicus war es die Entdeckung eines menschlichen Körpers von Innen und im Schamanen beispielsweise die Erkenntnis, dass Hygiene unerlässlich ist. 

Leider gab es auch hier einige Passagen, die etwas langatmig waren. Vor allem war das bei der Geschichte der Indianerfrau Makwa-Ikwa der Fall. Zwar lernt man durch ihre vollkommen andere Lebensweise auch einiges, aber dieser große Indianerabschnitt hätte meiner Meinung nach besser geteilt werden können. Auch der Sezessionskrieg nimmt einen gewissen Raum ein. Natürlich wäre es nicht gut, so ein Ereignis zu ignorieren, aber da ich den Krieg weniger spannend fand, hätte es für mich ruhig etwas weniger sein können.

Fazit:
Zwar konnte der Schamane aufgrund des Handlungsortes nicht mit dem Medicus mithalten, dennoch hat mich auch dieser Band sehr überzeugt. Die Charaktere mochte ich gern und vor allem hat es der Autor wieder geschafft, meine Faszination für die menschliche Anatomie zu wecken. 

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