Freitag, 20. Mai 2016

Rezension ~ Noah

Titel: Noah
Autor: Sebastian Fitzek
Seiten: 558 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Thriller
Leseprobe




Inhalt:
Ein Mann wacht in einem U-Bahnschacht auf, neben ihm kniet ein Obdachloser. Oscar. Der Mann kann sich nicht daran erinnern wer er ist, woher er kommt und wieso eine Kugel ein Loch in seine Schulter gerissen hat. In seiner Handinnenfläche steht ein Name. Noah. Ist er Noah und wenn ja, warum kann er sich nicht erinnern?

Meine Meinung:
Nach der Augendilogie wollte ich unbedingt mehr von Sebastian Fitzek lesen und konnte dieses Buch daher nicht bei den Mängelexemplaren liegen lassen. Nach mehreren positiven Stimmen zu dem Buch, musste es dann dran glauben.

Das Positive zuerst: Die Spannung und das Tempo. Der Autor hat es einfach drauf seine Leser ans Buch zu fesseln, selbst wenn es einem inhaltlich nicht gefällt. Die Kapitel sind sehr kurz, sodass man wirklich durch die Seiten fliegt („Ach, eins geht noch“) und die wechselnden Handlungsorte sorgen zusätzlich für Spannung. 

Auch die Charaktere konnten mich überzeugen, weil sie einfach irgendwie sympathisch waren, auch wenn manche ganz schön schlechte Eigenschaften hatten. Die, die ich ganz besonders mochte, haben natürlich wieder nicht überlebt oder es geht ihnen am Ende verdammt beschissen, aber ein Thriller mit Happy End wäre ja auch doof. Zumindest von Fitzek. 

Mein größter Kritikpunkt, so blöd das vielleicht klingt, ist die Handlung. Hier wird wirklich alles reingepackt. Es ist gesellschaftskritisch (auf so vielen Ebenen!), es ist politisch und Verschwörungstheorien darf man auch nicht vergessen. Mir war das einfach zu viel von allem. Das schlimmste an diesem ganzen Kuddelmuddel war diese Gesellschaftskritik. Man darf mich jetzt gern als naiv oder ignorant bezeichnen und sagen, dass ich bin wie alle anderen und sich deshalb nie was ändern wird, aber ich hatte permanent das Gefühl der Autor steht hinter meinem Stuhl, haut mir sein Buch auf den Kopf und sagt: „Du musst ein besserer Mensch werden“. Zwar sagt der Autor im Nachwort, dass das gar nicht unbedingt seine Absicht war, aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühlt getadelt zu werden. Natürlich ist es nicht schlecht, wenn ein Buch einen dazu anregt sein Verhalten zu ändern und bewusster zu leben. Trotzdem habe ich mich hier für einen Thriller entschieden – der in Maßen kritisch sein darf – und nicht für ein Sachbuch zum Thema nachhaltiges Leben. 

Fazit:
Zwar ist das Buch gewohnt spannend und schnell zu lesen, auch die Charaktere konnten mich überzeugen, aber die permanent geschwungene Moralkeule hat mein Leseerlebnis deutlich gemildert.  

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