Dienstag, 12. April 2016

Kurzmeinungen ~ Corpus Delicti ~ Nothing for UnGood

Titel: Corpus Delicti. Ein Prozess
Autorin: Juli Zeh
Seiten: 272 Seiten
Verlag: btb
Genre: Dystopie
Leseprobe




Lesegrund:
Klang irgendwie ganz interessant. Und ist eine Schullektüre, was ich ja immer spannend finde.

Meine Meinung:
Der Weltenentwurf gefällt mir sehr gut. Ein perfektes Gesundheitssystem, in dem niemand mehr krank ist. Die Erkältung ist seit 100 Jahren ausgestorben. Sehr spannend.

Zu den Charakteren konnte ich keinen Zugang finden und ich bin mir auch nach dem Lesen nicht sicher, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Ein bisschen wahnsinnig sind die alle.

Die ganzen Beschreibungen waren mir zu theoretisch, philosophisch und abstrakt. Eine Mischung aus allem. Das kann man schon ein wenig aus dem Untertitel „Ein Prozess“ ableiten.

Fazit:
Interessanter Weltenentwurf, aber für meinen Geschmack zu trocken.




Titel: Nothing for UnGood
Autor: John Madison
Seiten: 188 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Genre: Humor




Lesegrund:
Ich mochte „Dear Germany“ von Carol Kloeppel total gern und erhoffte mir von diesem Buch ähnlich lustige Unterhaltung.

Meine Meinung:
Einige Kapitel waren sehr unterhaltsam und irgendwie auch zutreffend. Zum Beispiel die Frage, warum sich Deutsche eigentlich darüber wundern, dass Ausländer Deutsche immer mit Bayern verbinden bzw. gleichsetzen.

Die Anmerkungen der Übersetzerin haben mir gefallen, weil sie sich kritisch, aber humorvoll mit den Aussagen des Autors auseinander setzt.

Manches war mir zu überzogen und die Amerikaner machen eh alles besser bzw. richtig (Sie zählen besser, messen richtig usw.)

Mir hat fast ein bisschen der positive Blick auf Deutschland gefehlt. Wenn man Deutschland/Deutsche doof findet, kann man natürliches nichts Positives darüber sagen, aber dann ist die Frage, warum hat der Autor so lang hier gelebt?

Das letzte Kapitel mit den beantworteten Google-Fragen fand ich weitestgehend überflüssig, weil es sich zum einen wiederholt hat und es auch langweilig war.

Fazit:
Ein kritisch-humorvoller Blick auf Deutschland, der mir oft aber zu negativ war. So schlecht ist es in Deutschland jetzt auch nicht ;)

Kommentare:

  1. Schade, dass dir "Copus Delicti" nicht so gut gefallen hat. Ich kann dir, was die Charaktere und auch den trockenen Inhalt angeht, ein wenig zustimmen, wobei es mir nicht ganz so schlecht gefallen hat. Ich fand den Gesellschaftsentwurf SO interessant, dass das alles andere ein wenig überdeckt hat :D

    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Ich hab mich hier auch echt schwer getan mit der Bewertung und hab es im Nachhinein noch nach unten korrigiert.
      Zwar war die Gesellschaft sehr interessant, aber ich glaube, damit das die negativen Aspekte überdeckt, hätte ich noch mehr Infos dazu gebraucht.

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    2. Ich hab es für die Uni gelesen, weswegen man da sicherlich auch eine ganz andere Herangehensweise hat und gar nicht so sehr der Genuss der Lektüre im Vordergrund steht :/

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  2. Von Juli Zeh habe ich schon "Spieltrieb" gelesen - ich glaube, dass das auch eine Schullektüre ist, zumindest hat es mein Exfreund vor langer Zeit mal gelesen und der liest normalerweise keine Romane, also muss es von der Schule ausgegangen sein.

    Hätte nicht gedacht, dass die Autorin auch Dystopien schreibt, zumindest klingt es sehr nach einem Zukunftsroman. Aber ich kann das gut nachfühlen, dass du zu den Charakteren kaum einen Zugang bekommen hast, mir ging es zu der Zeit bei "Spieltrieb" ziemlich ähnlich. Zusätzlich fand ich den Schreibstil damals auch sehr anstrengend, weil zu fremdwortlastig und anspruchsvoll..

    Alles Liebe!

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    1. Ja, das wird auch in Schulen gelesen. Kann man ja auch viel drüber diskutiren.

      Es ist aber soweit ich weiß eher eine Utopie als eine Dystopie, aber so genau kenne ich mich da auch nicht aus und ist ja eigentlich auch egal.
      Fremdwortlastig war das hier nicht so, aber einfach trocken.

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    2. Wenn ich mich hier kurz einklinken darf - Corpus Delicti ist eine Dystopie, das eine Utopie vortäuscht.
      Durch die fehlenden Krankheiten und den hohen Wert der Gesundheit vermutet man zuerst, dass es sich um eine Utopie handelt (wer will nicht lebenslänglich gesund sein und das auch wissen?), doch durch die vielen Regeln und Überwachungsmaßnahmen (Urinproben, reguliertes Essen, abgestimmter Sport, etc.) verkehrt sich das Prinzip dann doch zur Dystopie. Eigentlich ganz interessant :D

      Liebe Grüße,
      Sarah

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    3. Na toll. Und das soll man mal verstehen/wissen, wenn man sich nicht in der Schule oder Uni damit auseinander setzt. :D Aber danke für deine Erklärung. Dann werde ich das gleich mal anpassen :D

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