Freitag, 12. Februar 2016

Rezension ~ Schwarzblende

Titel: Schwarzblende
Autorin: Zoë Beck
Seiten: 411 Seiten
Verlag: Heyne
Genre: Thriller, Terror
Leseprobe




Inhalt:
In London wird Niall Stuart zufällig Zeuge eines brutalen Überfalls. Zwei Männer greifen mit Macheten einen jungen Soldaten an. Niall filmt die grausige Tat mit seinem Handy und gerät so unbeabsichtigt nicht nur in den Fokus der Medien. Die Attentäter präsentieren sich mit einer Flagge des sogenannten „Islamischen Staates“ und geben an, dass Verbrechen im Namen Allahs begangen zu haben. Niall bekommt den Auftrag eine Dokumentation über die Täter zu drehen und deckt dabei nach und nach eine grausame Geschichte auf.

Meine Meinung:

Mit einer guten Freundin habe ich die Lesung der Autorin besucht, bei der sie mir schon wahnsinnig Lust auf das Buch machen konnte. Am nächsten Tag musste ich es gleich in einem Rutsch lesen, weil es so unglaublich spannend war.

Vielleicht kommt dem ein oder anderen der Inhalt ein wenig bekannt vor, denn tatsächlich ist die Anfangsszene an den grausamen Mord an Lee Rigby angelehnt, der sich 2013 in London ereignete. Nicht nur der Anfang, sondern auch der Rest des Buches ist erschreckend aktuell. Es geht um den Islamischen Staat, die Angst vor dem Terror und die Rolle der Medien in diesen Zeiten.

Ich kann nur schwer in Worte fassen, was das Buch mit mir gemacht hat. Man ist sofort in der Geschichte drin und muss immerzu weiterlesen, weil man nicht fassen kann, wie Menschen so grausam sein können. Weil man sich immer die Warum-Frage stellt und weil man hofft, eine befriedigende Antwort zu bekommen. Mich persönlich hat vor allem auch die wirklich aktuelle Thematik ans Buch gefesselt, die Tatsache, dass ich mich noch gut an den Mord an Lee Rigby erinnern konnte. Das Buch ist sehr realistisch und gerade deshalb so grausam.

Hinzu kommen der fesselnde Schreibstil der Autorin und die Einteilung des Buches in einzelne Tage. Die Kapitel sind angenehm kurz – aber nicht zu kurz – was zusätzlich zum Weiterlesen anregt. Ich mochte auch die Charaktere sehr gern, den Kameramann Niall der immer nur Tier- und Landschaftsdokus dreht, aber eigentlich etwas ganz großes, etwas wichtiges machen will und seine Producerin Beth, die an ihrer Panzerstrategie festhält, weil man sonst nicht überlebt.

Das Ende setzt dem ganzen ja noch einmal die Krone auf. Schon in der Lesung wurde es angedeutet, dass da noch etwas kommt. Laut Autorin käme es zu einer Hochzeit und man wüsste nicht, sagt die Dame (sie würde aber nicht verraten welche, es gäbe ja zwei) ja oder sagt sie‘s nicht. Stimmt natürlich nicht, war aber lustig. Nichtdestotrotz ist das Ende fantastisch und war für mich das Beste am ganzen Buch!

Fazit:
In der Lesung sagte die Autorin (sinngemäß), dass nur Unterhalten einfach nicht ihr Ding sei und das merkt man diesem Thriller an. Er ist erschreckend aktuell, spannend bis zur letzten Seite, zum Nachdenken anregend und durchaus kritisch. Eine absolute Leseempfehlung von mir!


Kommentare:

  1. Hey!

    Deine tolle Rezi hat mich auf den Geschmack gebracht! In letzter Zeit habe ich eigentlich fast nur Jugendbücher gelesen, weshalb so ein Thriller nun eine willkommene Abwechslung ist. :)

    Liebe Grüße
    Kathi von Lesendes Federvieh

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    1. Das freut mich sehr, Kathi :)
      "Schwarzblende" wäre wirklich ein starker Kontrast zu Jugendbüchern.

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  2. Klingt wirklich gut und ganz so, wie ich mir ein Buch von Zoe Beck vorgestellt hätte, gerade im Sinne von weniger Unterhaltung, mehr kritisches Auseinandersetzen. Ich habe "Brixton Hill" schon hier und werde da bald mal reinlesen, bin auf den Schreibstil sehr gespannt!

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    1. Dann bin ich gespannt was du zu "Brixton Hill" sagst. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch bald auch bei mir einzieht. Mich hat "Schwarzblende" einfach sooo begeistert.

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  3. Wieso wundert mich das überhaupt nicht, dass du begeistert von dem Thriller bist? ;) Gleich als ich "Terror", "Attentäter" und "Islamischer Staat" gelesen habe, wusste ich, dass du das Buch spannend verfolgt hast.

    Der Name Lee Rigby sagt mir leider gar nichts. Aber ich glaube dir schon, dass es sehr fesselnd sein kann, von der unglaublichen Grausamkeit einer sogar aktuellen Thematik zu lesen. Aber ich schätze mal, du hast keine befriedigende Antwort auf deine "Warum-Frage" erhalten, oder? - Gibt es darauf überhaupt eine gerechtfertigte Antwort? Ist nicht viel mehr diese Gewalt selbst schon die erbärmliche "Antwort" - worauf auch immer?

    Finde ich gut, dass es auch Bücher gibt, die nicht rein zur Unterhaltung geschrieben wurden, sondern auch einen Bezug zu realen Lebensthemen haben. Das macht sie für mich ein Stück weit interessanter!
    Sehr gut rezensiert, Julia!

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    1. :D Bin ich etwa so leicht zu durchschauen?

      Der Name sagt dir vielleicht nichts, aber wenn du was dazu liest, kommt es dir vielleicht bekannt vor. Ging vor zwei Jahren durch alle Medien.
      Hier mal zwei kurze Beiträge vom Spiegel, falls es dich interessiert: Nummer 1 Nummer 2

      Irgendwie bekommt man schon eine Antwort auf die Frage, warum das passiert ist. Aber für einen "normalen" Menschen ist so etwas nicht nachvollziehbar.

      Danke ♥

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    2. Ne, das nicht, aber ich kenn dich ja schon. ;)

      Leider kann ich mich nicht daran erinnern, trotz dem Überfiegen der beiden Artikel gerade eben. Es ist schon echt heftig, so etwas zu lesen - und tu ich eigentlich auch nicht gerne, das zermürbt mich nur. :-(

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