Donnerstag, 28. Januar 2016

Rezension ~ Hannes

Titel: Hannes
Autorin: Rita Falk
Seiten: 208 Seiten
Verlag: dtv
Genre: Roman, Freundschaft
Leseprobe




Inhalt:
Hannes liegt nach einem Motorradunfall im Koma. Sein bester Freund Uli besucht ihn fast täglich im Krankenhaus und schreibt ihm Briefe, was er so erlebt hat. Er erzählt von den Insassen im Vogelnest, einer Heilanstalt in der er arbeitet, von ihren gemeinsamen Freunden und seinen Eltern. Für Uli besteht kein Zweifel daran, dass sein bester Freund irgendwann wieder gesund werden wird…

Meine Meinung:
Das Buch stand jahrelang auf meiner Wunschliste, weil ich die Geschichte sehr ansprechend fand und viele gute Meinungen gehört habe. Ich hab es dann zum Geburtstag bekommen, mich aber nicht gleich rangetraut, weil es ja doch sehr traurig sein soll. Angeblich.

Das ganze Buch besteht aus den Briefen, die Uli Hannes schreibt. Es hat etwas von einem Tagebuch, auch wenn in den Briefen Hannes direkt angesprochen wird. Auch wenn Uli Hannes nicht jeden Tag schreiben kann, fasst er doch immer alles zusammen was er erlebt hat, sodass ich nie das Gefühl hatte etwas zu verpassen oder an einer Stelle nicht durchzublicken.

Durch die Briefe lernt man vor allem Uli kennen, aber auch seine Eltern, die Eltern von Hannes und ihre gemeinsamen Freunde. Uli ist so ein toller Charakter, ich kann ihn gar nicht beschreiben. Solche Menschen sollte es viel mehr auf der Welt geben. Seine Freundschaft zu Hannes ist einzigartig. Er bemüht sich, Hannes jeden Tag zu besuchen, sei es nach der Nachtschicht oder vor der Tagschicht. Auch in schwierigen Zeiten weicht er nicht von der Seite seines Freundes, weil er fest davon überzeugt ist, dass Hannes wieder aufwachen wird. Seine Briefe haben mir sehr gut gefallen, weil Uli einfach aufschreibt was ihm durch den Kopf geht. Es sind ganz normale alltägliche Sachen, solche, die er seinem Freund erzählen würde, wenn er gesund wäre. Ein bisschen störend war nur, dass Uli sehr oft wiederholt, dass Hannes „naturgemäß“ nicht antwortet.

Was ich ein bisschen Schade finde ist, dass Hannes für meinen Geschmack ein bisschen zu blass bleibt. Man erfährt durch Uli zwar einige Episoden aus ihrer Kindheit, aber außer, dass er mit Uli ziemlich viel Unsinn gemacht hat, weiß ich nichts über ihn.

Sehr oft habe ich gehört, dass das Buch sehr traurig sein soll. Ich kann das persönlich nicht bestätigen. Klar, das Ende war bewegend, aber ich musste nicht weinen und eigentlich ist das eine sehr gute Stelle zum Weinen. Was bei mir von dieser Geschichte zurückbleibt ist nicht: „So traurig, aber schön“, sondern eher ein Gefühl von Ehrfurcht über die Freundschaft und Loyalität die Uli Hannes zuteilwerden lässt.

Fazit:
Ein toller Roman über eine Freundschaft, die sich durch nichts erschüttern lässt.

Kommentare:

  1. Ich hab auch mal überlegt, das Buch zu kaufen. Aber irgendetwas hat mich dann doch davon abgehalten. Ich weiß auch nicht so genau.
    Wenn ich jetzt deine Rezi lese, denke ich auch wieder: eigentlich ist es sicher schön zu lesen, aber irgendwie... muss es nicht zwignend sein. Ganz komisch.
    Ich glaube, es liegt aber auch an deiner Aussage, dass Hannes nicht so klar rüber kommt. Ich hätte dann erwartet, dass sehr viel liebevolles über ihn gesagt wird und man ein Bild von ihm vor Augen hat, wer er ist bzw. war. Und wenn das nicht der Fall ist, was soll ich dann ein Buch über ihn lesen.... weißt du, was ich meine?

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    1. Ich dachte immer ich bin die einzige die ein interessantes Buch entdeckt, eine positive Rezension liest, aber irgendwie doch nicht so richtig Lust auf das Buch hat. Schön das es dir auch so geht :D

      Ja, ich weiß was du meinst. Es wird viel liebevolles über ihn gesagt. Uli erzählt sehr viel von Hannes und was sie erlebt haben, aber es ist im Grunde eine Geschichte über Uli und darüber, wie Uli mit dem Unfall seines Freundes umgeht.

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    2. Nein, damit bist du nicht alleine.

      Ich denke, das Buch ist sicher schön, nur wird es letztlich nicht meinen Erwartungen gerecht werden und dann lass ich lieber gleich die Finger davon.

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