Sonntag, 31. Mai 2015

Sammelsurium zum Monatsende

Hallo ihr Lieben,

der Mai ist auch schon wieder um, ich seh es schon kommen: Morgen schubse ich mein Enkelkind auf der Schaukel an. 

Was habe ich im April gelesen?
Welt in Flammen (Benjamin Monferat) beendet
In einer regnerischen Nacht (Jodi Picoult) beendet
Tim (Tobias Jäger)
Die Schmetterlingsinsel (Corina Bomann)
Knapp am Herz vorbei (J. R. Moehringer)
Hollywood Hills - Crazy, Sexy, Cool (Kerstin Steiner)
In the Sea there are Crocodiles (Fabio Geda)
Knochenhaus (Elly Griffith) begonnen
Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken (Allan und Barbara Pease) begonnen

Meinem Schnitt bin ich ungefähr treu geblieben, alles andere... Es war ein unfassbar schlechter Lesemonat. Highlights sowohl hinsichtlich der Geschichte, als auch des Covers sind Die Schmetterlingsinsel und In the Sea there are Crocodiles. Welt in Flammen hat mir auch gut gefallen, bis auf einige Kleinigkeiten. Über den Rest mag ich gar nicht so viele Worte verlieren, mein absolutes Lowlight war Timaber auch alle anderen Bücher haben mich nicht überzeugt und nur zwei BigBens bekommen. Schade.

Gab es SuB-Nachschub?
 
Kerstin Steiner - Hollywood Hills - Crazy, Sexy, Cool 
"Verzeih mir - ich kann das nicht."
Fünf Jahre sind vergangen, seit Caroline diese Notiz auf dem Kopfkissen des Hotelzimmers hinterlassen hatte und spurlos aus Ricks Leben verschwunden war. Doch dann trifft sie ihn eines Tages unerwartet wieder und muss ihm Rede und Antwort stehen.
So abrupt ihre Liaison damals unfreiwillig beendet wurde, so stürmisch geht ihre gemeinsame Geschichte weiter.
Es beginnt eine Achterbahnfahrt der Gefühle zwischen alten Verletzungen, neuen Gefahren, Romantik, Erotik und einer gehörigen Portion Humor.
(Inhalt laut Amazon)

Dieses Buch habe ich aus Versehen bei einer Blogtour gewonnen. War nicht geplant, aber da ich ja momentan gern Liebesromanzen lese, kam mir das auch nicht ungelegen. ;) Die Rezension folgt am Mittwoch.

Ferdinand von Schirach - Der Fall Collini
34 Jahre hat der Italiener Fabrizio Collini als Werkzeugmacher bei Mercedes-Benz gearbeitet. Unauffällig und unbescholten. Und dann ermordet er in einem Berliner Luxushotel einen alten Mann. Grundlos, wie es scheint.
Der junge Anwalt Caspar Leinen bekommt die Pflichtverteidigung in diesem Fall zugewiesen. Was für ihn zunächst wie eine vielversprechende Karrierechance aussieht, wird zu einem Albtraum, als er erfährt, wer das Mordopfer ist: Der Tote, ein angesehener deutscher Industrieller, ist der Großvater seines besten Freundes; in Leinens Erinnerung ein freundlicher, warmherziger Mensch. Wieder und wieder versucht er die Tat zu verstehen. Vergeblich, denn Collini gesteht zwar den Mord, aber zu seinem Motiv schweigt er. Und so muss Leinen einen Mann verteidigen, der nicht verteidigt werden will. Ein zunächst aussichtsloses Unterfangen, aber schließlich stößt er auf eine Spur, die weit hinausgeht über den Fall Collini und Leinen mitten hineinführt in ein erschreckendes Kapitel deutscher Justizgeschichte …
(Klappentext kaut Verlag)

Neulich kam ja mal wieder eine Schirach Verfilmung im TV und meine Mama kann damit nichts anfangen, hat mir aber das Buch in die Hand gedrückt. Ihr kennt das: "Hier, lies mal!"

Fabio Geda - In the Sea there are Crocodiles
A beautiful, heartbreaking novel based on the true story of an Afghan boy's journey in search of a place to call home.
I read somewhere that the decision to emigrate comes from a need to breathe.
The hope of a better life is stronger than any other feeling. My mother decided it was better to know I was in danger far from her; but on the way to a different future, than to know I was in danger near her; but stuck in the same old fear.
At the age of ten, Enaiatollah Akbari was left alone to fend for himself. This is the heartbreaking, unforgettable story of his journey from Afghanistan to Italy in an attempt to find a safe place to live.
Und für die Leute wie mich, die zwar Bücher auf Englisch lesen, aber keine englischen Klappentexte, das ganze nochmal auf Deutsch:
Als Enaiat eines Morgens erwacht, ist er allein. Er hat nichts als seine Erinnerungen und die drei Versprechen, die er seiner Mutter gegeben hat. Er durchwandert die Länder des Ostens bis nach Europa. Er reist auf Lastwagen, arbeitet, schlägt sich durch, lernt das Leben von seiner grausamen Seite kennen. Und trotzdem entdeckt er, was Glück ist… Fabio Geda erzählt die wahre Geschichte des zehnjährigen Enaiatollah Akbari in einem kurzen und zu Herzen gehenden Buch: eine Geschichte, die uns den Glauben an das Gute zurückgibt. (Klappentext von "Im Meer schwimmen Krokodile" laut Verlag)

Dieses Buch hat mir eine liebe Kollegin geliehen und mal ehrlich, sieht es nicht toll aus? Das Cover ist doch wunderbar. Und der Titel ist auch irgendwie poetisch. Wenn ich da an das deutsche Cover und den Titel denke.... Obwohl englisch hier nicht die Originalsprache ist, haben die es einfach mal wieder am besten gemacht. Die Rezension folgt am 5.6 (Sprich Freitag) aber schon mal so viel: Lesen!

Was gibt es positives zu vermelden?
Ich musste ja mein teuer bezahltes Verbundticket nutzen und war daher im Nürnberger Tierpark. Leider fand ich ihn nicht so schön, weil ich es hasse wenn es keinen vernünftigen Rundweg gibt (oder zumindest Themenwelten die man gut separiert ablaufen kann) und ich fand auch die Gehege teilweise... unaufgeräumt. ^^ Aber es gab Tiger ♥





Im Zug konnte ich dieses Naturschauspiel beobachten. Beide Fotos sind nur wenige Sekunden nacheinander aufgenommen, nur aus gegenüberliegenden Fenstern.







Über Pfingsten waren meine Mutter, mein jüngster Bruder und eine gute Bekannte zu Besuch. Im Gepäck: die erste eigene Ernte (Das wird jetzt jeden Monat thematisiert, ihr armen). Wir haben uns Bamberg und Umgebung angeschaut und natürlich waren wir auf Bambergs vielleicht schönstem Keller.




Was war nicht so schön?
Ach ja... es war so weit ich mich erinnere nichts wirklich furchtbares dabei. Außer der üblichen Panik: Master, Nachholklausur, Bachelorarbeit usw.

Und sonst so?
Den ESC hab ich nicht gesehen, weil ja meine Family da war, aber ich hab später das Video auf youtube geschaut. Die Show ist schon toll, das Lied klingt zwar beim ersten Mal wie jedes zweite andere auch, aber ich hab es jetzt ein paar Mal gehört und mag es gern. Und ich bin auch ein bisschen in den Sänger verliebt :D Ich meine, er lacht die ganze Zeit bei seiner Perfomance. Der Mann hat Spaß an der Sache, wie oft sieht man das schon?

 


Mein Praktikum ist erfolgreich beendet. Jippieh. Die Zeit ging wahnsinnig schnell um, aber es war echt toll und ich kann mir definitiv vorstellen das später mal zu machen. Falls ich besser in Statistik werde :D

Ausblick auf den Juni
Bachelor-Arbeit. Wenn ihr nichts mehr von mir hört wisst ihr Bescheid. Ich bin in der Bib eingeschlossen worden.
Außerdem wird der Juni sehr Neuzugänge lastig. Ich hab jetzt schon Angst. Zum einen habe ich Geburtstag und zum anderen habe ich für das Praktikum einen Thalia Gutschein bekommen, da ich ja nicht bezahlt wurde. Sagen wir mal so: Ich habe gut geshoppt und festgestellt, dass man bei Thalia payback Punkte einlösen kann...
Ansonsten kommt dann morgen ein neues Projekt. Ich beginne mit einer Leseliste. Genial, oder? Mehr dazu dann im entsprechenden Post. 


Hatte ich euch das mal gezeigt?

Freitag, 29. Mai 2015

Rezension ~ Knapp am Herz vorbei

Titel: Knapp am Herz vorbei
Originaltitel: Sutton
Autor: J. R. Moehringer
Seiten: 448
Verlag: Fischer
Genre: Roman
Leseprobe



Inhalt:
Anfang des 20. Jahrhunderts wird William Sutton als Sohn irischer Einwanderer in New York geboren. Sein Leben ist geprägt von zwei älteren Brüdern die ihn schikanieren und misshandeln und von den diversen Bankenkrisen, aufgrund derer viele Leute arbeitslos sind und am Hungertuch nagen. Mit seinen Freunden Eddie und Happy dreht Willie „the Actor“ Sutton bald die ersten krummen Dinger und ziemlich schnell wird er Amerikas liebster und meistgesuchtester Bankräuber.

Meine Meinung:
Laut Vorwort des Autors, ist der Roman seine Vermutung dessen, was am Weihnachtsfeiertag 1969 geschah, als der echte William Sutton einen Tag mit zwei Journalisten verbrachte. Die Rahmenhandlung fand also tatsächlich so statt, aber wie es tatsächlich war weiß niemand. Genau das fand ich irgendwie faszinierend und ansprechend, weshalb ich das Buch unbedingt lesen wollte.

Zu Beginn habe ich mich geärgert, dass ich nicht die Leseprobe gelesen habe. Das Buch ist in der Gegenwart geschrieben und wörtliche Rede wird nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Beides mag ich nicht so. Ich konnte mich dann aber doch recht schnell daran gewöhnen, sodass ich flüssig lesen konnte.

Sutton besucht mit einem jungen Journalisten und einem permanent bekifften Fotografen wichtige Schauplätze seines Lebens. So erfährt man nach und nach Willies Lebensgeschichte und wie er zu so einem beliebten Bankräuber werden konnte. Mir war er leider so gar nicht sympathisch. Im Gegenteil, ich halte ihn für einen alten, von sich selbst überzeugten Knacki. Ins Gefängnis kam er nämlich immer nur durch die Fehler anderer und eigentlich gehört er da ja auch gar nicht hin, sondern die Banker. Wenn er Arbeit hätte, müsste er nicht rauben, aber er hat keine Arbeit, weil einfach jeder Arbeit sucht und alles nur wegen der Banken.

Im Nachhinein fällt mir auf, dass das meiste immer nach dem gleichen Muster abläuft. Es herrscht Depression, Sutton verliert seinen Job, lebt von seinen Ersparnissen, dann ist er vollkommen pleite, sucht und findet eine neue Masche an Geld zu kommen, lebt in Saus und Braus und wird gefasst.

Das Ende fand ich dann an einem Punkt sehr verwirrend und sonst wie das ganze Buch: Nichtssagend. Ich hab selten ein Buch gelesen, dass so wenig bei mir ausgelöst hat. Es gibt ja nicht mal etwas daran, das so schlecht ist, dass ich mich drüber aufregen könnte. Dieses Buch ist einfach… da.

Fazit:
Nichtssagendes Buch, an dessen Stil man sich erst gewöhnen muss.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Rezension ~ Die Schmetterlingsinsel

Titel: Die Schmetterlingsinsel
Autorin: Corina Bomann
Seiten: 561
Verlag: Ullstein
Genre: Roman, Familiengeheimnis
Leseprobe




Inhalt: 

Als ihre Ehe zerbricht, steht die junge Berliner Anwältin Diana Wagenbach völlig allein da. Im Nachlass ihrer liebsten Tante findet sie das vergilbte Foto eines verwunschenen Hauses. Davor eine junge Frau. Ist es Dianas Ururgroßmutter, die einst in Ceylon lebte? Hals über Kopf macht Diana sich auf die Suche nach ihren Wurzeln in dem fremden Land am anderen Ende der Welt. Dort stößt sie auf eine geheimnisvolle Prophezeiung, die das Schicksal ihrer Familie für immer veränderte, eine verbotene Liebe, die niemals endete, und auf ihre eigene Bestimmung ... (Klappentext laut Verlag)

Meine Meinung:
Ich lese nicht sehr häufig Familiengeheimnis-Geschichten, aber hier haben mich der Titel und vor allem das wunderschöne Cover gleich angesprochen.

Wie es in dem Genre üblich ist, wird die Geschichte von zwei Seiten beleuchtet. Einmal begleitet man Diana, die darauf brennt das Familiengeheimnis zu lüften. Warum wurde ihre Ururgroßmutter Grace enterbt, warum wurde ihre Großmutter nicht in der Familiengruft beigesetzt, welche Schuld hat die Familie auf sich geladen?
Man erlebt aber auch die Vergangenheit hautnah mit, denn immer wieder gibt es Kapitel die zur Zeit der Ururgroßmutter spielen. So erfährt man eben direkt das, was Diana mühsam zusammenpuzzeln muss. Anfangs hat mir das ein bisschen Probleme bereitet, weil ich vergessen habe, dass ich mehr Wissen habe als Diana, was ihre Familiengeschichte anging. Wenn sie sich dann so manche Fragen gestellt hat, konnte ich das nicht nachvollziehen und dachte immer es sei doch alles total logisch. Ist es natürlich auch wenn man die Kapitel aus Grace Sicht kennt.

Interessanterweise war es bei mir auch so, dass ich anfangs die Kapitel aus Dianas Sicht lieber gelesen habe, als die aus der Sicht von Grace. Je weiter die Geschichte allerdings fortgeschritten ist, desto schwieriger fiel es mir, wieder aus dem Sri Lanka des 19. Jahrhunderts aufzutauchen.

Die Charaktere haben mir alle sehr gut gefallen, vor allem Grace mochte ich sehr gern und die beiden männlichen Protagonisten aus Gegenwart und Vergangenheit. Noch besser als die Charaktere hat mir aber eigentlich der ganze Rest gefallen. Die Handlung war zwar zwischendurch an kleinen Stellen etwas langatmig, aber das ging immer sehr schnell vorbei. Mir hat das Thema wirklich gut gefallen und auch die Landschaft in der die Geschichte spielt. Grace und ihre Schwester Victoria wandern 1887 mit ihren Eltern nach Sri Lanka aus, da sie dort eine Teeplantage führen. Die Beschreibung von Sri Lanka hat mir so gut gefallen, gerade weil sie so wohl dosiert war. Ausufernde Beschreibungen der Landschaft sind zwar gut und schön, so kann man sich ein Bild machen auch wenn man noch nie dort war, aber es lenkt doch von der wesentlichen Geschichte ab und man will ja keinen Reisebericht lesen. Hier konnte ich mir die Umgebung gut vorstellen und hatte ein klares Bild von dem Anwesen vor Augen, zwar ohne jedes Detail, aber das war auch nicht nötig. Außerdem erhält man öfter kleine Informationen über den Teeanbau, aber auch über die Situation in Sri Lanka, über den Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen. Hier möchte ich betonen, dass es wirklich nur Randbemerkungen sind, die gut in die Geschichte passen, aber gleichzeitig nicht vom eigentlichen Genre ablenken sondern die Handlung authentisch untermalen.

Ich habe große Lust jetzt selbst nach Sri Lanka zu reisen und mir diese Plantage anzuschauen. Außerdem hatte ich beim Lesen permanent Lust auf Tee, aber leider vertrage ich den bei Temperaturen über Null nicht so gut :D

Fazit:
Ein Familiengeheimnis rund um eine englische Familie auf einer sri lankischen Teefarm. Die Charaktere waren toll, die Handlung und vor allem die Beschreibung der Landschaft noch besser. Die Verknüpfung zwischen Gegenwart und Vergangenheit hat mir gut gefallen. Tolles Buch!

    

Montag, 25. Mai 2015

Rezension ~ Tim

Titel: Tim
Autor: Tobias Jäger
Reihe: Tim 1/3
Seiten: 292 (geschätzt)
Verlag: - 
Genre: Gayromanze
Leseprobe



Inhalt:
Der 20-jährige Charlie arbeitet im Sommer als Betreuer in einem Ferienlager. Ihm sind sieben Jugendliche zugeteilt, die alle für sich gesehen etwas Besonderes sind, aber zusammen noch viel besser harmonieren. Besonders angetan ist Charlie von Tim, doch der ist gerade erst 14…

Meine Meinung:
Als ich das Ebook geschenkt bekommen habe, wusste ich gar nicht worum es geht, da ich keine Inhaltsangabe zu dem Buch finden konnte. Erst später habe ich entdeckt, dass es um die Beziehung zwischen einem Erwachsenen und einem Minderjährigen geht. Das hat mich gleich skeptisch gemacht, weil mich so etwas gar nicht interessiert.

Das Buch ist abwechselnd aus den Perspektiven von Tim und Charlie erzählt, was mir eigentlich immer gut gefällt. Hier fand ich es eher nervig, vor allem nach der Zeit im Sommercamp. Charlie und Tim schreiben sich Briefe und man bekommt jedes Ereignis zweimal mit, einmal durch den Briefschreiber, der erzählt was er schreibt und dann durch den Empfänger, der erzählt was er liest. Die zweite Perspektive war meist einfach überflüssig. 

Die Briefe waren aber aus einem weiteren Grund anstrengend zu lesen, bzw. langweilig. Außer den Briefen passiert nach dem Sommercamp einfach nicht viel und das was passiert, erfährt man durch Briefe. So ist man bei kaum einer Szene wirklich dabei, sondern erfährt alles nur durch Sätze wie: „Ich schrieb ihm von meinen Erfolgen…“ usw. Es gibt ja nun genug Briefromane wo es funktioniert, wo man nicht das Gefühl hat eine bloße Auflistung zu lesen, sondern wo man mitten im Geschehen ist. Hier war das nicht der Fall.

Weiterhin muss ich sagen, dass ich die Figuren alles andere als authentisch fand. Das (fast) alle Jungs in der Gruppe schwul sind oder zumindest schwule Tendenzen haben, finde ich doch reichlich übertrieben. Ebenso sind sie vom Charakter sehr ungewöhnlich, da sie alle liebend gern Umarmungen austauschen oder kuscheln. Wohlgemerkt es handelt sich hier um eine Gruppe von acht Jugendlich im Alter von 14 bis 16 (ausgenommen Charlie mit 20). Nicht, das ich Jungs das Bedürfnis nach Zuneigung absprechen möchte, aber hier war es echt zu viel. 

Am auffälligsten ist die fehlende Authentizität in Tims Familie. Tim (und sein Bruder Carl) sprechen mit ihren Eltern über alles. Wirklich alles. Selbst die Briefe, sowohl Tims als auch Charlies, werden gelesen und diskutiert. Privatsphäre gibt es nicht, was so gewollt ist. Ja, es gibt diese Kinder, meist sind es ja Töchter deren beste Freundin die Mutter ist, aber ich weigere mich zu glauben das die ihren Müttern/Eltern wirklich alles erzählen. Diese Idee der Offenheit wird dann auch in alle Familien der Camp-Teilnehmer verbreitet und alle sind friedlich und harmonisch. Zumindest weitestgehend, denn es gibt nur ganz selten wirklich Krach und schlechte Eigenschaften? Die gibt es zwar, aber: man kann ja zwei Wochen an sich arbeiten und zack, das hässliche Entlein ist nicht nur ein schöner Schwan geworden, sondern ein eitler Pfau und der ehemals faule Student lernt nur noch. Natürlich kann man sich verändern, aber erstmal ändert niemand all seine schlechten Gewohnheiten und hat nur noch gute und zweitens bitte in einem realistischen Rahmen.

Neben diesen (und anderen kleinen) Kritikpunkten, gibt es aber auch einen kleinen Aspekt den ich positiv hervorheben muss. Charlie ist sehr standhaft, was seine Beziehung zu Tim angeht. Er weigert sich strikt eine Beziehung mit ihm einzugehen, bis Tim 18 Jahre alt, obwohl dessen Eltern es erlauben würden. Das hat mir wirklich gut gefallen, weil Tim einerseits minderjährig ist und Charlie andererseits nicht möchte, dass Tim sich für ihn aufspart und irgendwelche Gelegenheiten nicht nutzt. Aus diesem Grund schreiben sich Tim und Charlie übrigens auch die Briefe, um dennoch am Leben des anderen teilzunehmen.


Fazit:
Dieses Buch ist leider ein Flop. Die Charaktere sind alle viel zu harmonisch und perfekt und legen ein vollkommen unrealistisches Verhalten an den Tag. Die Handlung ist langweilig und wird über weite Strecken mehr nacherzählt als erlebt. Kann ich leider nicht empfehlen.