Dienstag, 15. September 2015

Rezension ~ Schändung

Titel: Schändung
Originaltitel: Fasandræberne
Autor: Jussi Adler-Olsen
Reihe: Carl Mørck #2
Seiten: 464 Seiten 
Verlag: dtv 
Genre: Thriller 
Leseprobe

Inhalt:
Carl Mørck ist noch nicht ganz (gedanklich) aus dem Urlaub zurück, da muss er sich schon wieder ärgern. Über die neue Sekretärin die er gar nicht haben will zum Beispiel, oder über den neuen Fall, der eigentlich keiner ist, weil einer der Täter bereits verurteilt wurde. Trotzdem beginnen er und sein Kollege Assad mit den Nachforschungen über eine Clique voller Macht, Geld, Status und der Freude an Gewalt.

Meine Meinung:
Nachdem mir der erste Band der Reihe sehr gut gefallen hat, musste ich unbedingt auch den zweiten in einer Leserunde lesen.

Schon zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass dieser Band und ich keine wirklichen Freunde werden können. Wie auch schon im Vorgänger gibt es einige Gewaltszenen, hier noch mehr als in Erbarmen und man muss bei dieser Reihe einiges aushalten. Ich hab mit so etwas im Grunde kein Problem, das heißt mir wird von Folterszenen oder Gewaltexzessen nicht schlecht und ich kann danach auch gut schlafen. Mein Problem liegt er darin, dass mich solche Szenen nicht unterhalten. Ich finde das völlig okay wenn man in Thrillern (egal ob Buch oder Film) solche Szenen haben möchte, die ein oder andere Actionszene hab ich auch gern drin, aber ich persönlich langweile mich einfach wenn permanent aufeinander eingedroschen wird, aus welchem Grund auch immer. Über weite Strecken habe ich deshalb nicht so wirklich gefallen an der Handlung gefunden und hätte ich es nicht in einer Leserunde gelesen, hätte ich vermutlich auch länger dafür gebraucht, einfach weil ich nicht so die Lust hatte zum Buch zu greifen.

Die Charaktere, auch das wird schnell klar, sind alle krank. Einerseits kann man nur entsetzt den Kopf über solche Phantasien und letztlich auch Taten schütteln, auf der anderen Seite ist aber auch gerade das sehr faszinierend und spannend.

Carl hat wie schon im ersten Band häufig schlechte Laune und sein/e Kollegen/Vorgesetzten/Tatverdächtigen/Familienmitglieder/Assistent/Sekretärin oder wahlweise auch die ganze Menschheit werden ihn früher oder später in den Wahnsinn treiben. Dennoch deutet sich an, dass Carl eigentlich gar nicht so abgebrüht ist wie er gern tut, er kann durchaus auch anders.

Assad kristallisiert sich immer mehr zu meinem Liebling heraus. Ich mag seinen Charakter total gern, seine Art an Fälle heranzugehen und dass er die dänische Sprache nicht perfekt beherrscht, sorgt für manche Komik. Vor allem bin ich sehr sehr neugierig auf seine Geschichte und hoffe auf weitere Puzzlesteine im dritten Band.

Das Ende hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen, hier wurde es dann auch für mich spannend und ich hatte wirklich Lust zu lesen.

Fazit:
Für mich bleibt der zweite Fall von Mørck und Assad ein wenig hinter seinem Vorgänger zurück, da mich die vielen Gewaltszenen weniger unterhalten haben. Dennoch gefällt mir die Reihe sehr gut, weshalb ich freudig die Leserunde zum dritten Fall erwarte.

Kommentare:

  1. Hallo Julia,

    nochmal zum Thema Gewalt: nicht, dass du das falsch verstehst. Ich mag es auch nicht, komme aber damit zurecht, wenn ich es lese und es stört mich auch nicht, außer es ist wirklich extrem, dann finde ich es auch erwähnenswert, aber ich habe es in meiner Rezension deswegen nicht erwähnt, weil ich schon Schlimmeres gelesen habe ("Population Zero" oder "Das Schwein") und deswegen ein wenig abgehärtet bin ... ;)

    Das hast du sehr treffend gesagt: also, dass die Charaktere (bis auf die Ermittler) alle krank sind.^^

    Die Leserunde zu Band drei kann kommen. :) Ich habe gesehen, dass es bereits in weniger als einem Monat schon wieder so weit sein soll. Geht ganz schön was voran bei uns, gell?

    Alles Liebe ♥

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    1. Ich finde es auch gar nicht schlimm in den Sinn, dass es mich ekelt oder so. Ich kann dem einfach nichts abgewinnen wenn man sagt: Ach im TV kommt heut nichts spannendes, ich geh jetzt mal raus und hau dem nächsten der vorbei kommt eins auf die Fresse. Und das ist mir in dem Buch negativ aufgefallen.

      Na das geht ja nicht, das wir ewig offene Reihen haben ;)

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  2. Ich schließ mich meiner Vorrednerin an: Bitte nicht falsch verstehen und die kommene Frage ich durchaus erns gemeint:
    Aber wieso liest du dann Thriller, wenn dich Gewaltszenen nicht unterhalten? Denn in dem Genre gehören sie ja fast schon zum guten Ton dazu. Sie geben den Pepp zu den Ereignissen hinzu, der sonst fehlt und somit finde ich mich jetzt zum Beispiel schon unterhalten.

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    1. Mh, es ist wohl leider nicht ganz klar geworden wie ich das meine. Ich versuchs mal anders. Wenn ich jetzt diese Szenen aus dem ersten Band nehme, da wo in der Druckkammer von Merete der Druck angestiegen ist. Das fand ich gut, weil es da für mich einen Sinn ergeben hat. Ob ich den Sinn nachvollziehen kann oder nicht sei dahingestellt, aber ich merke warum der Mensch das macht.
      In diesem Buch mochte ich es einfach nicht, dass die Charaktere nachts losrennen und jemanden verprügeln, nur weil ihnen grad langweilig ist. Das ist für mich sinnloses Geprügel nur der Gewaltwegen und das find ich nicht unterhaltsam, weil es nicht zielführend ist. Ich mag zum Beispiel auch Boxen oder Wrestling oder so nicht, weil ich da den Sinn nicht verstehe.

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    2. Aaaaah, nun hab ich es verstanden :D
      Aber leider gibt es ja genügend solcher Handlungen im realen Leben :(
      Von daher war es auf der anderen Seite nicht sooo "unrealistisch" :P

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    3. Nein, unrealistisch fand ich das auch nicht. Aber es kann ja gleichzeitig realistisch und langweilig sein ;)

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