Donnerstag, 25. Juni 2015

Rezension ~ Verbrechen

Titel: Verbrechen
Autor: Ferdinand von Schirach
Reihe: Aus meiner Kanzlei #1
Seiten: 208 Seiten 
Verlag: Piper 
Genre: Kurzgeschichten, Realität




Inhalt:

Was bringt einen angesehenen Arzt dazu, seine Ehefrau mit einer Axt zu zerteilen? Warum löst der Raub einer harmlosen Teeschale eine Reihe von Morden aus und was hat die Verstümmelung von Schafen mit dem Vermisstenfall eines Teenagers zu tun? Der Anwalt Ferdinand von Schirach schildert in Verbrechen eine Reihe von Klagen, die er als Verteidiger übernommen hat.

Meine Meinung:

Der Autor ist ja sehr bekannt und wird vielfach für seine Bücher gelobt. Auch die Verfilmungen im Fernsehen erfreuen sich großer Beliebtheit, weshalb ich mal etwas von dem Autor testen wollte.

Bereits nach dem ersten geschilderten Fall, dem Arzt, der seine Frau zerstückelt, trat Ernüchterung bei mir ein. Ich weiß zwar nicht was ich genau erwartet habe, jedenfalls nicht so etwas. Der Schreibstil ist sehr nüchtern und geradlinig, was für das Thema sicher angebracht ist. Allerdings hatte ich so das Gefühl einen Zeitungsartikel zu lesen, der vielleicht allenfalls etwas detaillierter in den Gewaltszenen ist, als es ein normaler Artikel wäre. Bis auf ein oder zwei Sätze zum Strafmaß hatte ich auch nicht das Gefühl etwas zu lesen, was man in einem Zeitungsartikel nicht finden würde. Es wurde quasi eine Chronik des Ehelebens geliefert, die jeder Journalist hätte recherchieren können.

Wenn man sich dann ein bisschen eingelesen hat, hat man nicht mehr permanent das Gefühl eine Zeitung aufzuschlagen. Durch den Stil lassen sich die Fälle jedenfalls sehr schnell lesen und die blutige Szenen vermutlich auch besser ertragen.

Gestört hat mich vor allem, dass die einzelnen Absätze vollkommen ohne Übergänge stattfinden. Gerade befindet man sich noch mitten in einem Raub und plötzlich geht es im nächsten Absatz um die Funktionsweise einer Garrotte. Nicht nur einmal habe ich mich gefragt ob da vielleicht eine Überschrift vergessen wurde und ich schon längst im nächsten Fall bin.

Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, dass die Fälle nichts für schwache Nerven sind. Es wird sehr blutig, nichts beschönt und allein der Gedanke, dass es tatsächlich Leute mit solchen Gedanken gibt… nun ja. Da kann man schon mal unruhig schlafen.

Fazit:
Kann man lesen wenn es einen interessiert und man Blut und Gewalt erträgt. Kann man aber auch lassen, denn ganz ehrlich: Was an dem Autor und seinen Büchern so toll ist, weiß ich nicht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Habt ihr zu diesem Post auch ein Sammelsurium an Gedanken in eurem Kopf? Schreibt sie gern in einen Kommentar und entwirrt so euer Chaos. Ich würde mich freuen :) Meine Antwort findet ihr so schnell wie möglich unter eurem Kommentar, also macht euren Haken bei "Ich möchte Benachrichtigungen erhalten".