Dienstag, 13. Januar 2015

Rezension ~ Stirb leise, mein Engel

Titel: Stirb leise, mein Engel
Autor: Andreas Götz
Seiten: 368
Verlag: Oetinger
Genre: Jugendbuch, Krimi
Leseprobe und Informationen zum kostenlosen Download auf der Verlags-Seite




Inhalt:

Sascha ist 16 Jahre alt und der Sohn zweier Polizisten. Nachdem sein Vater gestorben ist, schickt ihn seine Mutter zu dem bekannten Kinder- und Jugendpsychologen Doktor Androsch. Ansonsten hat Sascha die typischen Probleme eines Teenagers: Für den Chemietest lernen, gegen die eigene Mutter rebellieren und dann zieht nebenan auch noch die hübsche Joy ein, bei der er sicher keine Chancen hat, da sie mindestens ein Jahr älter ist und in ihm noch ein Kind sieht.

Außerdem sterben Mädchen in Saschas Alter an Zyankali, sie scheinen es freiwillig genommen zu haben und zwischen ihnen besteht keine Verbindung, außer der Frage woher sie das Gift hatten. Doch Sascha sieht einen Zusammenhang und so spielt er gemeinsam mit Joy Detektiv.

Meine Meinung:
Das Buch gibt es als Ebook zum kostenlosen Download und da ich es bei vielen Bloggern in den Neuzugängen gesehen habe, wollte ich es dann auch mal lesen.

Die Handlung beginnt wie ich finde sehr interessant, weil man gleich den ersten Selbstmord erlebt. So hat man als Leser direkt mehr Informationen als Protagonist Sascha, da man die Verbindung zwischen den Taten bereits kennt. Die Mädchen hatten nie vor sich allein umzubringen, sondern dachten sie würden es gemeinsam mit Tristan tun, ihrem Freund. Dieser allerdings mixt nur den Mädchen Gift ins Glas, sein eigenes bleibt unberührt. Tristan war stellenweise echt gruselig, wenn man Einblicke in seinen Kopf bekommt, wird einem schon mulmig. Ihm macht das Töten überhaupt nichts aus und er findet es regelrecht faszinierend seinen Opfern beim Sterben zuzusehen.

Sascha war mir als Hauptperson wirklich sympathisch, da er so herrlich normal ist. Sein Leben dreht sich hauptsächlich um die Schule und seine Hobbys (Gitarre spielen und Comics zeichnen) und natürlich um Mädchen. Er verliebt sich in seine Nachbarin Joy, die aber einen älteren Freund hat und in ihm vermutlich sowieso einen unreifen Jungen sieht. Außerdem lernt er vor der Praxis seines Therapeuten Nathalie kennen, mit der er sich sehr gut versteht und die er irgendwie mag.
Für mich kam er sehr authentisch rüber, da er Doktor Androsch die Probleme mit seiner Mutter schildert, aber auch seine Angst vor der Türklingel wenn er allein zu Hause ist, fand ich sehr realistisch. Sein Vater wurde im Dienst erschossen und seitdem hat Sascha Angst, dass wieder zwei Polizisten an der Tür klingeln könnten um ihm zu sagen, dass nun auch seine Mutter tot ist. Auch seine Perspektive war sehr interessant, da seine Mutter die seltsamen Todesfälle untersucht und ihn manchmal danach befragt.

Nicht so gut gefallen hat mir, dass der Geschichte überraschende Wendungen fehlen. Es wird Schritt für Schritt auf die Auflösung hingearbeitet, aber es gibt kaum einen Rückschritt oder eine Richtungsänderung, sodass man neu überdenken muss wie die Fälle zusammenhängen oder wer der Täter ist. Obwohl alles recht klar war, hat mir das Ende dann doch gut gefallen, weil es nochmal Action gab und mich letztendlich doch überrascht hat wer Tristan ist. Ich wusste zwar wer Tristan ist, bevor ich es schwarz auf weiß gelesen habe, aber es war eben nicht schon von Beginn an klar.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, genau richtig für einen Jugendkrimi. Dazu passen natürlich auch Sascha und Joy, mit denen man sich als Jugendlicher sehr gut identifizieren kann.

Fazit:
Ein solider Jugendkrimi, der durch den angenehmen Schreibstil und die sympathischen Charaktere sicher den Geschmack der Zielgruppe trifft. Für mich hätte es allerdings noch die ein oder andere überraschende Wendung geben können.

4/5 Punkten

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