Donnerstag, 8. Januar 2015

Rezension ~ Aus der Spur

Titel: Aus der Spur
Autorin: B. H. Bartsch
Reihe: Romantik-Reihe
Seiten: 436 Print-Seiten 
Verlag: -
Genre: Gay-Romance




Inhalt:
Marc und Tom sind beide fast 30 und seit ihrer Jugend die besten Freunde. Marc ist Architekt, Teilhaber in der Firma seines Vaters und nach einer siebenjährigen Beziehung wieder single. Tom ist Besitzer einiger erfolgreicher Fitnessstudios in Hamburg und schon seit Jahren in seinen besten Freund verliebt. Nach der Trennung von seinem Freund merkt Marc, dass sich seine Gefühle für Tom verändert haben und aus den beiden wird ein Paar. Innerhalb eines Jahres verändert sich ihr Leben drastisch…

Meine Meinung:
Ich habe „Aus der Spur“ in einem Adventskalender gewonnen und mich auf eine romantische, sowie dramatische Geschichte gefreut, bei der ich mitfiebern und an dem Leben der Personen teilhaben kann. Vor allem habe ich an dem Sexleben der beiden Charaktere teilgenommen, dazu aber später mehr.

Wo ich bei diesem Buch anfangen soll, weiß ich leider gar nicht, weil ein Punkt schlimmer ist als der andere. Es tut mir schon leid, wenn ich das so sagen muss, weil ich eigentlich ein sehr netter und höflicher Mensch bin, aber ich möchte mit dieser Rezension ja auch meine ehrliche Meinung preisgeben und nicht lügen, um niemanden zu verletzen. Ich weise aber noch mal darauf hin, dass es meine persönliche Meinung ist und diese sich nicht mit der anderer Leute decken muss!

Vielleicht beginne ich mit dem Inhalt der Geschichte, den ich oben schon kurz geschildert habe. Leider passiert in der Geschichte nicht viel mehr als die drei Stichworte die in der originalen Inhaltsangabe schon genannt werden. Für meine Rezension habe ich sie jetzt mal weggelassen, falls jemand das Buch noch lesen möchte. Jedenfalls nimmt eigentlich der Klappentext schon alles vorweg, gleichzeitig ist es aber auch schwierig den Inhalt ohne diese drei Elemente wiederzugeben, weil man dann vermutlich nur sagen könnte, dass es um die Freunde Marc und Tom geht. Nützt aber auch keinem was. Dieser Umstand ist wirklich Schade, weil Marc und Tom eigentlich nette Personen sind und ich an sich gern an ihrem Leben teilgenommen habe. Es gab zwar hin und wieder kleine Konflikte (zum Beispiel Eifersucht, oder ein Rückschlag bezüglich Marcs Gesundheit), aber die waren nach wenigen Zeilen/Seiten schon wieder gelöst. Es gab einfach nichts, was mich an dieser Geschichte überrascht hat, nichts, was ich nicht schon vorher wusste.

Zusätzlich zu der Tatsache, dass keine Spannung durch den bereits bekannten Inhalt aufkommt, entstand bei mir kein wirklicher Lesefluss durch die vielen Fehler in diesem Buch und die teils sehr kurzen, abgehakten Sätze. Ich weiß nicht, ob das Buch einen Korrektor gesehen hat, mir schien leider nicht so. Es gab Rechtschreibfehler, Sätze passten nicht zueinander und auch die Formatierung des Ebooks war – sorry- Mist. Wenn eine wörtliche Rede in einer Zeile beginnt, und dann der Anschluss („,sagte Marc.) erst nach einer Leerzeile folgt, ist das schon verwirrend. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Verwirrend war außerdem, dass manche Kapitel aus der Ich-Perspektive von Tom und Marc gleichzeitig (!) waren, was ich in der Form noch nie gesehen habe. Es war dann tatsächlich so, dass in einem einzigen Kapitel, in einem Absatz mit „ich“ Marc gemeint war und im nächsten mit „ich“ Tom. Sehr undurchsichtig. Zu Beginn der Geschichte wurden außerdem Namen in den Raum geworfen, die man als Leser nicht zuordnen konnte. Claas ist so einer, da dieser im Kontext von Marcs Arbeit gefallen ist, gehe ich davon aus, dass er ein Kollege ist. Kann aber auch nur der Sekretär sein. Keine Ahnung.

Vor allem ab der Mitte bis zum Ende zieht sich die Handlung leider sehr stark. Für mich hätte man mindestens die Hälfte aller Sex-Szenen streichen und dafür Überraschungselemente einbauen können. Hier ein von mir kurz zusammengefasstes Beispiel: Nachts um drei wacht Marc auf, weil er Durst hat. Er geht in die Küche, holt sich etwas zu trinken und als er zurück ins Schlafzimmer kommt, ist sein Freund Tom wach. Tom ist geil auf Marc, Marc verpasst ihm einen Blowjob, beide schlafen wieder ein, fertig. Von solchen überflüssigen Szenen gibt es leider eine ganze Menge in diesem Buch. Wie wäre es stattdessen mal mit einem Streit zwischen Marc und Tom (das Buch behandelt – den Epilog ausgenommen – einen Zeitraum von einem Jahr und sie hatten höchstens einen „Streit“ von ungefähr zwei Minuten). Oder auch schön wäre gewesen, wenn Marcs Krankenhausaufenthalt ein bisschen mehr thematisiert worden wäre. Er liegt nach einem schweren Unfall drei Tage im Koma, ist beim Aufwachen dafür aber verdammt fit (finde ich jedenfalls als Laie) und verlässt nach fünf bis sieben Tagen das Krankenhaus, obwohl sein Bein mit einem Metallgestell geschient und sein Knie total im Eimer ist. Hieraus hätte man viel mehr machen können!

Damit aber nicht nur ein schlechter Eindruck von dem Buch bleibt, möchte ich euch ein kurzes Zitat mit auf den Weg geben, bei dem ich herzhaft lachen musste. „Verdammt bin ich scharf. Wasabi ist kiki dagegen.“ (Paragraph 11.130)

Fazit:
Abgesehen von den Charakteren, die ganz nett waren, konnte ich leider wenig Gutes an der Geschichte finden. Die Handlung ist durch die in der Kurzbeschreibung gegebenen Stichworte vollständig erzählt und daher nicht spannend. Rechtschreibfehler, abgehakte Sätze und schlechte Formatierung lassen keinen anständigen Lesefluss zu. Viele Sexszenen sind überflüssig und werden für mein Empfinden einfach des Sex wegen reingebracht, ohne die Handlung voran zu bringen. Weniger Sex, mehr Konflikte im Allgemeinen hätte der Geschichte gut getan. Schade!

1/5 Punkten

Kommentare:

  1. Hallo Julia,

    ach, ich bin seit meinem Aufbruch in das Land der eBooks vor gar nicht allzu langer Zeit auch schon auf einige solcher Ägernisse gestoßen. Mich nerven Rechtschreib und wilde Formatierungsfehler auch immer extrem und sobald auch noch durch den Inhalt das Gefühl aufkommt ich hätte einen Schulaufsatz vor mir werde ich so richtig agressiv (wobei ich leider die schlecht-gute Angewohntheit habe jedes Buch zu Ende zu lesen).

    Das hat mich sehr misstrauisch werden lassen und ohne ausführliche Leseprobe kaufe/downloade ich seither keine eBooks mehr, egal wie billig sie wären. Allerdings habe ich eine ungefähre Vorstellung bekommen, was für Manuskripte Verlage so alles zugeschickt bekommen...ich hoffe, dass sie sich noch lange halten mögen, um uns vor so manchem literarischen Verbrechen zu bewahren, das kein Krimi ist xD

    Liebe Grüße und auf bessere Lektüre!

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    1. Hallo Misty,

      danke für deinen lieben Kommentar.
      Wem sagst du das, ich lese ja leider auch alles zu Ende. Allerdings habe ich hierbei irgendwann die Sexszenen übersprungen und war dann recht schnell am Ende ^^

      Ich habe ja zum Glück nichts für das Buch ausgegeben, andersfall hätte ich mich wohl geärgert. Bei amazon gibt es da ja auch das Rückgaberecht, weiß nicht wie das bei den anderen Anbietern so aussieht. Bei so einem schlechten Buch würde ich vielleicht sogar Gebrauch davon machen. ^^

      Aber hallo. Ein Hoch auf die Verlage (und deren Praktikanten, die den Schrott aussortieren müssen/dürfen).

      Grüße :)

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  2. Hello again.

    Oh man, das klingt ja sehr... prickelnd. Bis jetzt stand es auf meiner Wunschliste, aber das hat sich jetzt wohl dann doch erledigt.
    Es ist scheiße, wenn ein Buch so viele Fehler beinhaltet, die man einfach hätte vermeiden können. Einmal einem Freund zum Drüberlesen gegeben und die Sache wäre gegessen. Dann könnte man Rechtschreibfehler und Verwirrungen so leicht beseitigen.

    Aber anscheinend ist ja selbst der Inhalt nicht weltbewegend. Ich hatte neulich erst wieder ein Buch, das ebenfalls mehr aus Sex als aus was anderem bestand. Und dabei hatte es vielversprechend begonnen... Ich bin ja ein großer Verfechter von Sexszenen, aber wenn dann ständig unnötig und sinnfrei gef.. wird, dann macht das einfach keinen Spaß mehr. Vielleicht sollte man dann einfach ein pornoartiges Erotikbuch schreiben - ganz ohne Story drum herum -, wenn man vor lauter sinnfreiem Sex nicht weiß wohin. Es gibt genug, die sowas gerne lesen.

    Auch sonst weiß ich nicht so genau, was ich von der Geschichte halten soll. Wenn im Klappentext schon alles vorweg genommen wird, braucht man es ja gar nicht erst lesen. Es ist ja in diesem Genre oft so, dass viele vorhersehbar ist, aber eine gewisse Grundspannung sollte schon gegeben sein. Oder man muss eben doch den Klappentext irgendwie anpassen. Hat ja keiner gesagt, dass sowas leicht ist. :D

    Das ist wieder so ein typischen Beispiel für eine freie Publikation, die einfach niemand braucht. Genau deshalb bin ich bei diesem Trend so zwiegespalten, obwohl es natürlich auch schon ganz großartige Geschichten hervorgebracht hat.

    Grüße :)

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    1. Sonst bin ich ja eher dazu geneigt zu sagen, dass man es einfach mal selbst ausprobieren muss, weil die Geschmäcker so unterschiedlich sind. Hierbei muss ich dir aber ehrlich sagen, dass ich es dir echt nicht empfehle.
      Ja, das ist eben. Ich versteh nicht wie man so was verkaufen kann. Wenn man selbst Rechtschreibfehler nicht entdeckt ist das blöd, aber nicht so schlimm, manche können halt einfach keine Rechtschreibung, dafür gibt es Korrekturleser. Wieso aber in Büchern nicht zusammenpassende Satzhälften stehen müssen, kann ich nicht begreifen. Das müsste einem selbst mit mangelnden Rechtschreibkenntnissen beim erneuten lesen auffallen.

      Ich will jetzt nicht sagen, dass es ein pornoartiges Erotikbuch ist. Dazu gibt es dann doch zu viele Szenen ohne Sex, aber die waren erstens nicht sooo breit gestreut und zweitens auch nicht sonderlich überraschend.
      Es gibt für ALLES Leser und es gibt auch immer Leute die dieses ALLES gut finden. Was man auch an diesem Buch sieht.

      Ne, eben. Ich habe mich dann aber auch selbst mit dem schreiben einer Inhaltsangaben schwer getan, weil so wenig eigentlich passiert und ich ja schlecht sagen kann, dass das Buch von Marc und Tom handelt. Fertig.

      Es gibt auf jeden Fall viele tolle Sachen. Hier war das leider eher nicht so der Fall.

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    2. Ich weiß echt nicht, wie man sich noch hinstellen und etwas derartiges für gut bewerten kann. Das habe ich mich schon bei so manchem Buch gefragt. Ich meine, klar sind Geschmäcker verschieden, aber an gewissen Dingen wie Rechtschreibung oder solchen Sachen gibt es ja nichts zu rütteln. Ich versteh sowas immer nicht. Trauen sich die Leute nicht, Kritik zu äußern? Kann ich wirklich nicht nachvollziehen.

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    3. Das ist glaube ich nicht der Punkt. In einigen Bewertungen werden die Fehler ja schon angesprochen, also wird durchaus Kritik geübt. Bloß wird das nach dem Motto "Fehler passieren jedem" gehandhabt und dann sozusagen drüber weggesehen. Ich kreide auch nicht jeden Fehler an, schließlich ist niemand perfekt, aber irgendwann ist einfach ein Level erreicht wo die Lesbarkeit durch die Fehler gestört wird und da sag ich dann auch was.
      Ich verstehe das aber auch oft nicht, wie manche Bewertungen so zustande kommen. Aber gut, Geschmäcker sind verschieden und so ;)

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    4. Finde ich aber genauso dumm. Wenn einem das Buch sonst gut gefallen hat, kann man ja auch sagen, dass es toll ist, aber eben leider viele Fehler enthält. Man muss doch nichts beschönigen.
      Ich meine, klar kann mal ein Fehler passieren und das ist auch sicher kein Beinbruch. Aber man muss es halt auch so sehen: Man zahlt dafür Geld, da kann man auch erwarten, dass man etwas dafür bekommt. Ein paar Fehler sind ja völlig okay. Aber wenn man dann vor falscher Rechtschreiung und Grammatik nicht mehr weiß, wohin, dann ist das einfach nicht akzeptabel. Und dann sollte man das auch genau so sagen dürfen.
      Ja, Geschmäcker sind verschieden und manche stören solche Sachen vielleicht auch wirklich nicht, aber nachvollziehen kann ich es dennoch nicht. :D

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