Sonntag, 7. Dezember 2014

Filmkritik ~ Die Vermessung der Welt


Quelle: amazon
Titel: Die Vermessung der Welt
Regie: Detlev Buck
Hauptdarsteller: Albrecht Schuch (Humboldt), Florian David Fitz (Gauß), Jérémy Kapone (Bonpland) 
Jahr: 2012
Spieldauer: 119 Minuten
Altersfreigabe: FSK 12




Inhalt:
"Carl Friedrich Gauß (Florian David Fitz) und Alexander von Humboldt (Albrecht Abraham Schuch) geben sich nicht zufrieden damit, was sie sind, sondern kämpfen besessen und beseelt für die Erkenntnis, der eine im Urwald, der andere am Schreibtisch. Aus Genies werden Menschen, wenn sie der Liebe begegnen. Gauß kann seinen Gefühlen nachgeben - anders als Humboldt, der dies erst in der Begegnung mit Gauß zulässt. Ihr Zusammentreffen beim Naturforscherkongress scheint in eine Katastrophe zu eskalieren, mündet aber in eine Befreiung." (Originaltext der DVD-Hülle)

Meine Meinung:
Da ich erst vor kurzem das Buch gelesen habe, wird diese Filmkritik bewusst auch einen Vergleich zwischen Buch und Film ziehen.

Nachdem ich das Buch nur mittelmäßig fand, war ich sehr gespannt auf den Film, wie die Eigenarten des Buches wohl umgesetzt würden und zugegeben auch auf Florian David Fitz. Er spielt die Rolle des Mathematik-Genies Gauß wirklich klasse, auf der einen Seite besessen von der Mathematik und wohlwissend, dass er einer der Größten seiner Zeit ist und auch darüber hinaus sein wird. Auf der anderen Seite aber im Umgang mit Menschen sehr unsicher, schüchtern und unbeholfen.

Auch die Darstellung von Humboldt hat mir gefallen, dem man auch im Film seine Neugier, seine Liebe zur Tier-und Pflanzenwelt anmerkt. Dieser Aspekt hat mir im Buch am besten gefallen, Humboldts Faszination war so ansteckend, dass ich gern selbst Entdecker und Forscher gewesen wäre. Hier werden dem Zuschauer im Film großartige Bilder geboten, von Wasserfällen, exotischen Tieren und dichten Pflanzenwäldern im Dschungel.

Dass im Film wichtige Ereignisse rausgekürzt wurden, ist mir nicht aufgefallen. Dafür aber beleuchtet der Film viele Aspekte die im Buch Erwähnung finden, aber mir war alles viel zu kurz angedeutet. Ein nicht vorbelasteter Zuschauer gibt sich vielleicht mit den gegebenen Informationen zufrieden, mir waren einige Aspekte zu schnell abgearbeitet. Beispielsweise heiratet Gauß irgendwann, da seine Mutter nicht ewig für ihn sorgen kann, geht aber dennoch häufig zu einer Prostituierten, von der einfach nicht loskommt. Nur einmal taucht diese Prostituierte im Film auf. Ähnlich verhält sich mit Humboldts Mitarbeiter Bonpland, der sich irgendwann nicht mehr für die Schönheit der Natur interessiert, sondern viel mehr für die Frauen. Humboldt, der mit Frauen eher wenig anfangen kann und sein ganzes Leben der Forschung widmet, gerät deshalb öfter mit ihm aneinander. Auch dieser Konflikt hat mir ihm Film gefehlt.

Neben den tollen Bildern hat mir auch gefallen, dass ein Erzähler besonders am Anfang und am Ende Informationen gibt. Die Stimme war sehr angenehm und passte für mich in die Zeit in der die Geschichte spielt.

Der Film hat eine Altersbeschränkung ab 12 Jahren, was meiner Meinung nach in Ordnung geht. Man sollte sich darauf einstellen, dass Blut fließt, Gänse gerupft werden und nackte Menschen gezeigt werden. Letzteres vor allem als Hinweis für Fans von Florian David Fitz, allein für diesen Anblick lohnt sich vielleicht für den/die ein oder andere/n der Film ;)

Fazit:
Genau wie das Buch ist der Film nur mittelmäßig unterhaltsam. Die Bilder sind wirklich großartig, besonders die Landschaftsaufnahmen von Humboldts Reise sind klasse. Auch die Schauspieler, allen voran Florian David Fitz und Albrecht Abraham Schuch, sind meiner Meinung nach gut ausgewählt. Nicht so gut gefallen hat mir, dass viele Aspekte bzw. Konflikte nur angedeutet wurden. Ich wiederhole aber nochmal, dass ich hier den Vergleich zum Buch ziehe und unbelastete Zuschauer es gar nicht so schlimm finden. Kann man sehen, muss man aber nicht.

Das Bonusmaterial:

Fällt meiner Meinung nach etwas mau aus. Es gibt einen Audiokommentar (Detlev Buck und Daniel Kehlmann) und den Kinotrailer. Das war's. Gerade wenn jemand wie Florian David Fitz mitspielte, kann ich mir nicht vorstellen, dass es keine witzigen Szenen oder Pannen gab, die man nicht hätte zeigen können. Informationen über die Drehorte wären sicher auch spannend gewesen...

Ein paar bildhafte Eindrücke:
Gauß
Humboldt

Humboldt und Bonpland

 Quelle der Fotos: Website des Films
 

Kommentare:

  1. Huhu... schöne Filmkritik - möchte es aber sowohl noch lesen, als auch schauen ;)

    LG, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/

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    1. Danke dir :)
      Ich finde es lebt beides von den schönen Bildern die erzeugt werden, wobei für mich auch Florian David Fitz nicht zu verachten ist ;)
      Viel Spaß beim Lesen und Schauen!

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  2. Hmh, ich glaube... das wird dann doch nicht so meins sein. Aber eine sehr tolle Filmkritik!

    Liebe Grüße,
    Lyrica

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    1. Hach ja... es ist halt nur ein mittelmäßiger Film und keiner, den man unbedingt gleich sehen möchte. Finde ich. Vielleicht ergibt sich ja doch mal die Gelegenheit und wenn nicht, ist auch nicht tragisch :D
      Danke.

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  3. Hey Julia =)

    Also mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich fand es wirklich unterhaltsam. Am Film hat mir gut gefallen, dass man sich sehr nah an der schriftlichen Vorlage oientiert hat. Das finde ich wirklich klasse. Es gibt ein paar Szenen und Dialoge in Film und Buch, die finde ich einfach unschlagbar!
    Allerdings wird mir diese Zahnarzt-Szene wohl nie wieder aus dem Kopf gehen. Bäh.

    Falls du Lust hast mal zu schauen:
    http://druckbuchstaben.blogspot.de/2013/04/buch-vs-film-die-vermessung-der-welt.html

    LG
    Anja

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    1. Hallo Anja,

      Für mich war beides nicht so toll, sondern maximal Durchschnitt. Es stimmt aber auf jeden Fall, dass sich beides sehr ähnelt.
      Stimmt, der Zahnarzt war echt ekelig. Da bin ich froh, dass es heute anders zugeht :D

      Ich schau mir deinen Post später auf jeden Fall mal an!
      Julia

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