Sonntag, 16. November 2014

Rezension ~ Cupido

Titel: Cupido
Originaltitel: Retribution
Autorin: Jilliane Hoffman
Seiten: 480
Reihe: C.J. Townsend
Verlag: Rowohlt
Genre: Thriller
Leseprobe


Inhalt:  
Die angehende Juristin Chloe Joanna Larson wird in ihrem Apartment in New York Opfer einer schrecklichen Gewalttat. Ein Mann dringt nachts in ihre Wohnung ein und vergewaltigt sie auf brutalste Weise. Nur durch einen Zufall überlebt sie. Sie braucht Jahre, um sich von diesem Trauma auch nur halbwegs zu erholen, nimmt schließlich eine neue Identität an und verlegt ihren Wohnsitz nach Miami. Und dort holt sie die Vergangenheit ein. Bei einer Verkehrskontrolle geht der Polizei ein langgesuchter Serienkiller ins Netz. Chloe Larson als ermittelnde Staatsanwältin erkennt in ihm ihren einstigen Peiniger wieder. [...] Cupido ist mehr als nur ein Psychothriller, er stellt das gesamte amerikanische Rechtssystem in Frage und zeigt eine ganz eigene Sichtweise von Gerechtigkeit. (Quelle: lovelybooks)  

Meine Meinung:  
Lange stand dieser Thriller ungelesen in meinem Regal, obwohl er mir von vielen Seiten ans Herz gelegt wurde. Abgehalten hat mich tatsächlich der Umstand, dass ich ihn nicht lesen sollte, wenn ich allein wäre, ich würde mich nicht mal mehr allein ins Badezimmer trauen. Es war also nie der passende Zeitpunkt, bis die zehnstündige Bahnfahrt kam...

Was die Spannung angeht, ist "Cupido" wirklich klasse. Auch wenn - wie in der Kurzbeschreibung angedeutet - die Identität des Serienkillers ziemlich schnell festzustehen scheint, wird der Thriller nicht langweilig. Man spürt einfach, dass noch irgendwas passieren wird, weiß aber nicht was. Man merkt, dass der Fall, obwohl er eigentlich wasserdicht ist, vielleicht doch nicht so einfach vor Gericht durchgeht wie vermutet. Deshalb fragt man sich ob der Täter überhaupt belangt wird und was passiert, falls nicht.

Der Grusel-Faktor, den ich oben schon angesprochen habe, kommt für mich allerdings nur am Anfang heraus, weshalb ich keine Probleme habe allein in der Wohnung zu sein ;) Die Autorin schafft es sehr gut die Bedrohung rüber zu bringen, die von Chloes Vergewaltiger ausgeht, man fühlt sich schon unwohl und hofft, dass einem so etwas niemals passieren wird. Da aber nach der Vergewaltigung 12 Jahre Zeit vergehen und das Buch sich mehr oder weniger um die aktuellen Morde dreht, hinterlässt es bei mir keinen Angstzustand. Man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass dieses Buch brutal ist und das ziemlich deutlich gemacht wird, welches Grauen den Opfern widerfahren ist. Ich möchte nicht alles vorwegnehmen, aber nur so viel: Der Täter schneidet den Rumpf der Frauen von oben bis unten und von rechts nach links auf, öffnet den Brustkorb und entfernt das Herz. Die genauen Details könnt ihr selbst nachlesen.

Die Charaktere, allen voran Chloe und auch der Special Agent Dominick Falconetti, haben mir wirklich sehr gut gefallen. Ich mochte sie alle sehr gern und fand keinen sonderlich unrealistisch oder störend. Da es für einige vielleicht ein Grund sein könnte, das Buch nicht zu lesen, weise ich darauf hin dass es zwischen Chloe und Dominick eine kleine Liebesgeschichte gibt. Ich mag so etwas ja grundsätzlich sehr gern, verstehe aber Leute die das in einem Thriller nicht lesen wollen. Anders als in Büchern von zum Beispiel Karen Rose, habe ich die Liebesgeschichte hier aber als eher nebensächlich empfunden, sie ist definitiv nicht einer der Hauptstränge.

In der Kurzbeschreibung wird schon deutlich, dass sich ein Großteil der Handlung vor Gericht abspielt, beziehungsweise die Vorbereitungen auf die verschiedenen Anhörungen usw. thematisiert werden. Ich verstehe nicht sehr viel vom amerikanischen Rechtssystem, weshalb es mir sehr gut gefallen hat, dass alle Termine vor Gericht erklärt wurden.

Letztendlich bleibt der Leser mit der Frage zurück, ob das was mit dem Serienkiller passiert richtig ist. Auch die Kritik an dem amerikanischen Rechtssystem kommt sehr gut zur Geltung, zum Beispiel hat im Staat New York eine Vergewaltigungstat eine Verjährungsfrist von fünf Jahren. Ob das richtig oder falsch ist und ob die Folgen daraus für speziell diesen Fall richtig oder falsch sind, kann der Leser bei der Lektüre dieses Buches selbst beurteilen.

Fazit:
 

Cupido ist ein spannender Thriller, der nicht nur unterhält und einen durch das Buch rasen lässt. Es ist auch ein Thriller, der es ermöglicht Einblicke in das amerikanische Rechtssystem zu erhalten und sich eine eigene Meinung zu manchen Themengebieten zu bilden. Sympathische Charaktere, kurze Kapitel und ein angenehmer Schreibstil tun ihr übriges um alles andere neben Cupido verblassen zu lassen. 

4/5 Punkte

Kommentare:

  1. Ich werde "Cupido" in jedem Fall nochmal eine Chance geben, habe es ja damals abgebrochen! ;) Aber das ist wirklich schon unglaublich lange her, das war kurz nach Erscheinen des Buches. Und gerade diese ganze Gerichts-Kiste finde ich eigentlich sehr interessant, das ist also in jedem Fall nochmal ein zusätzlicher Anreiz. :)

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    1. Solltest du unbedingt :)
      Echt, warum hast du abgebrochen? Ich hatte auch zwischendurch einen Punkt wo ich dachte "mh najaaaaaaaaaa", aber wenn man gerade bei Köln ist und noch runter bis Bayern fährt, dann liest man halt weiter :D
      Wenn das so lang her ist, kannst du es ruhig noch mal versuchen ;)

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    2. *lach* Die Geschichte erzähle ich immer wieder gerne! Ich war damals krank und lag mit recht hohem Fieber im Bett, dicke Grippe, das übliche eben. Und hatte mir mit "Cupido" wohl die falsche Lektüre herausgesucht, weil schon in diesem ersten Kapitel mit dem Spanner da im Gebüsch, wuah, das hat sich mit meinen Fieberträumen so gar nicht vertragen und ich hab das Buch weglegen müssen! ;D

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    3. :D Das ist echt eine nette Geschichte. Ich kann sehr gut verstehen, dass es dir da zu viel wurde, ich hätte das Buch dann sicher auch nicht gelesen. Ohne Fieber liest es sich aber gut ;)

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  2. Huhu liebe Julia! :)
    Kurz vor Halloween bin ich immer wieder über dieses Buch gestolpert. Da ist es direkt auf meine Wunschliste gesprungen ^-^
    Klingt dann auch beruhigend, dass ich nicht zu große Angst haben muss, von Alpträumen geplagt zu werden. Und mit Spannung kann ich umgehen. ^-^
    Verjährungsfristen bei Straftaten sind ja generell so eine Sache über die man stundenlang diskutieren könnte...
    Herzige Grüße und einen guten Start in die neue Woche
    Sarah von LeseBonbons

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    1. Hallo,

      nein, ich finde nicht das man große Angst haben muss. Der erste Teil könnte bei entsptrechendem Wetter und Umständen ein bisschen gruselig wirken, aber sonst... nicht so find ich.

      Stimmt, da kann man sicher lang drüber diskutieren. Ich hab mir da noch nie so sehr Gedanken drüber gemacht, aber die fünf Jahre sind schon seeeehr kurz. Weiß gar nicht wie lang sie in Deutschland ist.

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    2. Das ist eine gute Frage. Ich weiß auch nicht wie das in Deutschland aussieht. Über sowas macht man sich ja sonst auch keine großen Gedanken ...
      Naja, irgendwie haben wir beide immer nur so ernste Themen ^-^

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    3. Muss ich mal recherchieren. Ich hab nur mitbekommen, dass die Verjährungsfrist für Sexualstraftaten vor kurzem erhöht wurde, oder hat die Politik das nur geplant?! Muss mal öfter Nachrichten schauen :D
      Stimmt. Da muss mal dringend einer von uns ein lustiges Buch lesen :D

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