Dienstag, 12. August 2014

Rezension ~ Loving Silver

Titel: Loving Silver
Autor: M.S. Kelts
Verlag: Dead soft
Seiten: 524
Genre: Gay-Romance






Warnung:
Explizite (und viel(e)fältige ;)) homoerotische Szenen

Inhalt:
Michael ist 32 Jahre alt, Architekt und lebt in einem kleinen Dorf in Baden-Württemberg. Er ist schwul, aber nicht geoutet und Mitglied in einem Schottenverein. Sein Leben verlässt seine geordnete Bahn, als Michael sich in Silver verliebt, einen amerikanischen Pornostar. Obwohl er sich bewusst ist, dass zwischen seinem und Silvers Leben Welten liegen (und ein Ozean), kommt er von dem Erotikdarsteller nicht los und folgt ihm auf Facebook und twitter. Die beiden beginnen eine Konversation auf twitter und schließlich riskiert Michael alles, als er Silver auf einer Preisverleihung in New York besucht. Er bekommt viel mehr als das erhoffte Autogramm und die Geschichte von Michel und Jamie beginnt.

Meine Meinung:
Nach einer begeisterten Rezension von theworldofbigeyes habe ich mir die Leseprobe angeschaut und war ebenfalls infiziert. Schon auf den ersten Seiten schließt man Michael und dann auch Jamie ins Herz. Sie sind so tolle Charaktere, die ich sehr gern persönlich kennen würde. Ich kann nicht mal genau benennen, warum mich die beiden so fasziniert haben, aber irgendwie kam ich nicht von ihnen los. In der Mitte hat mich die Faszination dann doch ein bisschen frei gelassen, aber am Ende konnte ich dann wieder nicht schnell genug umblättern.

Michael ist ein sehr bodenständiger Mensch, was ihn gleich sympathisch macht. Er lebt zusammen mit seinem Hund Conan auf einem abseits gelegenen Hof, den er eigenständig renoviert. Man merkt ihm deutlich die Liebe zu der Natur, zur Einsamkeit und Ruhe an. Neben seinem Beruf als Architekt ist er Mitglied in einem Schottenverein, welcher immer wieder Thema der Geschichte ist, was mir wirklich gut gefallen hat. Beispielsweise werden die jährlichen Highlandgames thematisiert, die der Verein im Sommer veranstaltet. In traditionellen Wettkämpfen messen sich die Männer aus unterschiedlichen Vereinen, zum Beispiel im Baumstammweitwurf.

Jamie/Silver ist einfach großartig. Auf der einen Seite ist er total extrovertiert und geht offen mit seiner Sexualität um. Dies steht natürlich in krassem Gegensatz zu Michael, der nicht geoutet ist (allerdings passt er sich erstaunlich schnell an Jamie an). Auf der anderen Seite aber, ist Jamie total kuschelbedürftig, ruhig und sehr aufgeschlossen und freundlich neuen Menschen gegenüber. Besonders gut dargestellt waren seine zwei Persönlichkeiten, womit nicht gemeint ist, dass er irgendwie eine bipolare Störung hätte. Michael, aus dessen Sicht das Buch erzählt ist, zieht ab und an Vergleiche zwischen Jamie und Silver, beschreibt, wie Silver Sex in seinen Filmen hat und wie anders es ist, wenn Jamie Sex hat (mit ihm). Es wurde wirklich deutlich, dass Silver eigentlich nur eine Figur ist.

Als Jamie und Michael sich nach dem Erlebnis in New York wiedersehen, hatte ich erst Angst vor zu viel Kitsch, aber dem war gar nicht so. Die Szene war wirklich toll gemacht, weil man die Freude und Liebe der beiden sehr gut spüren konnte, aber eben ohne das es zu viel oder zu weich war. Im Laufe der Zeit/des Buches merkt man deutlich, dass sich beide Charaktere verändern und durch den jeweils anderen beeinflusst werden. Michael wird offensiver, er entdeckt vor allem im sexuellen Bereich neue Seite an sich. Jamie hingegen kann endlich seine ruhige Seite ausleben, ist nicht mehr gezwungen immer der Star zu sein. Wenn er bei Michael mitten im Nirgendwo ist, dann ist er nur Jamie und kann völlig abschalten.

Dem Schreibstil kann man sehr gut folgen, es ist angenehm zu lesen. An einigen Stellen war er mir vielleicht etwas zu locker (nach dem Motto „So, fertig mit Duschen, mal sehen wo Jamie ist (kein Originalzitat, nur mein Beispiel ;))), aber das waren nur sehr selten der Fall. Ein bisschen seltsam fand ich den Ausdruck „Jetzt lässt er mich fahren“ (S.90), womit eine Szene beim Blow Job gemeint ist, wenn der Penis aus dem Mund gelassen wird. Ich dachte zuerst die Übersetzung ist vielleicht blöd, aber das Buch scheint keine Übersetzung zu sein... Vielleicht ein speziell süddeutscher Ausdruck, der für meine niederrheinischen Ohren seltsam klingt ?! ;)

Noch ein Wort zum Cover: Im Grunde finde ich es durch das Schottenkaro sehr passend. Schade ist jedoch, dass die Tätowierung weder zu der von Mike noch zu Jamies gepasst. Hier hätte ich mir einfach etwas mehr Orientierung am Buch gewünscht.
 
Fazit:
Eine wunderbare homoerotische Liebesgeschichte, mit einigen Aufs und Abs. Besonders hervorheben muss man die Charaktere, die das Buch wirklich zu etwas besonderem machen.

5/5 Punkte

Kommentare:

  1. ...
    Ich hab jetzt von ihr "Mr. Ironheart" gelesen und ich hatte selten so ein schlechtes Buch in Händen. Ich weiß jetzt nicht, ob mir "Loving Silver" besser gefallen würde, aber ich will es unter gar keinen Umständen darauf anlegen. x.x
    Irgendwie reizt mich deine Begeisterung ja schon, andererseits... bin ich echt extrem abgeschreckt.

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    1. Oh neiiiiin. Ich hab aber schon öfter gehört, dass es nicht so toll sein soll wie "Loving Silver". Sabrina zum Beispiel war auch ganz begeistert von Loving Silver und dann von Mr. Ironheart enttäuscht. Hier kannst du ihre Rezension lesen.
      Was hat dir an dem Buch nicht gefallen?

      Ich versteh echt gut, dass du abgeschreckt bist, würde mir wahrscheinlich auch so gehen.
      Ich hab ja immer Angst Leuten direkt zu sagen, dass ich glaube es würde ihnen gefallen oder eben nicht, vor allem wenn ich sie nicht kenne.
      Aber wenn ich mal gaaaaaaanz mutig bin: Ich glaube wirklich, es könnte ein Buch sein, dass dir gefällt.

      Vielleicht kannst du es dir zum Geburtstag wünschen, dann tut es vielleicht nicht ganz so weh, wenn es doch blöd ist?

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    2. Die Frage ist da wohl eher, was mir an dem Buch gefallen hat. Wäre zumindest schneller aufzählbar.
      Ich mochte nicht, dass es so mega kitschig war. Dann mochte ich nicht, dass sich der eine Prota - Chris - wie ein Baby statt wie ein erwachsener Mann verhält. Dann mochte ich nicht, dass die Sexszenen so viel Blabla enthalten und ständig in die Richtung Dom/sub angedeutet wird, obwohl es das einfach nicht ist, usw...

      Ich hab bei einer Freundin reingelesen und fand da die Sexszenen auch wieder mit viel Blabla bestückt. Ich weiß nicht... Muss man denn währendem dem Sex ständig reden?
      Aber okay, vielleicht gefällt es mir wirklich. Evtl. werde ich es mir echt schenken lassen oder so. Aber kaufen wohl eher nicht.
      MIttlerweile hab ich auch von mehreren gehört, dass ihnen "Loving Silver" deutlich besser gefallen hat. Aber so Sachen wie der Stil... kann mir nicht vorstellen, dass da eine 180°-Wendung erfolgt ist.

      Naja, ich werd mal schauen, was ich damit mache.

      lg :)

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    3. Mh, den Kritikpunkt Chris hab ich schon öfter gelesen. Wie man ja bei Fairy-Tale gesehen hat, kann ich jammern gar nicht ab (was mich leider nicht dran hindert selbst zu jammern). Was das Blabla beim Sex angeht, weiß ich gar nicht mehr wies bei Loving Silver war. Ich hab es jedenfalls nicht so empfunden.

      Ich hab halt gefragt, weil so Sachen wie das mit Chris ja eben speziell Buchabhängig sind. Aber was den Stil angeht, hast du natürlich recht. Wenn du es dir auch nicht schenken lassen magst, kannst du dich gern per Mail bei mir melden. Ich leih es dir gern aus.

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